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Überall Kot: Landwirt schimpft über Hundehalter

Brieselang (Havelland) Überall Kot: Landwirt schimpft über Hundehalter

Immer wieder kommt es vor, dass bei Mathias Polzfuss Hundekot im Heu ist, das eigentlich als Futter für die Pferde dienen soll. Und der Landwirt aus Brieselang (Havelland) weiß auch, wie dies zustande kommt: Hundebesitzer lassen ihre Tiere auf den Grünflächen laufen, die der Pferdehofbesitzer zur Futtergewinnung nutzt. Ein Ärgernis, mit dem er nicht allein da steht.

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Rund 80 Pferde stehen auf dem Hof von Mathias Polzfuss. Sie brauchen jeden Tag frisches und qualitätsgerechtes Futter.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Es kommt immer mal wieder vor, dass die Pferde auf dem Hof von Mathias Polzfuss das Futter verweigern. Dann muss er nicht lange überlegen, warum. Offenbar ist Hundekot ins Heu gelangt. Bei der Ernte war das nicht zu sehen, die Pferde allerdings merken es sofort. „Die Tiere fressen es dann nicht mehr, und es ist wirklich sehr viel Hundekot im Futter“, sagt Polzfuss, der große Flächen vor allem südlich der L 202 hat, aber auch anderswo. Auf dem Schaden bleibt er sitzen.

Seit vielen Jahren hat der Landwirt das Problem, dass Hundebesitzer ihre Tiere einfach frei laufen lassen auf seinen Weiden. Die buddeln dann Löcher, in denen sich die Pferde die Beine brechen können, oder aber hinterlassen ihren Kot auf der Wiese. Oft bleiben auch Stöcke liegen, die Frauchen oder Herrchen durch die Gegend werfen. „Dann fahren wir uns die Maschinen kaputt“, sagt Polzfuss. So können die Heuwender Schaden nehmen.

Hin und wieder spricht der Landwirt Hundebesitzer an, wenn sie mit ihren Tieren unterwegs sind, die frei auf den Grünflächen umher laufen – statt auf den Wegen zu bleiben. „Bei Manchen ist es Unwissenheit, bei Manchen aber auch nicht. Ich bekomme dann zur Antwort: Das ist ja nicht eingezäunt und ausgeschildert“, erzählt Mathias Polzfuss. Doch Schilder hat er schon des Öfteren aufgehängt, aber die werden zerstört. Und stellt er Zäune auf, beklagen sich Leute, dass sie nicht mehr wissen, wo sie ihre Hunde entlang laufen lassen können. Immer wieder findet er zerschnittene oder herunter getretene Zäune vor.

„Meist ist es pures Glück, dass die Pferde dann nicht ausgebrochen und geflüchtet sind“, meint Brigitte Schaetzke vom Vorstand des Reit- und Fahrvereins Brieselang, der seinen Sitz auf dem Hof hat. Sie kritisiert, dass einige Hundebesitzer sich verbotenerweise einfach ihr Recht nehmen, über fremden Grundbesitz zu verfügen.

Polzfuss wirbt um Verständnis: „Wir müssen die Freiflächen bewirtschaften, brauchen sie zur Lebensmittel- und Futtergewinnung.“ Eigentlich müsste er alle seine Flächen einzäunen. „Man muss jedoch an die Vernunft jedes Einzelnen appellieren, damit dies nicht erforderlich ist.“ Immerhin gehe es um rund 100 Hektar. So will er demnächst Schilder aufstellen, die deutlich machen: Der Hundekot kommt letztlich mit den Lebensmitteln wieder auf den Tisch.

Er hätte gern, dass das Brieselanger Ordnungsamt gegen Hundehalter vorgeht, deren Tiere auf den Weiden umher laufen. Dies jedoch schließt Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) aus. „Wir haben keine Lösung dafür. Auf Außenflächen können wir ordnungsrechtlich nichts machen“, sagt er. Möglicherweise müsse man mit dem Landkreis darüber sprechen, wie mit dem Thema umzugehen ist.

Nach Ansicht von Polzfuss wäre ein Hundeauslaufgebiet eine Möglichkeit. Er weiß, dass er mit dem Problem nicht allein da steht, anderen Landwirten gehe es ähnlich. Beispielsweise Manfred Bartel von der Zeestower Agrarprodukte GmbH, ein Marktfruchtunternehmen. „Es ist jetzt nicht mehr ganz so gravierend. Vor zehn bis 15 Jahren war es deutlich schlimmer“, sagt er. Da kam es öfter vor, dass Hunde sich auf frischen Saaten erleichtert haben. Nachdem er allerdings Hundebesitzer erwischt hat, habe dies Wirkung gezeigt.

Das Problem verunreinigter Felder durch Hundekot kennt auch Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland. „Massiv ist es vor allem im Raum Falkensee, Schönwalde-Glien und Brieselang. Mit Hundekot kann kein Landwirt Qualitätsfutter herstellen. Doch die Qualität des Futters muss 1A sein“, sagt er. In allen Bauernverbänden kenne man das Problem schon lange, vor allem in der Nähe großer Städte. Einige Gemeinden würden zumindest Hundeauslaufplätze anlegen.

Von Andreas Kaatz

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