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Havelland Die Wölfe kommen nach Rathenow
Lokales Havelland Die Wölfe kommen nach Rathenow
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20:10 02.09.2016
Rainer Opolka mit seinen Wölfen vor dem Landtag in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Rathenow

Sie waren bereits in Berlin, in Potsdam und in Dresden zu sehen, nun bringt der Künstler Rainer Opolka sein Wolfsrudel nach Rathenow. Vom 14. bis 17. September macht die Ausstellung „Die Wölfe sind zurück“ Station in der havelländischen Kreisstadt, wo die beeindruckenden Skulpturen auf dem Märkischen Platz stehen werden. „Rathenow ist die einzige Kleinstadt in der ich diese Ausstellung zeige“, erklärte Opolka am Donnerstagnachmittag in einem Pressegespräch mit der MAZ.

Zu dieser Ehre kommt die Stadt, weil sich einige Rathenower direkt an den Künstler wandten und darum baten, die Skulpturen hierher zu holen. „Dass es am Ende tatsächlich geklappt hat, ist aber auch einem tollen Bürgermeister und einer ebenso guten Verwaltung zu verdanken“, betonte Opolka. In Zusammenarbeit mit der Bürgervereinigung „Unser Rathenow. Miteinander. Füreinander.“ und der „Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen“ erklärte sich die Stadt Rathenow bereit, die Ausstellung nach Kräften zu unterstützen. Eine so unkomplizierte Zusammenarbeit und ein solches Entgegenkommen habe er als Künstler bisher nur sehr selten erfahren, so Opolka.

Bis zu 15 000 Besucher pro Tag in Berlin

Der Wahl-Brandenburger hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn sich Hass und Gewalt in der Welt verbreiten? Auslöser dafür waren Bilder von brennenden Asylheimen und Menschen, die angesichts solcher Nachrichten eine Party feierten. „Ich bin es dieser Demokratie einfach schuldig, sie zu verteidigen“, dachte sich Opolka und machte sich an die Arbeit. Er entwarf acht verschiedene Wolfsfiguren – darunter der Mitläufer, der Anführer und der blinde Hasser. Ausgegossen in Bronze, Gusseisen oder Messing entstanden schließlich zum Teil angsteinflößende, aggressive Skulpturen. Dazu stellte Opolka Infotafeln, die über die Entstehung von Hass und Gewalt aufklären.

Bis zu 15 000 Besucher pro Tag zog die Ausstellung auf dem Washington Platz in Berlin Mitte August an. In Rathenow werden es viel weniger sein, dennoch lohnt der Aufwand, ist sich Opolka sicher. Sein Ziel ist es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Nachdenklichkeit zu erzeugen. „Ich möchte nicht einfach Kunst in den Raum stellen, ich möchte darüber reden.“ Deshalb werden er und weitere Mitstreiter vor Ort sein, um Fragen zu beantworten und mit Besuchern zu sprechen. „Ich bin für jede Meinung offen, nur zwei Grundregeln gilt es zu beachten: keine Fäkaliensprache und keine Beleidigungen“, macht der Künstler deutlich.

Eröffnung der Ausstellung am 15. September

Rainer Opolka weiß, dass seine Wölfe teils heftige Reaktionen auslösen. „Diverse Beschimpfungen und Morddrohungen haben wir bereits bekommen. Das ist aber die Ausnahme. Zugleich erfahren wir auch sehr große Zustimmung. In Dresden, einer politisch gespaltenen Stadt, haben uns Menschen zum Beispiel Blumen, Kaffee und Kekse gebracht und sich bedankt“, berichtete der Künstler. Er wünscht sich, dass auch in Rathenow die Besucher der Ausstellung erkennen: Es ist besser, miteinander zu reden, statt Gewalt auszuüben. „Das größte Problem ist, dass die Mitte schweigt“, erklärte Opolka und forderte zugleich eine offene Diskussion. „Natürlich kann man die Politik verbessern, aber sie ist doch nicht schlechter als die Gesamtgesellschaft an sich.“

Die Ausstellung „Die Wölfe sind zurück“ wird vom 14. bis 17. September auf dem Märkischen Platz zu sehen sein. Am 15. September wird Rainer Opolka gemeinsam mit Bürgermeister Ronald Seeger die Ausstellung um 10 Uhr offiziell eröffnen. Kaufen kann man die Wölfe nicht, sie sollen später in den Kunst und Literaturpark Schloss Hubertushöhe Storkow, der noch in Planung ist, kommen. Am Ende der Tour, die im nächsten Jahr noch in Karlsruhe, Nürnberg und anderen Städten Station machen wird, will Opolka einen Wolf zu Gunsten von in Not geratenen Kindern, Ausländern und Deutschen versteigern.

Von Christin Schmidt

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