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Die Wunschliste der Falkenseer

MAZ-Serie Die Wunschliste der Falkenseer

In der MAZ-Serie „Zu Hause in...“ geht es heute um die Wünsche der Falkenseer. Die Umfrage zeigt: Die Leser wünschen sich ein Hallenbad, weniger Staus sowie bezahlbare Straßen und Wohnungen, aber auch gemütliche Cafés und ein belebtes Zentrum.

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Cafés wünschen sich viele: Daniela Scholtyssek (l., 39) aus Brieselang und Ines Neubauer (45) aus Falkensee auf der Terrasse der Bäckerei Thonke. Die beiden Freundinnen treffen sich regelmäßig dort.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Geräuscharme Glascontainer, eine weitere Gesamtschule, eine funktionierende Toilette am Bahnhof, kein Flugbetrieb von Tegel, mehr Angelservice, keine Kreisgebietsreform, mehr Geschwindigkeitskontrollen, S-Bahn sofort, mehr Hundetoiletten – die Wunschliste der Leser ist lang und vielfältig. Die MAZ hatte die Falkenseer im Vorfeld der Serie „Zu Hause in...“ nach dem Leben in ihrer Stadt gefragt.

Die größte Umfrage-Einigkeit herrscht in Falkensee bei dem Thema Hallenbad. Als Einzelmeinung fällt da ein Zettel mit „Kein Schwimmbad“ auf, hunderte andere sehen das nicht so. Überwältigend das Ja zum Hallenbad – jetzt, bald, zu erschwinglichen Preisen, mit Sauna, lange Öffnungszeiten, damit auch Werktätige das Bad nutzen können. „Bitte nicht so lange warten, ich möchte das noch erleben“, schreibt ein Leser der anonymen Umfrage.

Bei anderen Themen gehen die Meinungen dagegen schon auseinander: „See-Carré ja“ steht dem „See-Carré nein“ gegenüber. Das große Einkaufszentrum ist umstritten. Viele wünschen sich eine belebte Innenstadt. „Wir hätten gern eine Stadt mit Stadtkern“, schreibt ein Leser, dazu zählen nette Cafés, die zum Verweilen einladen.

In Falkensee wird jede Lücke bebaut

In Falkensee wird jede Lücke bebaut. Nicht jedem passt das.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Dabei scheiden sich nicht nur am See-Carré die Geister. Ebenso munter gehen die Meinungen bei anderen Themen auseinander: Mehr Parkplätze – weniger Parkplätze, neue Stadthalle ist zu clean – neue Stadthalle ist prima, endlich Nordumfahrung – keine Nordumfahrung ist zu lesen.

Erwartungsgemäß ist der Bereich Verkehr einer, der viele bewegt. Viel Kritik hagelt es für schlechte oder fehlende Rad- und Gehwege (vor allem an der Falkenhagener Straße, am Havelländer Weg, an der Potsdamer Straße) und für die hohen Kosten im Anliegerstraßenbau. Unverständnis herrscht darüber, dass der Havelländer Weg nicht ausgebaut wird. „War schon mal 1997 geplant und genehmigt“, schreibt ein Leser, „wurde durch die Zählgemeinschaft verhindert.“ Ganz viele Zuschriften befassen sich mit der staugeplagten Spandauer Straße. Und vielleicht gäbe es weniger Autos auf dieser Straße, wenn der Wunsch dieses Leser umgesetzt würde: „Mehr Arbeitsplätze (pendeln nervt).“

Ein großer Teil der MAZ-Leser, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sorgt sich um den grünen Charakter der Gartenstadt Falkensee. „Zu viel Fällgenehmigungen“ und „Zu wenig Nachpflanzungen“ werden kritisiert. Mancher wünscht sich, dass von der Stadtverwaltung mehr Grüngestaltung vom Bürger vor dem Grundstück zugelassen wird und verweist auf tolerante und kreative Erfahrungen aus Staaken.

Mit dem vielen Grün haben aber auch manche ihre Sorgen. So fordert ein Leser ein, dass die Meinungen und Verschläge der Bürger mehr beachtet werden. Als Beispiel nennt er vor allem das leidige Thema der Laubentsorgung bei den zur Stadt gehören Bäume durch die Anlieger.

„Falkensee soll Gartenstadt bleiben, es soll nicht alles zubetoniert werden“, steht in einer Zuschrift. Ähnlich sehen es viele Befragten, aber auch hier klaffen die Meinungen auseinander. Viele fordern mehr sozialen Wohnungsbau, bezahlbaren Wohnraum, auch für junge Leute. Andere meinen jedoch, das Boot sei voll. „Bevölkerungswachstum ist nicht alles, sonst könnte man gleich in Berlin bleiben“, wertet ein Leser zu der Situation.

Insgesamt wird aber bei aller Kritik und allen Anregungen auch immer wieder betont, wie gut es sich in der Stadt Falkensee lebt. „Ich freue mich sehr, wie sich Falkensee in den letzten 25 Jahren positiv verändert hat“, schreibt eine Leserin und schränkt das Lob dann ein bisschen ein: „Schade, dass Spray-Schmierfinken keine Achtung vor privaten und öffentlich geschaffenen Werten haben. Ich möchte gern in einer sauberen und gepflegten Stadt leben.“

Von Marlies Schnaibel

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