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Die Zeitumstellung ist harte Arbeit

An der Uhr drehen Die Zeitumstellung ist harte Arbeit

Eine Stunde länger schlafen am Sonntag – nicht für alle ist das eine geschenkte Stunde. Vor allem in den Uhrengeschäften bedeutet das zusätzliche Arbeit.

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Per Hand dreht Sandra Marks viele Uhren im Falkenseer Geschäft der Firma Kunze eine Stunde zurück.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Wenn es nach Landwirt Peter Kaim geht, würde es die Zeitumstellung von 3 zurück auf 2 Uhr in der Nacht zum Sonntag nicht geben. Es würde überhaupt nie mehr eine Zeitumstellung geben. Denn: „Man sollte das abschaffen, weil es nichts bringt. Außer ein Durcheinander, vor allem bei den Tieren“, sagt der Mann, der in Ribbeck einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 135 Milchkühen betreibt. In der Havellandhof Ribbeck GbR werden die Tiere behutsam an das spätere Melken gewöhnt: „Wir machen das über zwei Tage. Also statt um 3 Uhr etwa um 3.30 Uhr“, so Kaim. So kann auch die Melkerin etwas länger schlafen.

Bei seinem Kollegen Uwe Bublitz, Chef in der Genossenschaft Wachower Landwirte, müssen die Kühe die geschenkte Stunde einfach aushalten. „Wir reagieren wenig bis gar nicht auf die Zeitverschiebung“, so Bublitz. „Das verkraften die Tiere recht schnell, auch wenn sie eine inner Uhr haben und wissen, wann normalerweise gemolken wird.“ Deshalb würden viele der insgesamt 350 Milchkühe Sonntagmorgen bestimmt wieder vor der Melkmaschine Schlange stehen. „Die Euter sind dann um etwa ein Zwanzigstel voller.“ Aber nach zwei Tagen pegele sich alles wieder ein.

Etwas mehr Stress steht den Uhrmachern und den Angestellten in den Schmuck-und Uhrenläden bevor. Dort heißt die Devise: Handarbeit. Jedenfalls bei den Uhren, die nicht per Funk gesteuert werden. „In unseren Filialen in Elstal, Falkensee, Brieselang und im Outlet-Center sind es etwa 100, die wir per Hand umstellen“, weiß Isabelle Kunze vom gleichnamigen Uhrenhaus Kunze. Damit das nicht zu lange dauert, haben die Mitarbeiter und Azubis schon mit den Uhren begonnen, die als Neuware angeliefert wurden. „Wenn die ausgepackt und mit Batterien versehen werden, stellen wir gleich eine Stunde zurück, so dass es ab Sonntag alles stimmt“, so Isabelle Kunze. Natürlich gebe es in allen Kunze-Geschäften weit mehr als 100 Uhren, aber nicht alle seien aktiviert.

Keine Sorgen müssen sich die Verwaltungen im Osthavelland machen. Sowohl in Nauen, in Falkensee, Friesack und Schönwalde-Glien stellen sich die Rathausuhren von selbst. „Bei uns läuft alles auf Funkbasis“, sagte Falkensees Stadtsprecherin Marie Fredrich. „Sowohl die große Uhr am Rathaus als auch alle im Bürgeramt.“ Allerdings räumte sie ein, dass die Rathausuhr hin und wieder mal fünf Minuten vor oder nach ging. Das soll aber inzwischen behoben worden sein.

Sogar 30 Minuten ging die Funkuhr am Friesacker Rathaus lange Zeit nach, sagte Sonja Eisenberger von der Stadtverwaltung. Dann sei es gelungen, per Fernwartung die Zeitanzeige wieder richtig zu justieren. „Jetzt geht sie auf die Minute richtig und stellt sich auch automatisch eine Stunde zurück“, ist sie sich sicher.

Etwas mühevoller wird die Umstellung auf Winterzeit in der Seegefelder Kirche in Falkensee ablaufen. Dort müssen die Zeiger der Turmuhr noch per Hand verändert werden, wie Pfarrerin Gisela Dittmer weiß. „Bei uns kümmert sich Uhrmacher Reinhard Quickert seit 1997 um die Uhr.“ Der Falkenseer muss die Kirchenuhr, die jeden Tag aufgezogen werden wird, sowie reparieren, „weil jüngst die Steuerung ausgefallen ist“, wie er erklärt. Er klettert schon am Samstagabend rauf und stellt eine Stunde zurück“. Denn zum Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr sollte die Kirchenuhr richtig gehen, damit die Leute nicht schon um 9 Uhr vor der Tür stehen.

Während es an der Nauener St.Jacobi-Kirche eine Funkuhr gibt, müssen die Bewohner von Wernitz auch nicht darüber nachdenken, wer ihre Kirchenuhr wann umstellt. Die ist seit gefühlt zehn Jahren kaputt und zeigt immer zehn Minuten vor Zwölf an.

Von Jens Wegener

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