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Die Zukunft des Schlosses immer im Blick

25 Jahre Verein Historisches Paretz Die Zukunft des Schlosses immer im Blick

In den vergangenen 25 Jahren hat der Verein Historisches Paretz viel für das berühmte Schloss im Ort und für das gesamte Ortsbild getan. Bei einer Festveranstaltung am Wochenende blickte man zurück, aber auch nach vorn.

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Bei der Festveranstaltung im Saalgebäude des Schlosses Paretz.

Quelle: Wolfgang Balzer

Paretz. Es war ein trauriger Anlass, zu dem sich die rund 100 Teilnehmer der Festveranstaltung zur Gründung des Vereins Historisches Paretz vor 25 Jahren am Sonnabend von den Plätzen erhoben. Vor seiner Festansprache bat Vereinsvorsitzender Matthias Marr mit bewegenden Worten, in einer Schweigeminute der Opfer der Terroranschläge von Paris zu gedenken. Still wurde übergeleitet zur „Paretzer Suite“, einer Komposition von Gisbert Näther, die im Juli 2015 von der Potsdamer Orchesterwoche in Paretz unter anderem mit dem Lieblingswalzer und dem Lieblingschoral von Königin Luise uraufgeführt worden war. Um dieses Schloss, das in DDR-Zeiten mehrfach zu anderen Nutzungszwecken umgebaut wurde, ging es auch in der Festrede von Schlossbereichsleiter Matthias Marr, der den Verein Historische Paretz (VHP) seit seiner Gründung am 15. November 1990 bis zum Jahre 2003 leitete und in diesem Jahr erneut zum Vorsitzenden gewählt wurde. Allerdings war in der ersten Form der Satzung als Vereinsziel die Erhaltung und Wiederherstellung des historischen Ortsbildes von Paretz genannt. Erst später sei die Satzung auch auf kulturelle Veranstaltungen erweitert worden, informierte Marr. So sollten möglichst viele Bürger auf behutsamem Wege an die Paretzer Geschichte herangeführt werden. Die ist ganz fest mit dem Schloss verbunden. „Gleichzeitig tobte im Wortsinn der Kampf um das Schloss und seine Zukunft“, erinnerte Marr in seiner Festschrift. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass Schloss bereits im Zuge der Gründung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) in diese einzubringen. Allerdings habe ein Spitzenbeamter des Bonner Innenministeriums das Schloss besichtigt, es als Fass ohne Boden bezeichnet und damals noch die beabsichtigte Eingliederung verhindern können. Es war in all den Jahren nach der politischen Wende ein überaus zähes aber auch beharrliches und schließlich auch erfolgreiches Ringen des Vereins um die Wiederherstellung und Erhaltung des Ortsbildes und damit auch des Schlosses. Dabei blieben Rückschläge nicht aus, wurde deutlich. Nach elf mühsamen Jahren konnte auch der Verein ein denkwürdiges Ereignis feiern: Am 30. September 2001 wurde das Schloss eingeweiht und ist seit dieser Zeit des unermüdlichen Vereinswirkens aus dem kulturellen Leben der Stadt Ketzin/Havel nicht mehr wegzudenken. Andererseits wäre das Schloss ohne die Kommune nicht das, was es heute ist, würdigte Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der SPSG. Der Einsatz des Vereins habe sich gelohnt, heute gehöre das Schloss zum Profil des Havellandes, sagte er während der Festveranstaltung, auf der auch Landrat Burkhard Schröder (SPD) dieses Engagement lobte. Es gebe im Landkreis mehrere Vereine, die sich um denkmalerhaltende Maßnahmen kümmerten, aber keiner so erfolgreich wie der VHP.

Für Bürgermeister Bernd Lück (FDP) ist es wichtig, dass der Verein sich nicht nur um das Schloss sondern auch das Ortsbild und die Erhaltung historischer Bauten kümmere. So gelang es bereits am Anfang des Wirkens, die historische Mehlwaage und das Spritzenhaus als Schmuckstücke denkmalgerecht zu sanieren. Aus der Vielzahl der Aktivitäten wurden aber auch historische Objekte genannt, die heute im Ort gleichfalls zu Touristenmagneten wurden, wie das Pumpenhaus an der Schleuse zur Industriegeschichte und der historische Eiskeller. An allen Objekten hätten sich Vereinsmitglieder ganz persönlich engagiert, wobei die finanziellen Belange nicht selten so manches überlagert hätten. Matthias Marr erinnerte deshalb unter anderem an die finanzielle Unterstützung des Sutter-Telefonbuchverlages, an Ruth Cornelsen und die Cornelsen-Kulturstiftung mit Hilfe für die historischen Tapeten und viele andere, die die Tätigkeit mit kleineren und größeren Geldspenden unterstützten, darunter auch viele Paretzer.

Zu so viel ehrenamtlichem Engagement in 25 Jahren Vereinsgeschichte gehören Würdigungen. So wurden unter anderem die langjährigen Paretzer Mitglieder Jutta Heidemann als treue Unterstützerin und Horst Oberländer als Gründungsmitglied, langjähriger Vorstand und Netzwerker, sowie Hans Wolfgang Keil als Gründungsmitglied und für seine langjährige Arbeit im Vorstand geehrt.

Von Wolfgang Balzer

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