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Die anderen Museumsschätze

Falkensee Die anderen Museumsschätze

Beim Rundgang durchs Falkenseer Depot entdeckten die Gäste bei der Aktion „Feuer und Flamme für die Museen“ Dinge, die man in den Ausstellungen nicht zu sehen bekommt. Darunter seltene Bierseidel mit Stadtwappen.

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Gabriele Helbig (2.v.l.) führte die Gäste durchs Haus.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Mit allerlei Neuigkeiten überraschte die Leiterin des Museums Falkensee, Gabriele Helbig, die Besucher am Sonnabend beim Rundgang durchs Depot. Sie präsentierte einen Fast-Nobelpreisträger und erzählte eine kuriose Geschichte über Butterbrotpapier.

„Heute, am Tag der Museen, zeigen wir Ihnen, was man in der ständigen Ausstellung unseres Museums nicht sieht. Wir sammeln alles mit einem konkreten Bezug zu Falkensee. Etwa Bierseidel mit dem Stadtwappen. Sie wurden von Volkseigenen Betrieben zu Arbeitsjubiläen verschenkt. Das gehört zur Kulturgeschichte des Ortes.“ Prunkstück ist ein Krug zur Erinnerung an den Bau einer Erdgastrasse; er sieht aus wie russische Lackmalerei, ist aber aus Keramik.

Vor einigen Monaten erhielt das Museum den Nachlass von Paul Gerhardt Seeger (1903-1991). Der Arzt und Forscher ist einigen alteingesessenen Falkenseern im Gedächtnis geblieben. Waltraud Harms erinnerte sich an ihn: „Ich bin mit seinen Töchtern zur Schule gegangen“, sagte sie im Depot, als sie vor einer Kiste mit medizinischen Instrumenten stand.

Ein Sessel des Wissenschaftlers ist derzeit beim Restaurator. Die Freude über Paul Gerhardt Seegers Hinterlassenschaft war auch deswegen so groß, weil er ein berühmter Mediziner an der Charité war. Für seine Arbeiten in der Krebsforschung wurde er 1979 und 1980 für den Nobelpreis vorgeschlagen. Neben seiner Tätigkeit in Berlin behandelte Seeger in Falkensee weiterhin seine Patienten quasi nach Feierabend.

Nicht weniger als 26 000 Aufnahmen des Fotografen Hans Krüger aus Falkensee liegen im Depot; fachgerecht sortiert in säurefesten Kartons. Die Frau des Fotografen kümmerte sich zu DDR-Zeiten um das Kaufmännische und das Bildarchiv. Dafür nähte sie Taschen für die Negative mit der Nähmaschine, und zwar aus Butterbrotpapier. „Ob eine alte Zeitungsmeldung mit einer Beschwerde über den Engpass von Butterbrotpapier mit der Tätigkeit von Frau Krüger zu tun hat, weiß ich nicht mit Sicherheit. Wäre aber denkbar“, sagte Gabriele Helbig und beleuchtete damit eine Facette des DDR-Alltags.

Sehr beliebt bei den Falkenseern ist die Ansichtskarten-Sammlung des Museums, darunter auch alte Fotografien vom Gutshaus. Es stand nahe der Seegefelder Kirche im heutigen Gutspark und gehörte der Familie von Ribbeck. Das Gebäude wurde 1960 abgerissen.

„Für noch mehr Fleischwölfe, Bügeleisen, und Kaffeemühlen ist definitiv kein Platz mehr“, so Helbig in den ehemaligen Garagen, die als Depot ausgebaut wurden. Dort ist die komplette Sammlung des Museums untergebracht. Sie wurde schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Ortschronist Friedrich „Fritze“ Müller aufgebaut. Am Ende flackerten Fackeln im dämmerigen Garten des Museums und machten den Abend perfekt.

Von Judith Meisner

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