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Havelland Die angekündigte Zerstörung
Lokales Havelland Die angekündigte Zerstörung
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00:25 08.06.2015
Nur noch Trümmer: Karsten Ziehm begutachtet nach Durchfahrt der Kolonne die Schäden. Quelle: M. Kniebeler
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Havelland

Den ganzen Tag lang waren in Etappen etwa 180 Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs, ein Großteil davon Schützenpanzer, die mit ihren schweren Ketten die Schäden verursachten.

Vor allem Verkehrsinseln mit ihren verengten Fahrbahnen wurden beschädigt. Zertrümmerte Bordsteine und herausgerissene Pflastersteine säumten den Weg der Kolonne. Selbst auf gerader Strecke rissen die Kettenfahrzeuge Asphaltteile aus der Oberfläche.

Karsten Ziehm, Leiter der Rathenower Straßenmeisterei, war entsetzt, als er am Vormittag die Bilanz einer ersten Inspektionsfahrt zog – da hatte gerade mal ein Drittel der Militärfahrzeuge die Strecke passiert. „Es gibt kaum eine Verkehrsinsel auf der Strecke, die nicht erheblich beschädigt worden ist“, sagte er. Besonders in Mitleidenschaft gezogen worden seien die Anlagen in Hohennauen und Rhinow, so Ziehm. Allein den Schaden an der Verkehrsinsel am nördlichen Ortseingang von Rhinow bezifferte Ziehm mit gut 10.000 Euro. Besonders ärgerlich: Die Anlage ist noch nicht einmal ein halbes Jahr alt.

Im Vorfeld der Übung hatte Ziehm die Verantwortlichen der Bundeswehr inständig gebeten, von der gewählten Route Abstand zu nehmen – ohne Erfolg. „Den Mitarbeitern der Straßenmeisterei war klar, dass die Panzer die Engstellen nicht schadlos passieren können“, sagte er. Und auch die Bundeswehr sei nicht naiv. Aber offenbar seien Beschädigungen bei einer solchen Übung einkalkuliert.

281-Kilometer-Tour

An dem Manöver waren 180 Fahrzeuge und 1000 Soldaten beteiligt. Gestartet war die Fahrt am Morgen auf dem Truppenübungsplatz in Brück. Es ging über die A 9 und A 10 bis zur Abfahrt Spandau auf die B 5.
In Friesack bog der Tross auf die L 17 ab, passierte Kleßen und Stölln, fuhr vor Rhinow auf die B102, durchquerte Rhinow und Hohennauenundüberquertehinter Hohennauen die Havel.
Ziel der 281 Kilometer langen Tour war der Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide (Altmark).

Für die Behebung ist der Verursacher verantwortlich, also die Bundeswehr. Ein Schadensoffizier dokumentiere die Beschädigungen, erklärt Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen. Zur Kontrolle seien die Mitarbeiter der Straßenmeistereien unterwegs, um ihrerseits eine Schadensbilanz zu erstellen. Die beiden Auflistungen würden dann abgeglichen und irgendwann gebe die Bundeswehr dann das Geld für die Reparatur frei.

Dass das nicht von heute auf morgen passiert, ist hierzulande noch gut in Erinnerung. Im November richteten Bundeswehrpanzer beim Manöver große Schäden an havelländischen Straßen an. Vor allem auf der B 5 hat es Bordsteine und Verkehrsinseln erwischt. Gesamtschaden: rund 100.000 Euro. Geflossen ist das Geld für die Reparatur noch nicht. Was in diesem Fall zynischerweise sogar etwas Gutes hat. Auf der B 5 wurden am Freitag wieder allerhand kaputt gefahren. Die Reparatur der alten und neuen Schäden kann somit in einem Aufwasch erledigt werden.

Von Markus Kniebeler

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