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Die nächsten Wölfe kommen bestimmt

Rathenow Die nächsten Wölfe kommen bestimmt

Als Vorstandsmitglied des Jagdverbandes Rathenow hat sich Carsten Czeski als Wolfskundiger schulen lassen. Er kann und soll nun mutmaßliche Kontakte oder Spuren erfassen und bewerten. Was Wölfe betreffe, sei es derzeit relativ ruhig, berichtet er. Das könne aber zum Herbstende/Winterbeginn anders werden, wenn die halb erwachsenen Jungen von ihrem Rudel vertrieben werden.

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Carsten Czeski vom Jagdverband Rathenow hat an einer Schulung teilgenommen und darf sich nun Wolfskundiger nennen.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Carsten Czeski, Vorstandsmitglied des Jagdverbandes Rathenow, würde von allein seine neue Zusatzqualifikation gar nicht groß hinausposaunen. Im Sinne seines Verbandes hat er an einer Schulung teilgenommen, darf sich nun Wolfskundiger nennen und in diesem Sinne tätig werden. Ihm sind Kenntnisse vermittelt worden, damit er fachkundiger als viele andere Leute mutmaßliche Wolfssichtungen erstmals erfassen und beurteilen kann.

Was die Anwesenheit von Wölfen im Raum Rathenow betreffe, stellt Carsten Czeski fest, gebe es gegenwärtig nichts Spektakuläres zu berichten. Der Wolf sei da, ja. Hier und da gebe es mal eine Sichtung, Vermutung, Spuren oder Hinterlassenschaften. Aber im Großen und Ganzen sei es eher ruhig. Im letzten Dezember allerdings, das gibt der Wolfskundige zu, da sei halb Rathenow-West in Aufregung gewesen.

An zwei Tagen Meldungen von mehr als 30 Wolfssichtungen

Da habe es an zwei Tagen mehr als 30 Meldungen über Wolfssichtungen im Stadtteil gegeben, in dem auch er sein Wohnhaus hat. „Meine Nachbarin“, zeigt Carsten Czeski nach Gegenüber, „hat plötzlich auf der Straße vor einem Wolf gestanden, der ist hier einfach den Weg lang gekommen.“ Er selbst habe in jener Zeit sechs Blätter zur Ersterfassung möglicher Wolfsaktivitäten ausgefüllt.

Unter dem Titel „Monitoring Wolf“ hat der Landesjagdverband Brandenburg mehrere Formulare drucken lassen, auf denen Sichtbeobachtungen, Fotos, Spuren oder Losungsfunde dokumentiert werden können. Die könnte theoretisch jeder Interessierte selbst ausfüllen, aber wenn ein Wolfskundiger mit dabei ist, kann das doch wohl nicht schaden. Abgesehen von den genannten sechs Fällen, hat Carsten Czeski nicht so viele Vorkommnisse zu bearbeiten gehabt. Im Dezember habe ein Jagdkollege von einer Sichtung im Revier Steckelsdorf berichtet, sagt er. Im März seien Spaziergänger bei Steckelsdorf auf einen Rehkadaver gestoßen. Aber weil nur noch ein paar Knochen übrig waren, sei nicht mehr eindeutig festzustellen gewesen, ob ein Wolf beteiligt war.

Czeski: „Wir wollen keine Angst verbreiten, aber der Wolf ist hier“

Im Milower Land habe im Juni ein Landwirt ein halb gefressenes Kalb gemeldet, teilt er mit. Aber weil es sich um ein Nutztier handelte, sei er dann nicht in das Verfahren einbezogen worden. „Wir wollen keine Angst verbreiten“, betont Carsten Czeski, „aber klar ist, dass der Wolf hier ist.“ Höchstwahrscheinlich kämen welche vom Truppenübungsplatz Klietz herüber.

Mit Fotos nachgewiesen ist dort ein Rudel, das im vergangenen Jahr fünf Junge hatte. Es gibt außerdem die Vermutung, dass das Paar kürzlich wieder Junge bekam – doch ein handfester Nachweis existiert dafür bislang nicht.

Bis Herbstende/Winterbeginn tragen die nun schon großen Jungen vom Vorjahr zur Ernährung des neuen Wurfes bei. Dann werden sie aus dem Rudel vertrieben. „Sie müssen sich ein neues Revier suchen“, teilt Carsten Czeski mit, „wenn sie von den Alten verscheucht werden.“ Für ihn selbst sei die Wahrscheinlichkeit klar vorhanden, dass sich in dieser Zeit dann wieder in der Nähe von Rathenow oder in Randgebieten der Stadt Wölfe blicken lassen.

Von Bernd Geske

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