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Havelland Die schönen Nackten in der Kunst
Lokales Havelland Die schönen Nackten in der Kunst
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00:47 14.03.2018
Hermann Lüddecke und seine Bilder: Mit malerischer Finesse und erotischen Effekten. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Nackt. Üppig. Erotisch. So viel geballte Sinnlichkeit war lange nicht im Falkenseer Museum zu sehen. Jetzt ist sie da: Auf den Leinwänden, die der Falkenseer Hermann Lüddecke mit seinen Frauenwelten bemalt. Die Ausstellung „Kraft und Anmut“ wurde am Freitagabend im Museum eröffnet. Es ist eine gelungene Hommage an den Maler, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag gefeiert hat.

Erotische Fantasie

Hermann Lüddecke ist sich treu geblieben. Seit Jahrzehnten hechelt er keiner Mode, keinem Trend hinterher. „In seiner erotischen Fantasie ist er erstaunlich monogam“, beschrieb sein Künstlerfreund Jaromir Trybovsky die Malerei. Trybovsky lobte das hohe malerische Können – gekonnt modellierte Figuren, starke plastische Wirkung: „Das können nicht viele.“ Ein lobendes Urteil, dem auch neidlos viele der Falkenseer Malkollegen zustimmen, die zur Eröffnung der Ausstellung gekommen waren.

Sprach zur Eröffnung: Jaromir Trybovsky Quelle: Marlies Schnaibel

Dabei wäre der Kunstwelt dem Maler Hermann Lüddecke vor einigen Jahrzehnten fast abhandengekommen. Geboren in Falkensee, ging die Familie nach Westberlin, wo Hermann Lüddecke an der Hochschule für Bildende Künste studierte.

Vergötterung der abstrakten Malerei

Der damals im Westen vorherrschenden Vergötterung der abstrakten Malerei konnte Lüddecke nichts abgewinnen. Er wollte realistisch, gegenständlich malen, sah seine Vorbilder in der Renaissance, bewunderte die Malerei von Jean Auguste Dominique Ingres. Aber damit war damals an der Hochschule nichts zu machen. Lüddecke schmiss hin und wechselte zur Technischen Universität, er studierte Architektur, war lange Lehrbeauftragter für Entwerfen an der TU.

Gleichgesinnte im Künstlersonderbund

Aber die Malerei kam wieder zu ihm. Im Künstlersonderbund fand er Gleichgesinnte. Ab 1976 arbeitete er freischaffend als Architekt und als Maler. Nach der Wende zog er nach Finkenkrug ins Elternhaus, richtete sich dort unterm Dach ein Atelier ein. Bis heute hat ihn sein Lieblingsmotiv nicht verlassen: Nackte, üppige Frauen. Es sind makellose Schönheiten ohne Falten und Beulen. „Ach, Realismus ist doch was für Doofe“, sagt er an der Stelle und lacht.

Kraft und Anmut

Lüddecke schafft Fantasiewelten, oft mit mythologischen Bezügen und ironischen Zitaten. Bis heute verfährt er so. Mit dem Bild „Kraft und Anmut“, das er in diesem Jahr gemalt hat, setzt er seine Art zu malen fort. Das Bild zeigt einen Gorilla mit Banane hinter einer schönen Frau, die sich rote Strümpfe anzieht.

Lüddeckes Bilderwelt im Falkenseer Museum. Quelle: Marlies Schnaibel

Virtuose malerische Technik, einprägsame Bildkompositionen, erotische Effekte – sie machen die Malerei von Hermann Lüddecke aus. Dabei hat er für seine Bilder in der Vergangenheit viel Zustimmung erfahren. Von Männern wie von Frauen. Manchmal, aber ganz selten, musste er die Bilder abhängen. So in einem Pariser Hotel, wo sie einem Manager des Hauses zu freizügig erschienen.

Bei der Ausstellungseröffnung hatte Jaromir Trybovsky gar nicht so viele Worte verloren: „Sie haben ja selbst Augen zum Sehen“, sagte er. Und: „Zu wem diese Arbeiten nicht ohne Gebrauchsanweisung sprechen, für den sind sie nicht gemacht.“ Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 13. Mai.

Von Marlies Schnaibel

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