Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Die traurige Drogenbeichte einer jungen Mutter
Lokales Havelland Die traurige Drogenbeichte einer jungen Mutter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 20.03.2017
Crystal Meth kann starke psychische und körperliche Schäden hinterlassen. Quelle: dpa
Nauen

Mit 13 Jahren fing sie an zu kiffen, mit 15 nahm sie das erste Mal Ecstasy. Als Franziska J. 16 war, begann sie regelmäßig Crystal Meth zu konsumieren – über Jahre hinweg nur am Wochenende. Sie machte einen Realschulabschluss, absolvierte das Fachabitur und bestand ihre Ausbildung zur Erzieherin. „Gekifft habe ich täglich, Crystal war für mich erst einmal nur eine Wochenenddroge. Als ich dann nach zwei Jahren in meinem Job arbeitslos wurde, habe ich täglich Crystal Meth konsumiert“, so die 27-Jährige.

Bis zu 2 Gramm am Tag

Bis zu zwei Gramm habe sie am Tag zu sich genommen, das Geld wurde schnell knapp. Damit begann auch ihre kriminelle Karriere. Wegen eines Einbruchs in ein Auto, des Diebstahls eines Rucksacks, der unter anderem Handy, Geldbörse und einen E-Reader enthielt, am 6. August 2015 sowie eines versuchten Betrugs musste sie sich am Montag vor dem Nauener Amtsgericht verantworten.

„Zu dieser Zeit lebte ich in einer Berliner Einrichtung und hatte neben den Drogen ein Problem mit dem Glücksspiel. Gemeinsam mit meinem ebenfalls süchtigen Freund bin ich bewusst in den ländlichen Raum gefahren, um an Geld zu kommen“, so die junge Frau. Im Nauener Ortsteil Berge fand sie einen unverschlossenen Kleinwagen vor und nutzte die Gelegenheit. „Aus dem Rucksack, den ich aus dem Wagen gestohlen habe, nahm ich lediglich die EC-Karte und den Ausweis aus dem Portemonnaie. Den Rest haben wir weggeworfen oder verbrannt.“ Einige Tage später ist die damals stark Drogenabhängige in eine Filiale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Großziethen gegangen und hat sich unter Vorlage der gestohlenen Dokumente 1500 Euro auszahlen lassen.

Geburt der Tochter bringt sie auf den richtigen Weg

Erst die Geburt ihrer kleinen Tochter 2016 konnte Franziska J. nach rund drei Jahren des täglichen Konsums ganz und gar von der gefährlichen Droge Crystal Meth, die starke psychische und körperliche Schäden hinterlässt, wegbringen.

Heute ist die 27-Jährige stationär in einer Therapieeinrichtung in Sachsen-Anhalt untergebracht, besucht regelmäßig ihre Eltern und muss ihre Drogenabstinenz immer wieder unter Beweis stellen. „Ich habe noch nie etwas Schöneres erlebt, als das Gefühl Mutter zu sein, mein Verantwortungsgefühl hat sich komplett verschoben. Ich bin jetzt nicht mehr nur für mich selbst verantwortlich.“ Die Beziehung zu ihrem ebenfalls abhängigen Freund, dem Vater ihres Kindes, stellt J. indes in Frage. „Er sitzt zurzeit im Gefängnis. Wenn er sich Mühe gibt, darf er sich auch weiterhin in mein Leben einbringen, aber sollte er rückfällig werden, hat die Beziehung keinen Sinn mehr – ich kann ihn nicht retten“, so die 27-Jährige, die nach ihrer stationären Drogentherapie bereits einen Platz in einer Mutter-Kind-Einrichtung sicher hat.

Vor dem Nauener Amtsgericht gestand die junge Mutter die Taten ein und verpflichtete sich dazu, sowohl der Geschädigten aus Berge 1000 Euro für die entwendeten Wertsachen, als auch 1500 Euro an die Sparkasse zurückzuzahlen. Unter diesen Umständen wurde die Anklage für zwei Jahre zurückgestellt. In dieser Zeit darf J. weder erneut straffällig werden, noch Drogen konsumieren und muss das Nauener Gericht über ihre Therapie auf dem Laufenden halten.

Von Laura Sander

Seine Gemälde sind nicht kopierbar und können nicht gefälscht werden. Sie sind das Ergebnis einer ungewöhnlichen und weltweit einzigartigen Maltechnik. Am Sonnabend wurde in Zachow eine Kunsthalle mit Joachim Matz Werken eröffnet

23.03.2017

Chinesenbärte? Dieses wie auch die Themen Waldbau, Eichen, Steuerfragen und Wildschäden standen am Wochenende in der Waldbauernschule auf dem Stundenplan. 17 Waldbesitzer und Interessierte waren da – auch die MAZ vor Ort in Grünefeld im Havelland.

23.03.2017

Ein 29 Jahre alter Somalier ist am Sonnabend von einem Landsmann (26) erstochen worden – die Bluttat wurde offenbar von einer fest installierten Videokamera aufgezeichnet. Sicherheitsexperten machen sich seit einiger Zeit Sorge wegen zunehmender Spannungen innerhalb der Asylbewerberheime in Brandenburg

19.03.2017