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Die verrückten Weiber von Priort

25 Jahre Awo-Ortsverein Priort/Buchow-Karpzow Die verrückten Weiber von Priort

Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt bringt sich sowohl in Priort als auch in Buchow-Karpzow seit 25 Jahren in das Dorfleben ein. Ebenso lange an der Spitze steht Christa Lagenstein aus Priort.

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Der Vorstand des Ortsvereins: Mariannne Skowrnowski, Ella Fogt-Müller, Christa Lagenstein, Gisela Prömel, Barbara Braun, Charlotte Wolf und Friedegund Mantey (v.l.).

Quelle: Tanja M. Marotzke

Priort/Buchow-Karpzow. „Wir könnten eigentlich auch Witwenverein heißen, aber das wollen wir denn doch nicht“, sagt Marianne Skowrnowski und lacht. Die 66-Jährige gehört zu den Urgesteinen des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt Priort/Buchow-Karpzow, obwohl sie inzwischen in Ketzin/Havel zu Hause ist. Deshalb aber die lustige Truppe der älteren Damen zu verlassen, kommt ihr nicht in den Sinn.

Weder sie noch vier Vereinsvorsitzende Christa Lagenstein hätten sich träumen lassen, dass der kurz nach der Wende ins Leben gerufene Ortsverein aus Priorter und Buchow-Karpzowern bis heute existiert und das Leben in beiden Dörfern mitbestimmt. „Vor 25 Jahren kamen Awo-Leute aus Haselhorst zu uns und fragten, ob wir nicht einen Ortsverein gründen wollten. Es gab viele Treffen, Gespräche und ein Schulung in Wünsdorf, wo wir erfuhren, wie ein Verein funktioniert. Dann haben wir es im Juni 1991 vollzogen. Beim Start gehörten sechs Frauen und ein Mann zum Vorstand“, erinnert sich Christa Lagenstein.

Die heute 64-Jährige aus Priort war damals noch berufstätig, wie fast alle Mitglieder. Neben ihrer Arbeit das Vereinsleben zu organisieren, war nicht immer leicht, aber „ich hatte ja viele Helfer“, sagt sie rückblickend. Zu Hoch-Zeiten hatte der Verein 50 Mitglieder, die am geselligen Leben in beiden Dörfern teilhaben wollten. Ob Frauentage, Faschings, Weihnachtsfeiern oder Grillnachmittage – die Awo-Truppe stellt etwas auf die Beine, selbst kleine Pannen können sie nicht abschrecken: Bei der Weihnachtsfeier vor drei Jahren kam das Mittagessen nicht rechtzeitig. Alle waren hungrig und warteten auf die Entenkeule. Also wurde das Kaffeetrinken vorgezogen und um 16 Uhr dann die Ente gegessen.

Bei allen Aktivitäten kommt dem Verein zugute, dass er die heutigen Dorfgemeinschaftshäuser in Priort und Buchow-Karpzow kostenfrei nutzen darf. „Wir freuen uns auch über finanzielle Hilfen von der Gemeinde Wustermark für bestimmte Veranstaltungen“, so die Vorsitzende. Von den 30 Euro Jahresbeitrag der derzeit etwa 30 Mitglieder allein, wäre das nicht machbar. Um Geld in die Vereinskasse zu bekommen, sind die Frauen aus Priort und Buchow-Karpzow bei Trödelmärkten im Ort mit einem Stand dabei oder auch beim Dorffest in Falkenrehde.

„Im Laufe der Jahre sind wir älter geworden, viele Männer leider verstorben, so dass jetzt bei den Feiern nur noch Frauen tanzen“, erklärt Marianne Skowrnowski. Dafür gibt es öfter mal ein Hut-Modenschau. „Die Hüte sind zu unserem Markenzeichen geworden. Besonders die Vorstandsmitglieder tragen immer einen, wenn wir bei Ausflügen oder Veranstaltungen sind. Bei den Awo-Sommerfesten in Werder sind wir als die ’verrückten Weiber von Priort’, bekannt“, erzählt Marianne Skowrnowski.

Der Zusammenhalt im Verein ist groß. Viele Mitglieder sind befreundet, fahren sogar gemeinsam in den Urlaub. Obwohl der Awo-Ortsverein für jedermann offen ist, wollten bisher keine Bürger aus Wustermark, Elstal oder Hoppenrade dort eintreten. „Vielleicht sind die Wege zu weit oder die Senioren finden in ihren Ortsteilen andere Anlaufpunkte“, glaubt Christa Lagenstein. Sie sei jedenfalls froh, die vergangenen 25 Jahre den Verein geführt und am Laufen gehalten zu haben, auch wenn sie manches Mal schon die Verantwortung gern abgeben wollte. Bisher gab es aber bei den alle vier Jahren anstehenden Vorstandswahlen nie einen Gegenkandidaten für den Vorsitz.

Von Jens Wegener

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