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Dieb zu 150 Arbeitsstunden verurteilt

Amtsgericht Nauen Dieb zu 150 Arbeitsstunden verurteilt

Auch der dritte der Täter, die im November 2015 aus einem Nebengebäude des Flugplatzes Bienenfarm Werkzeuge und Kupferrohre gestohlen hatten, ist jetzt verurteilt worden. Er muss Arbeitsstunden ableisten und bekommt einen Betreuer.

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In der Nähe des Hauptgebäudes des Flugplatzes steht das Haus, in das die Täter eingedrungen sind.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Mit einer verhältnismäßig milden Strafe kam ein heute 21-jähriger Mann aus Berge am Montag im Amtsgericht Nauen davon. Gemeinschaftlicher Diebstahl in zwei Fällen wurde ihm vorgeworfen, beide Taten hatte er gestanden. Nun muss er 150 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten und bekommt für ein Jahr einen Betreuer vom Verein Horizont an die Hand.

Ralf Hüfte (Name geändert) ist einer der Täter, die am 2. November 2015 in ein Nebengebäude des Flugplatzes Bienenfarm eingedrungen waren und dort diverse Gegenstände gestohlen hatten. Darunter waren auch Werkzeuge und Kupferrohre von einer Heizungsanlage. Als die Täter diese bei einem Schrotthändler in der Region unmittelbar nach dem Diebstahl verkaufen wollten, wurden sie vom Berger Ortsvorsteher Manuel Meger, der auch Geschäftsführer des Flugplatzes Bienenfarm ist, erwischt.

Zwei Tatbeteiligte wurden bereits Anfang Januar in einem Verfahren vom Amtsgericht Rathenow verurteilt (MAZ berichtete). Der Haupttäter muss für acht Monate ins Gefängnis, seine Freundin, die das Fluchtauto gefahren hat, erhielt eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen a 10 Euro.

Die drei Täter hatten sich an besagtem Nachmittag im November offenbar spontan in Berge getroffen und beschlossen, „einfach so mit dem Auto rumzufahren“, so Ralf Hüfte. Die vierte Person im Auto habe er gar nicht gekannt. Dann seien sie irgendwann in Bienenfarm angekommen, hätten das etwas abgelegene Haus gesehen und beschlossen, mal zu gucken, ob das was zu holen ist.“

Um in das leerstehende Gebäude eindringen zu können, hätten sie nicht einmal eine Tür aufbrechen müssen, weil angeblich kein Schloss davor war. „Die Tür ließ sich einfach aufdrücken“, sagte der bereits verurteilte Haupttäter, der gestern als Zeuge geladen war, aus. Weil die Tür nicht verschlossen war, handelte es sich „nur“ um einen einfachen Diebstahl. Im Widerspruch dazu würden Aussagen in dem Strafverfahren stehen, das in dieser Angelegenheit in Rathenow verhandelt wurde“, sagte der Flugplatzgeschäftsführer gegenüber der MAZ. „Die Tür zu dem Haus ist mit einem Riegel gesichert“, so Manuel Meger. Vor dem Nauener Gericht konnte er diese Angaben nicht machen, weil auf alle Zeugenaussagen bezüglich des Einbruches auf dem Flugplatz verzichtet wurde.

„Es war dumm, dass wir in Bienenfarm eingebrochen sind“ – mit diesen Worten entschuldigte sich Ralf Hüfte am Ende des Verfahrens. Zuvor hatte der junge Mann, der bereits wegen anderer Diebstahl-Straftaten zu Arbeitsleistungen verurteilt worden war, auch in einem zweiten Fall ein Geständnis abgelegt. Im August 2015 wollte er mit einem Komplizen, im Auftrag eines Dritten, Kabel von einem Bahnbetriebsgelände in Berlin stehlen. Bei dem Versuch, die Kabel über die Bahngleise zu ziehen, war es zu einem Kurzschluss gekommen, in dessen Folge es zu Störungen des Bahnverkehrs kam. „Sie können froh sein, heute hier zu sitzen. Sie hätten bei der Aktion sterben können“, sagte der Staatsanwalt zu Ralf Hüfte. „Die Schadenersatzforderungen der Bahn werden noch auf Sie zukommen.“

Weil der junge Mann zur Tatzeit erst knapp 20 Jahre war, seit Ende 2015 keine Straftaten mehr begannen hat und er mit der Betreuungszuweisung einverstanden ist, um seine Lehrausbildung abzuschließen, wendete der Richter noch Jugendstrafrecht an.

Von Jens Wegener

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