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Diebe stehlen Liebermann-Bild aus Pflegeheim

Rathenow: Tat am Wahltag Diebe stehlen Liebermann-Bild aus Pflegeheim

Diese Tat ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Unbekannte haben aus einem Pflegeheim in Rathenow (Havelland) ein Gemälde des Malers Ernst Liebermann gestohlen. Sie haben am Sonntag zugeschlagen, als das Heim für zu einem Wahllokal umfunktioniert wurde. Auf das Pflegeheim können nun ernste Konsequenzen zukommen.

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Über dieser Sitzgruppe im Haus des WPZ am Fontanepark hing bis Sonntag noch das Gemälde.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Wie am Dienstag erst bekannt geworden ist, haben bislang unbekannte Täter die Landratswahl am Sonntag zu einem dreisten Diebstahl genutzt. Aus dem Haus am Fontanepark des Wohn- und Pflegezentrums Havelland (WPZ) in Rathenow ist ein Bild des deutschen Malers Ernst Liebermann (1869 bis 1960) entwendet worden. Verschwunden ist das Ölgemälde „Alte Frau“ mit den Maßen 100 mal 120 Zentimeter, das in einem öffentlich zugänglichen Bereich des Hauses über einer Sitzgruppe hing. Traditionell befindet sich bei Wahlen im Haus am Fontanepark auch ein Wahllokal. So ist davon auszugehen, dass die Täter das Kommen und Gehen der Wähler an diesem Tag ganz bewusst genutzt haben, um weniger aufzufallen.

Leerer Rahmen des Gemäldes später auf einer Toilette gefunden

Eigentümer des Gemäldes ist das Kulturzentrum Rathenow, es war dem Wohn- und Pflegezentrum schon vor vielen Jahren als Leihgabe übertragen worden. Wie Rosita Teufert, Geschäftsführerin des WPZ, auf Nachfrage sagte, war beim obligatorischen Rundgang am Sonntagabend festgestellt worden, dass das Gemälde fehlte. Später wurde der leere, durchaus schwere Rahmen des Bildes auf einer Toilette gefunden. Der oder die Täter hatten das Gemälde heraus geschnitten. Der Rahmen ist für eine kriminaltechnische Untersuchung sichergestellt worden.

Das gestohlene Bild „Alte Frau“ von Ernst Liebermann

Das gestohlene Bild „Alte Frau“ von Ernst Liebermann.

Quelle: Polizei

Wie Bettina Götze, Geschäftsführerin des Kulturzentrums, gesagt hat, gibt es nicht wenige Kunstobjekte des Hauses, die schon seit längerer Zeit als Leihgaben an verschiedene Einrichtungen vergeben worden sind. Noch niemals sei davon etwas gestohlen worden. Das Bildnis der alten Frau von Ernst Liebermann sei erstmals 1990 als Leihgabe an das Wohn- und Pflegezentrum vergeben worden, berichtet sie, jährlich sei der Vertrag dann immer verlängert worden. Sollte das Bild verschwunden bleiben, müsste das WPZ aufgrund des Leihvertrages an das Kulturzentrum die darin vereinbarte Versicherungssumme zahlen, über deren Höhe die Beteiligten keine Auskunft geben. Das WPZ wiederum ist selbstverständlich gegen Diebstahl versichert.

Ernst Liebermann (1869 bis 1960)

Ernst Liebermann, geboren 1869 in Langemüß bei Meiningen und gestorben 1960 in Beuerberg (Bayern) war ein deutscher Maler, Grafiker und Illustrator.

Nicht verwechseln sollte man ihn mit dem berühmten Max Liebermann, in Berlin geboren 1847 und gestorben 1935. Keine Verwandtschaft.

Ernst Liebermann hat viele impressionistische Bilder mit romantischem Einschlag gemalt, meist Porträts, Akte und Landschaften. Er arbeitete oft mit warmen Farben.

Viele seiner Bilder hängen in der Städtischen Galerie Rosenheim und auch in anderen Museen.

Für seine Ölgemälde werden heute zum Teil fünfstellige Beträge gezahlt.

Bislang haben sich keine Zeugen gemeldet, die im Laufe des Sonntags im Umfeld des Wohn- und Pflegezentrums etwas Verdächtiges beobachtet haben. Die Tatzeit konnte bislang auch nur auf die Spanne von 7 bis 19 Uhr eingegrenzt werden. Das nun entwendete Gemälde hing nicht weit vom Wahllokal entfernt. Wähler auf dem Hin- oder Rückweg zur Urne müssten daran vorbei gekommen sein und könnten unwissentlich die Täter vielleicht sogar gesehen haben. Es ist wahrscheinlich, dass auch die Diebe den Weg der Wähler genommen haben. Denn das ist ganz klar die kürzeste Strecke innerhalb des Gebäudes gewesen. Immer an den Wahltagen wird nämlich im WPZ ein extra Eingang gleich neben dem Wahllokal geöffnet, damit die Wähler nicht den deutlich weiteren Weg über den Haupteingang nehmen müssen. Die Polizei bittet nun mögliche Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können, sich bei der Polizeiinspektion Havelland zu melden.

Polizeiinspektion Havelland: 03321/4000.

Von Bernd Geske

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