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Havelland Diese Frau entdeckt Hermann Hesse neu
Lokales Havelland Diese Frau entdeckt Hermann Hesse neu
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09:12 13.02.2017
Eva Eberwein zu Gast in der Ladengalerie „Stein40“. Quelle: Foto: Uwe Hoffmann
Rathenow

„Meine Großeltern waren in Gaienhofen Zeitgenossen von Hermann Hesse. Mein Großvater betrieb dort um 1900 ein Gasthaus“, begann Eva Eberwein die Lesung in der Ladengalerie „Stein40“ am Freitagabend. „Fast jeden Sommer meiner Kindheit verbrachte ich bei meiner füllig-weichen Lieblingstante Emma in Gaienhofen und fand als Stadtkind aus Krefeld alles wunderbar.“ Mit blumigen Bildern beschreibt die Autorin in ihrem Buch „Der Garten von Hermann Hesse“ ihre Kindheitserinnerungen.

Sie schwärmt von Croissants mit aromatischer Marmelade aus den Gartenfrüchten, von der Wiese mit Schafgarbe, Leinkraut und Wilder Möhre, in die sich die junge Eva sinken ließ und von der Badestelle, an der sie Schneckenhäuser und Steine sammelte. Die Diplombiologin erzählte dem Rathenower Publikum, wie sie nach vielen Jahrzehnten bei einem späteren Besuch in Gaienhofen am Untersee des Bodensees im Jahr 2003 das damals verkommene Grundstück Hermann Hesses mit Haus und Garten für sich entdeckte.

Als das Haus zu dieser Zeit abgerissen und das Gartengelände überbaut werden sollte, gab Eva Eberwein ihren Beruf als Unternehmensberaterin und Leiterin eines Forschungslabors einer großen Pharmafirma auf und kaufte Haus und Grundstück. In jahrelanger mühevoller Kleinarbeit und Recherche renovierte sie in den folgenden Jahren zusammen mit ihrem Mann das Haus, legte den verwilderten Garten frei und verhalf beiden zu neuer Blüte. Grundlage dabei war eine Zeichnung Hesses auf einem Stück Briefpapier, welches sie nach langer Recherche im Deutschen Literaturarchiv Marbach entdeckte. Eva Eberwein erweckte damit diesen einmaligen historischen Ort zu neuem Leben.

Hermann Hesse als Literat und Literaturnobelpreisträger kennt man. Aber Hesse als Gärtner ist ein neuer Aspekt“, erzählte Eva Eberwein, die den Literaten als besonnenen und umsichtigen Gärtner beschreibt. Acht Jahre lebte Hesse mit seiner Frau mit Maria Bernoulli in Gaienhofen. 1907 kaufte er im Ort 9000 Quadratmeter Land.

„In der Zeit bis 1912 legte Hesse auf dem Wiesengrund rund um sein Haus einen großen Selbstversorger-Garten mit Beeren, Gemüse und Obstbäumen sowie zahlreichen Blumenrabatten an“, so Eva Eberwein. „Es ist der erste und einzige Garten, den er von Grund auf selbst konzipierte und eigenhändig anlegte. Spätere Gärten in Bern oder Montagnola veränderte er lediglich.“

Zum Erhalt von Haus und Garten und um beides der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gründete Eberwein einen Förderverein. So kam auch Gabi Sußdorf nach Gaienhofen. Sußdorf, die im Brandenburgischen Tremsdorf eine Seifenmanufaktur betreibt, las in der Zeitschrift „Kraut und Rüben“ eine Anzeige, in der der Verein Menschen suchte, die gemeinsam Hesses Garten wieder herstellen wollten. „Seitdem sind wir Freundinnen. Jedes Jahr fahre ich nach Gaienhofen“, so Sußdorf. Mit Pflanzen aus dem Garten stellt sie die Seife ‚Rose in Hesses Garten’ her, die es in der Rathenower Ladengalerie von Petra Gottschalk zu kaufen gibt.

So kam auch die Lesung von Eva Eberwein zustande. Knapp 40 interessierte Zuhörer aus dem Westhavelland, aber auch aus Gabi Sußdorfs Heimatregion, darunter Literatur- und Gartenliebhaber, waren von dem Abend begeistert.

Von Uwe Hoffmann

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