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Havelland Diese Kunst geht unter die Haut
Lokales Havelland Diese Kunst geht unter die Haut
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00:28 06.12.2015
Die Kunden von Andreas Liesack und Carola Lorenz sollen sich im Dallgower Studio wohlfühlen. Quelle: Laura Sander
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Dallgow-Döberitz

Der Lieblingsspruch, Erinnerungen an eine bewegte Zeit oder der klassische Liebesbeweis – Tätowierungen sind im Trend, Tattoostudios haben Hochkonjunktur. Die bunten Bilder oder klassischen schwarz-weiß Gemälde blitzen im Sommer unter T-Shirts und kurzen Hosenbeinen hervor. Dass sich durch die Kunst auf der eigenen Haut Meinungen, Empfindungen und Mitgefühl ausdrücken lassen, zeigt eine Solidaritäts-Aktion mit der ein Berliner Tattoostudio kürzlich für Aufsehen sorgte. Nach den Anschlägen von Paris gab es hier kostenlos einen Eifelturm unter die Haut – als Zeichen der Verbundenheit. Im Dallgower Tattoostudio „V8“ war der Eifelturm in diesen Tagen zwar noch kein Wunschmotiv, dass das aber noch kommen kann, weiß Besitzer Andreas Liesack. „Es gibt eigentlich nichts, was ich noch nicht gestochen habe.“

Seit 13 Jahren hat der 54-jährige Elstaler sein Studio in der Dallgower Wilhelmstraße. „Die Zeiten haben sich geändert. Früher kamen eher junge Leute zu mir, heute sind die meisten meiner Kunden 30 und älter und wissen genau, was sie wollen.“ Geht es um jüngere Kunden, die häufig mit ihren Eltern in Liesacks Laden kommen, spricht der 54-Jährige auch schon mal ein Machtwort. Tattooliebhabern unter 25 Jahren rät er davon ab sich Hals oder Unterarme verzieren zu lassen. „In dem Alter wissen die meisten doch noch gar nicht, was sie später mal machen wollen und verbauen sich mit einer so offensichtlichen Tätowierung möglicherweise die Chance auf ihre Traumstelle“, so Liesack. Sein erstes eigenes Tattoo hat sich der Bodybuilder deshalb auch erst mit 37 Jahren stechen lassen.

„Die richtige Beratung ist das A und O, denn für viele ist das erste Tattoo eine große Überwindung. Die Chemie muss stimmen und wenn der Respekt vor den Schmerzen zu groß ist, mache ich schon mal einen Probestich“, lacht der Eltstaler. Mit seinen lustigen Sprüchen und Anekdoten wirkt der 54-Jährige der Angst entgegen. Zwischen Aquarium, Couch und Billardtisch stellt sich die Entspannung jedoch meist von ganz alleine ein. „Ich mag keine sterilen Räume und meine Kunden schätzen die Gemütlichkeit.“ Mehr als drei Stunden sitzt Andreas Liesack nie an einer seiner Arbeiten, die er grundsätzlich mit sterilen Einwegnadeln sticht. Dann sei die Schmerzgrenze erreicht. „Frauen haben zwar vorher größere Angst, sind aber oftmals härter im Nehmen“, so der Profi. Der Preis für eines seiner Kunstwerke geht ab 50 Euro los und wird vorab verhandelt. Totenschädel liegen bei Liesacks Kunden derzeit besonders im Trend. Selbst vom Namen des Partners rät der Tätowierer nicht ab. „Wenn man nicht mehr zusammen ist, bleibt der Mensch doch ein Teil des Lebens, ebenso wie das Tattoo. Und zur Not gibt es ja noch den schwarzen Balken“, scherzt der 54-Jährige. Nur eine Sache würde er niemals stechen: „Rechtsradikale Symbole mache ich nicht. Früher hat der ein oder andere mich danach gefragt, mittlerweile weiß eigentlich jeder, dass er damit bei mir an der falschen Adresse ist.“

V8 steht für Vertrauen, das die Kunden ihm schenken, die 8 für die Achtung, die der Tätowierer seinen lebendigen Leinwänden entgegenbringt. Diese Grundsätze lehrt der Elstaler auch Carola Lorenz, die seit zwei Jahren die gute Seele des Studios ist und bald selbst tätowieren möchte. „Noch durfte ich nicht am lebenden Objekt arbeiten“, lacht die 52-Jährige, deren Arme und Beine mit Dämonen, Totenschädeln und Schriftzügen verziert sind. Hilfe könnte Andreas Liesack aber gut gebrauchen. „Zu Stoßzeiten habe ich bis zu zehn Kunden am Tag. Normal sind drei bis vier.“ Die Qualität ist ihm dabei am wichtigsten. „Hier in Dallgow muss ich mich immer wieder beweisen. Ich kann es mir nicht erlauben unkonzentriert oder schlampig zu arbeiten.“ Schlecht gestochene Motive sieht der Fachmann jedoch leider immer wieder. Mit seiner Spezialität, den sogenannten Cover-Ups, verdeckt er die ungeliebten Bilder oder arbeitet sie auf.„Oft bin ich die letzte Anlaufstelle. Ich nehme mich auch den ausweglosesten Fällen an und hole noch das Letzte aus dem Tattoo raus“, so der Elstaler, der zuvor in Berlin aktiv war und auf über 30 Jahre Berufserfahrung zurückblickt.

Von Laura Sander

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