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Diese Pinke Kuh ist erst der Anfang

Neuwerder (Havelland) Diese Pinke Kuh ist erst der Anfang

So mancher Autofahrer, der dieser Tage am Kolonistenhof Neuwerder vorbeifährt, wird kurz am eigenen Verstand zweifeln. Eine Kuh mit pinken Ornamenten steht dort auf der Wiese. Keine optische Täuschung, sondern ein lebendes Kunstwerk. Schon bald wird es mehr davon geben.

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Der Künstler Claudio d’Ambrosio aus Berlin wird zur Biennale einige Kühe aus dem Zuchtbetrieb Zachert-Neuwerder bemalen. Die Kuh Beautte stand bereitwillig für die Probe Modell.

Quelle: Tatjana Schülke

Neuwerder. Kühe mit pinken Ornamenten statt braunen oder schwarzen Flecken, das gibt es nur in Neuwerder. Natürlich ist die auffällige Fellfarbe keine Laune der Natur, sondern das Werk eines Künstlers. Claudio d’Ambrosio aus Berlin hat dieser Tage der Kuh „Beautte“ aus dem Zuchtbetrieb der Familie Zachert in Neuwerder eine extra Portion Streicheleinheiten verpasst und sie mit Schablonen und Farbe in ein lebendes Kunstwerk verwandelt. Die Kinder aus dem Dorf waren begeistert und werden vermutlich am 17. Juni aus dem Häuschen sein, denn dann will Claudio d’Ambrosio drei bis vier Kühe verzieren.

Claudio d’Ambrosio (l) bei der Arbeit

Claudio d’Ambrosio (l.) bei der Arbeit.

Quelle: Tatjana Schülke

Die Tiere sind Teil der sechsten Biennale „Land(schafft)Kunst“, die am 17. Juni um 14 Uhr in dem Kolonistendorf eröffnet wird. Für drei Wochen verwandelt sich Neuwerder dann wieder in ein Eldorado zeitgenössischer Kunst. Ställe, Scheunen, Wiesen und Weiden, das ehemalige Feuerwehrhaus, die Anschlagflächen und die Gärten werden von geladenen Künstlern in allen Facetten moderner Kunst bespielt und öffnen in diesem besonderen Umfeld neue Wege an ungewöhnlichen Orten mit der Kunst in Dialog zu treten.

Kühe mögen Streicheleinheiten

Skulpturen, Malerei, Fotografie, Installation und Zeichnungen von 26 Künstlern werden dieses Mal zu entdecken sein und zum allerersten Mal werden auch Tiere unmittelbar mit einbezogen. „Kühe mögen Streicheleinheiten und sie lassen sich auch gern schön machen“, versichert der erfahrene Tierhalter Winfried Zachert. Er war dabei als Claudio d’Ambrosio die Kuh besprühte. Etwa 45 Minuten dauerte die Prozedur, ungefähr so lange wie das Komplettprogramm beim Visagisten. „Beautte ließ sich das Besprühen mit hautfreundlicher Rindermarkierungsfarbe gefallen und genoss die Aufmerksamkeit“, berichtet Zachert.

Auch die Scheunen werden als Ausstellungsfläche genutzt

Auch die Scheunen werden als Ausstellungsfläche genutzt. 2015 präsentierte hier eine Kunststudentin ihre Arbeiten.

Quelle: Christin Schmidt

Bis zur feierlichen Eröffnung der Biennale wird von Beauttes aufgehübschtem Fell nicht mehr viel zu sehen sein, denn das Kunstwerk ist von relativ kurzer Dauer. Der nächste Regenguss wäscht die Farbe wieder ab. Deshalb wird der Künstler sich erst kurz vor der Eröffnung an die Arbeit machen. Derweil laufen die Vorbereitungen entlang der Dorfstraße, die eigentlich nur ein Sandweg ist, bereits auf Hochtouren. Nicht nur die Künstlerin Ulrike Hogrebe, die seit über 20 Jahren in Neuwerder lebt und die außergewöhnliche, temporäre Freiluftgalerie mitinitiiert hat, bereitet ihren Hof für die Schau vor.

Fast alle der rund 40 Einwohner bringen sich ein. Natürlich geht es dabei nicht um die Verschönerung des Ortes, das hätte Neuwerder ohnehin nicht nötig. Was an dieser Ausstellung reizt, ist die ungewöhnliche Symbiose zwischen Kunst, Künstlern und dem Dorf selbst. Wenngleich zur sechsten Biennale „Land(schafft)Kunst“ etwas weniger Künstler als im Buga-Jahr ihre Werke präsentieren, auf der Dorfstraße werden mit Sicherheit wieder zahlreiche Besucher unterwegs sein, in die Gärten, Scheunen und Höfe ausschwärmen und sich am Abend in der Dorfmitte zum Tanz wieder treffen.

Ein Dorf wird zur Freiluftgalerie

Im September 2006 hatte Neuwerder sich zum ersten Mal für das dörfliche Kunstspektakel herausgeputzt.

Die Idee kam so gut an, dass daraus eine Biennale mit überregionaler Bedeutung entstand.

Fast alle der 17 Höfe sind in die Ausstellung eingebunden.

26 Künstler sorgen dieses Mal dafür, das Kunst- und Kulturhungrige abseits der Landesstraße Futter für Auge und Geist bekommen.

Die Vernissage beginnt am 17. Juni um 14 Uhr im Atelierhaus Kastanienweg 8.

Anschließend ist die Ausstellung bis 2. Juli jeweils samstags und sonntags von 13 bis 19 Uhr zu sehen.

Von Christin Schmidt

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