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Diese Schule setzt auf praxisnahes Lernen

Friesack Diese Schule setzt auf praxisnahes Lernen

Mit Karin Habermann hat die Koopschule in Friesack (Havelland) nach zweieinhalb Jahren nun wieder eine Schulleiterin. Die Ganztagseinrichtung mit rund 400 Mädchen und Jungen, die aus den umliegenden Städten und Gemeinden kommen, bietet eine Mischung aus normalem Unterricht und hohem Praxisanteil.

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Auch mit Hilfe moderner Computertechnik werden die Schüler für die künftige Berufsausbildung fitgemacht.

Quelle: Astrid Wiebe

Friesack. „Vielfalt unter einem Dach“ – Das ist der Titel des Imagefilms, den die Schüler der Kooperationsschule Friesack selbst gedreht haben. Skript, Maske, Kamera, Ton und Schnitt. Jeder Arbeitsschritt, der zur Produktion eines Films dazu gehört, wurde von den Jungen und Mädchen fast schon professionell umgesetzt. Das Resultat auf der Homepage kann sich sehen lassen und gibt einen spannenden Einblick in den Schulalltag in einer der ersten voll ausgebauten Ganztagsschulen des Landkreises Havelland.

Seit den 1990er-Jahren gibt es schon die Schule, in der auch lernbehinderte Kinder und Kinder mit emotional-sozialen Defiziten unterrichtet werden. Die Bildungseinrichtung mit Grundschule, Oberschule mit Berufsfrühorientierung und Förderklassen bietet den rund 400 Jungen und Mädchen, die aus den umliegenden Städten und Gemeinden kommen, eine Mischung aus normalem Unterricht und hohem Praxisanteil.

„Ich hätte mich nie woanders beworben“, ist sich die 58-jährige Karin Habermann, die seit Anfang September neue Schulleiterin an der Kooperationsschule ist, hundertprozentig sicher. „In Friesack bin ich aufgewachsen und habe hier meine ersten Ausbildungsjahre und Lehrtätigkeiten an der Schule für Meliorationstechnik absolviert. Ich kenne noch ganz viele Leute von früher“, sagt die ehemalige Studiendirektorin des Oberstufenzentrums Havelland, die bis vor Kurzem am Standort Nauen unterrichtet hat und mit der Familie in Falkensee wohnt.

Zweieinhalb Jahre lang war die Stelle der Schulleiterin in Friesack unbesetzt. „Das gibt es auch bei vielen anderen Schulen im Landkreis. Scheinbar unterschätzt man die Notwendigkeit einer Schulleitung“, bestätigt Heike Hoffmann, die in dieser Zeit die kommissarische Schulleiterin war und sich jetzt wieder mehr auf den Unterricht konzentrieren möchte.

Mitarbeiterführung, Budgetarbeit sowie Beurteilungen für Referendare- und Lehrer zu erstellen, sind neben organisatorischen und pädagogischen Aufgaben nur einige der Anforderungen, die nun auf Karin Habermann zukommen. Auf das gut funktionierendes Lehrerkollegium, das beim täglichen Umgang mit den Schülern ein eingespieltes Team ist, kann sie sich jedenfalls verlassen. Denn schon über viele Jahre haben die Lehrer und Sonderpädagogen in der Praxis bewiesen, wie Lernen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in einer Schulklasse gelingen kann. 

Einen großen Anteil daran haben sicherlich die zahlreichen Praxisangebote, die den Schülern frühzeitig den Spaß an handwerklichen Arbeiten oder erste Einblicke in das Berufsleben vermitteln. „Bereits in der siebten Klasse lernen die Schüler verschiedene Berufsfelder kennen. Gemeinsam mit unserem Bildungspartner Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) fördern wir damit die praktischen Fähigkeiten, steigern die Motivation und das Selbstbewusstsein“, so Werner Töpfer, Lehrer für Physik, Mathematik und Astronomie.

Werkstatt-Tage, Projektwochen, Schülerbetriebspraktika – das Angebot zur Berufsorientierung ist vielfältig. Besonders beliebt ist die so genannte „Arena“, bei der die 8. Klässler im Schulunterricht zeitweise von Fachleuten aus regionalen Betrieben unterrichtet werden. „Persönliche, freundschaftliche Kontakte zu den ortsansässigen Firmen sind dafür unerlässlich“, betont Werner Töpfer.

Auch sei das Interesse bei vielen Friesacker Bürgern groß, sich ehrenamtlich an der Schule zu engagieren. „Leider scheitert es oft daran, dass wir Helfer suchen, die es sich zu den Schulzeiten einrichten können“, erklärt Heike Richter. Sie ist verantwortliche Lehrkraft für die Primarstufe 1-6 und sucht händeringend „Lesepatenschaften“, die einmal pro Woche mit den Jungen und Mädchen, die eine Lese-Rechtschreibschwäche haben, in kleinem Kreis und ohne Druck das Lesen üben.

Völlig entspannt soll es auch am 16. Januar nächsten Jahres zugehen. Denn da gibt es für die Sechstklässler aus den Grundschulen der benachbarten Dörfer einen „Schnuppertag“. Zwei Tage später, am 18. Januar, sind dann alle Interessierten beim „Tag der offenen Tür“ willkommen und können sich ein Bild von den besonderen Bildungsangeboten der Kooperationsschule machen.

Von Astrid Wiebe

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