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Diese Schwestern lieben das Dorfleben

Göttlin Diese Schwestern lieben das Dorfleben

Die Schwestern Annemarie und Pauline wachsen im beschaulichen Göttlin auf, einem Ortsteil der havelländischen Kreisstadt. Mit ihren Freunden in Rathenow wollen sie auf keinen Fall tauschen, denn ihr Dorf bietet alles, was sie brauchen. Nun ja, fast alles. Eine Sache gibt es, die die beiden Schwestern vermissen.

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Annemarie (l.) und ihre Schwester Pauline leben mit ihren Eltern, den Hunden Stella und Elli und vielen weiteren Tieren in Göttlin.

Quelle: Christin Schmidt

Göttlin. Von wegen die Jugend zieht es in die Stadt, weil es auf dem Dorf öde ist. Annemarie und Pauline Gribba wissen, dass das Leben auf dem Land durchaus seine Vorzüge hat. Die beiden Schwestern leben mit ihren Eltern, Oma, Opa und jeder Menge Haustiere im beschaulichen Göttlin. All zu viel zu bieten hat das rund 450-Seelen-Dorf, das zwischen Rathenow und dem noch kleineren Grütz liegt und sanft von der Havel gestreift wird, nicht. Und dennoch können Pauline und Annemarie sofort zahlreiche Vorzüge aufzuzählen: die Ruhe, die Natur, der Platz, der elterliche Hof mit dem Garten und den vielen Tieren, der Jugendclub oder die Badestelle.

Natürlich spielt sich ein großer Teil ihres Lebens in der Stadt ab – Pauline besucht die sechste Klasse der Otto-Seeger-Grundschule in Rathenow West, Annemarie geht in die zehnte Klasse der Bürgelschule. Trotzdem sind beide froh, nicht in Rathenow zu wohnen. „Ich mag die Ruhe hier, die Natur und wenn ich mit unseren Hunden spazieren gehe, muss ich sie nicht unbedingt anleihnen“, meint Annemarie.

Sie und ihre Schwestern helfen gern ihren Eltern und Großeltern auf dem Hof, der fast ein kleiner Bauernhof ist. „Ich sage immer mein Papa und mein Opa sind Hobbybauern“, erklärt Annemarie mit einem Lächeln. Dann erzählen die beiden von den Kühen, den Kälbern, Schwein „Schnitzel“, den Hunden Stella und Elli und all den Vierbeinern und gefiederten Freunden, die ihr Zuhause mit Leben füllen.

Der einzige Haken: Die Busverbindung

Pauline verbringt einen großen Teil ihrer Freizeit auf dem Wasser. Die Zwölfjährige ist Mitglied im Rathenower Wassersportverein Kanu 1922. Drei Mal in der Woche trainiert sie mal auf dem Wasser, mal im Kraftraum oder in der vereinseigenen Gymnastikhalle. „Es ist zwar anstrengend, manchmal auch kalt und hin und wieder fällt man ins Wasser, aber der Sport macht mir richtig Spaß“, erzählt Pauline. Gerade hat die Saison begonnen und schon bald wird sie wieder viele Wochenenden damit verbringen, zusammen mit ihren Vereinskameraden um gute Platzierungen bei Wettbewerben im ganz Brandenburg zu kämpfen. Ihr Ziel ist es, auch in Zukunft den Spaß an dem Sport nicht zu verlieren und einmal an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen, verrät das aufgeweckte Mädchen.

Wenn sie Zeit hat, fährt Pauline gern an die Göttliner Badestelle - die ist nämlich besonders schön, so die 12-Jährige. Zwei ihrer Freundinnen leben ebenfalls in Göttlin, ansonsten trifft sie sich aber auch gern mit Freunden in der Stadt. Einziger Haken: Die Busverbindung. Der letzte Bus von Göttlin nach Rathenow fährt um 16.30 Uhr und zurück nach Göttlin kommt sie nach 16 Uhr nicht mehr. Am Wochenende fährt gar kein Bus, berichten Annemarie und Pauline sichtlich enttäuscht. Sich am Abend mal mit Freunden im Kino zu treffen, geht nur mit Hilfe der Eltern. Vor allem die 16-Jährige Annemarie ärgert das. Und dennoch, tauschen möchte sie mit ihren Rathenower Freunden trotzdem nicht.

Traktor fahren mit Papa – das gibt es nur auf dem Dorf

Für Göttlin spreche auch der tolle Jugendclub, sind sich die beiden Schwestern einig. „Elke Dartsch, die unseren Jugendclub leitet, unternimmt viel mit uns“, sagt Annemarie. Inzwischen gehört sie zu den Älteren und hilft auch gern mal, das eine oder andere zu organisieren. Gemeinsame Grillabende, Ausflüge nach Berlin, Campen und Feste feiern - all das hat auch Pauline schon früh in den Jugendclub gelockt. Sie war gerade mal sechs als sie bekundete, sie wolle auch dazugehören. „Damals wurde extra für sie ein Sonderantrag gestellt“, verrät Mutter Ilka und Pauline lächelt verschmitzt.

Seit sechs Jahren bereichert der Jugendclub nun schon ihre Freizeit und genau wie ihre große Schwester möchte auch Pauline ihn nicht missen. Und dann fällt ihr noch ein schlagkräftiges Argument für das Leben auf dem Dorf ein: „Ich fahre gern mit meinem Papa Traktor“, erklärt das Mädchen stolz. Mit Sicherheit wird dieser Satz so manchen Freund aus der Stadt vor Neid erblassen lassen.

Von Christin Schmidt

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