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Havelland Dieser Verein kümmert sich um Friedhofspflege
Lokales Havelland Dieser Verein kümmert sich um Friedhofspflege
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00:18 28.04.2017
Pfarrer Andreas Buchholz und Memento-Vorsitzende Eva Lehmann auf dem Weinberg-Friedhof. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Der Weinbergfriedhof zählt ohne Zweifel zu den schönsten Grabanlagen im Land Brandenburg. Die Mischung aus altem Baumbestand, historischen Grabstellen und der terrassenförmigen Lage im Hang hat dem Gelände am Alten Hafen einen Ruf beschert, der weit über die Stadtgrenzen Rathenows hinausreicht. Kein Wunder, dass die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg die Anlage einst zum Friedhof des Monats kürte.

Einen großen Anteil am guten Ruf des Weinbergfriedhofs hat der Verein Memento. Unter Leitung seiner engagierten Vorsitzenden Eva Lehmann kümmert sich Memento seit über 15 Jahren um die 18 Hektar große Anlage. Und wenn man sich vor Augen hält, was in dieser Zeit erreicht wurde, dann bekommt man eine Ahnung davon, wie viel Arbeit in dem Lebensprojekt steckt.

Angefangen hat alles im Jahr 2001 mit dem größten Sorgenkind auf dem Gelände. Das 1759 errichtete Torhaus war von Bauexperten eigentlich schon aufgegeben worden, als sich ein paar engagierte Rathenower rund um Pfarrer Andreas Buchholz zu einer Rettungsaktion entschlossen und einen Verein gründeten. Dank diesem gelang es, Fördergelder für die Sanierung der ehemaligen Leichenhalle aufzutreiben. Heute ist das Torhaus nicht nur ein sehenswertes Gebäude am Eingang des Friedhofs. Es hat sich dank des Memento-Engagements zu einem sozio-kulturellen Begegnungsort entwickelt. Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen sorgen für Leben in dem ehrwürdigen Gemäuer.

Die feierliche Wiedereröffnung des Torhauses im Jahr 2005 war sicher ein Höhepunkt der Vereinsarbeit. Aber das nächste Großprojekt zeichnete sich bereits am Horizont ab. Die Auferstehungskirche benötigte ein neues Dach und sollte nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg endlich wieder einen Turm bekommen. Unermüdlich kämpften Eva Lehmann und ihre Mitstreiter für das Großprojekt, organisierten Benefizkonzerte, sammelten Spenden, suchten Sponsoren. Als im März 2015 die neue Turmspitze von einem mächtigen Kran an Ort und Stelle gehievt wurde, da war das mehr als der Schlusspunkt einer Bausanierung. Es war ein Symbol dafür, zu welchen Leistungen Menschen in der Lage sind, die sich einer Sache verschrieben haben.

Die Sanierung von Torhaus und Auferstehungskirche sind die beiden Großprojekte in der Geschichte des Vereins Memento. Aber daneben wurde jede Menge unternommen, um die historische Grabanlage zu bewahren. Aus dem Stegreif kann Eva Lehmann nicht benennen, wie viele Grabstätten vom Verein in Ordnung gebracht wurden. Es sind Dutzende. Oft, wie im Fall des spätimpressionistischen Malers Ernst Kolbe, hat Lehmann den Anstoß gegeben, indem sie auf das Schicksal des Malers und dessen verwahrloster Grabstelle aufmerksam machte. Das Geld für einen neuen Grabstein und die Pflege der Ruhestätte kam dann von den Frauen des Handarbeitsclubs Memento, denen es sichtlich gut tat, eine vergessene Persönlichkeit auf diese Weise zu ehren.

Nicht immer müssen große Summen aufgebracht werden, um historische Grabstellen zu retten. Manchmal reicht es, das Gestrüpp zu beseitigen, den Boden zu ebnen und den Grabstein zu säubern. Allerdings braucht man dazu Menschen, die Zeit und Lust haben, sich unentgeltlich zu engagieren.

Um diese Menschen zu finden und zusammenzubringen, gibt es seit einiger Zeit das Projekt Kulturgärtnern. Zwei bis drei Mal im Jahr ruft Memento an einem Samstagvormittag zu einem Einsatz auf dem Friedhof auf. Zuletzt fanden sich über 20 Freiwillige ein, die sich mit Harke, Rechen und Spaten an ausgewählten Gräbern zu schaffen machten. Und einige von den Kulturgärtnern kommen regelmäßig vorbei, um auf „ihrer“ Grabstelle nach dem Rechten zu sehen.

„Das ist mit Geld gar nicht zu bezahlen“, schwärmt Eva Lehmann, die es versteht, andere mit ihrem Enthusiasmus mitzureißen. Als sie vor 16 Jahren zur Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde, sei das Zufall gewesen, sagt sie. „Nein“, widerspricht Andreas Buchholz. „Das war kein Zufall, das war eine Fügung.“

Ein Friedhof mit Geschichte

Der Weinbergfriedhof ist rund 18 Hektar groß und steht als Gesamtheit unter Denkmalschutz. Er entstand, als nach 1733 die Rathenower Neustadt erbaut wurde.

Im 19. und 20. Jahrhundert gab es immer wieder Erweiterungen der Anlage. Heute gibt es insgesamt zehn Abteilungen.

Zum Friedhof gehören das Torhaus aus dem Jahr 1759, das früher als Leichenhalle genutzt wurde, und die Auferstehungskirche, die 1917 entstand. Zu den ältesten Grabstellen zählen die rechts vom Eingang liegenden Grabstellen der Familien Meuß und Schönermark.

Der Verein Memento widmet sich seit der Gründung im Jahr 2001 dem Erhalt des Weinbergfriedhofs.

Von Markus Kniebeler

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