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Dieses Wasser sollte nicht getrunken werden

Ketzin: Auswertung der Wasserproben Dieses Wasser sollte nicht getrunken werden

In den Proben von mehr als 20 privaten Brunnenwassernutzern aus dem Bereich Ketzin und Nauen haben Experten eine sehr hohe Nitratbelastung festgestellt. Dieses Wasser sollte nicht zum Trinken verwendet werden. Wir haben außerdem nachgefragt, wie es sich mit dem Trinkwasser verhält.

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Quelle: dpa Symbolbild

Ketzin/Havel. Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der Verein VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die Ende Mai in Ketzin abgegeben wurden. „In jeder dritten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter“, sagt Harald Gülzow, Sprecher des Vereins zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR). Solch stark belastetes Brunnenwasser sei nicht zum Trinken geeignet.

Insgesamt wurde bei der Untersuchung das Wasser aus 26 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Ketzin-Nauen analysiert. Der Spitzenwert von 124 Milligramm Nitrat pro Liter fand sich in einer Probe aus einem Brunnen in Ketzin/Havel, in einem Etziner Brunnen lag der Wert bei 122 Milligramm pro Liter, in Wachow bei 52 mg/l und in Zachow bei 62 mg/l. Dieses Brunnenwasser sollte auch nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden, weil die Gefahr bestehe, dass sich Algen stark vermehren. Streben diese ab, könne das zum Fischsterben führen, so die VSR-Experten.

 Harald Gülzow im Gespräch mit Brunnennutzern auf dem Marktplatz in Ketzin/Havel

Harald Gülzow im Gespräch mit Brunnennutzern auf dem Marktplatz in Ketzin/Havel.

Quelle: VSR Gewässerschutz

Das Trinkwasser aus Leitungen im Bereich Ketzin ist nicht betroffen, wie Thomas Hantke, technische Leiter des Wasser- und Abwasserverbandes Havelland (WAH) versichert. „Die Trinkwasserbrunnen des WAH werden regelmäßig beprobt. Außerdem gibt es immer wieder Untersuchungen von Trinkwasser aus dem Hahn von Kitas, Schulen, Krankenhäusern. Es ist alles unbedenklich.“

Um die Nitratkonzentrationen generell zu senken, sehen die Gewässerschutz-Experten Handlungsbedarf in der Landwirtschaft. „Es bedarf einer neuen Düngeverordnung“, sagt Susanne Bareiß- Golzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz. Allerdings reiche der bisherige Entwurf der Bundesregierung zur Novellierung der Düngeverordnung nicht aus. Das sehe auch die EU-Kommission so und habe deshalb Klage vor dem europäischen Gerichtshof eingereicht.

Da es für die Wasserversorger in der Zukunft immer aufwendiger werde, Wasser zu liefern, das den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat einhält, werden die Preise für Leitungswasser steigen, prognostizieren die VSR-Experten.

Hinweis Bürger, die den Termin in Ketzin oder davor in Falkensee am Labormobil verpasst haben, können ihr Brunnenwasser dem VSR-Gewässerschutz in 47608 Geldern, Egmondstraße 5, auch mit der Post zuschicken.

Von Jens Wegener

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