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Havelland Diskussion um höhere Windkraftanlagen
Lokales Havelland Diskussion um höhere Windkraftanlagen
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19:40 07.04.2016
Unzählige Windräder wurden in den vergangenen Jahren in Nauen errichtet, hier bei Schwanebeck. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Das geplante Repowering auf einer Fläche bei Markee sorgt weiter für Diskussionen. Wie berichtet, will ein Investor im Windpark „Nauen I“ die 17 bestehenden Windkraftanlagen gegen acht neue Anlagen ersetzen, die mit 234 Meter Gesamthöhe deutlich höher sind. In der Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte sich der Wachower Matthias Kaese gegen das Repowering ausgesprochen. „Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass die Prognosen zur Gewerbesteuer aus Windkraftanlagen nie eingetroffen sind.“ Bestätigt sieht sich der frühere CDU-Stadtverordnete durch Zahlen, die die Stadtverwaltung jetzt vorgelegt hat. Danach flossen zwischen 2010 und 2015 gerade einmal 16 387 Euro aus dem Betrieb der Anlagen. Wie Kaese meint, seien aber vor vielen Jahren Einnahmen im hohen sechsstelligen Bereich in Aussicht gestellt worden.

Deshalb fragte er nun nach dem Sinn des Repowering: „Was habe ich als Stadt oder als Bürger davon, dass solch ein Eingriff in die Landschaft vorgenommen wird?“ – und erntete dafür Unmutsäußerungen aus den Fraktionen LWN/Bauern und SPD. „Warum geht man nicht auf die Bürger zu?“, so Kaese.

Markees Ortsvorsteher Ralph Bluhm, der das Repowering ebenfalls ablehnt, forderte die einzelnen Fraktionen auf, dazu Stellung zu nehmen, wie sie zum Repowering stehen.

Die nächsten Monate muss der Investor jetzt unter anderem ein Umwelt-, ein artschutzrechtliches, ein Schall- und ein Schattenwurfgutachten anfertigen lassen. Seine Absicht, die Änderung des Flächennutzungsplanes nur auf die betreffende Fläche zu beschränken, wird aber nicht funktionieren. Nach Auskunft von Gunther App aus der Stadtverwaltung haben insbesondere die Gemeinsame Landesplanungsabteilung und der Landkreis deutlich gemacht, dass im Zuge der Änderung fürs Repowering der Flächennutzungsplan auch an den neuen Regionalplan Havelland-Fläming anzupassen ist, was aber ohnehin getan werden müsste. Danach werde das Sondergebiet Windkraft künftig deutlich kleiner ausfallen. Vor allem Flächen östlich von Markee sind nicht mehr enthalten. „Es wird viel mehr wegfallen als neu hinzukommt“, so App. Der Investor übernimmt die Kosten für das Verfahren.

Dass im geänderten FNP auch außerhalb des Windparks „Nauen I“ künftig Anlagen mit bis zu 234 Meter Höhe gestattet sind, ist eher unwahrscheinlich. So will die Stadtverwaltung im Verfahren den Vorschlag unterbreiten, dass es bei den übrigen Flächen bei einer Höhenbegrenzung von 150 Meter bleibt – zumal dies auch die dort größtenteils vorhandenen Bebauungspläne vorschreiben. „Für eine weitere Änderung der Höhenbegrenzung gibt es kein Planungserfordernis“, so Gunther App. Das letzte Wort haben aber die Stadtverordneten, wobei die Frage ist, ob es für eine weiterreichende Änderung überhaupt politische Mehrheiten gibt.

Von Andreas Kaatz

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