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Döberitzer Kirche: Plötzlich geht's schnell

Gotteshaus muss dringend saniert werden Döberitzer Kirche: Plötzlich geht's schnell

Erst im Januar hatte sich der Premnitzer Pfarrer Hans-Dieter Kübler an die Öffentlichkeit gewandt, um mitzuteilen, dass die Kirche von Döberitz dringend saniert werden muss. Jetzt ist bekannt geworden, dass im Juni bereits die Projektunterlagen an ein Prüfbüro eingereicht worden sind, das eine Vorauswahl für die Vergabe von Fördermitteln im nächsten Jahr vornimmt.

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Quelle: B. Geske

Döberitz. Wenn alles weiter so gut läuft, wird man sehr lange suchen müssen, um eine andere Kirche zu finden, deren Sanierung ähnlich schnell bewerkstelligt worden ist. Erst im Januar hatte sich der Premnitzer Pfarrer Hans-Dieter Kübler zum ersten Mal an die Öffentlichkeit gewandt, um mitzuteilen, dass die Kirche von Döberitz dringend saniert werden muss. Bereits am 5. März hatte sich ein Förderverein für die Kirche gegründet, der bislang 27 Mitglieder hat.

Jetzt ist bekannt geworden, dass im Juni bereits die Projektunterlagen an ein Prüfbüro eingereicht worden sind, das eine Vorauswahl für die Vergabe von Fördermitteln im nächsten Jahr vornimmt.

„Plötzlich musste alles ganz schnell gehen“, erzählt Pfarrer Hans-Dieter Kübler. Ein Aufmaß der Kirche musste eingereicht werden, dazu ein Nutzungskonzept und das Sanierungsprojekt. Es geht hierbei vor allem um das marode Dach, durch das Regenwasser eindringt. Hans-Dieter Kübler lobt sehr den beauftragten Architekten Erhard Löser, mit dem die Gemeinde bereits 2012 bis 2014 bei der Sanierung der Premnitzer Kirche gute Erfahrungen gemacht habe. Ursprünglich war jener bei seiner ersten Kostenschätzung für das Döberitzer Gotteshaus auf einen Gesamtbetrag von 160.000 Euro gekommen. Bei der genaueren Bewertung für den Projektantrag sind nun daraus 185.000 Euro geworden.

Durch die Steigerung lässt sich der Pfarrer nicht aus der Ruhe bringen. „Für uns geht es jetzt vor allen Dingen darum“, erklärt er, „dass wir ein Nutzungskonzept für die Kirche haben, das nachhaltig und zukunftsfähig ist.“ Man habe dazu Anfang Juni einen „Tag der Zukunft“ organisiert und die Ideen der Teilnehmer gesammelt. Man könne sich vorstellen, die Kirche für Feiern, Feste und Konzerte zur Verfügung zu stellen. Denkbar seien interreligiöse Dialoge, Veranstaltungen zur Integration oder Begleitung von Flüchtlingen.

Die Kirche

Die Döberitzer Kirche ist 1781 vollendet worden, das zeigt die genannte Jahreszahl auf der Wetterfahne.
Die Grundsteinlegung war 1702, nachdem im Jahr 1700 das ganze Dorf Döberitz abgebrannt war.
Die erste Spende für die Sanierung der Kirche kam im Januar dieses Jahres von der Döberitzerin Marta Markwart. Sie gab 200 Euro.
Der Förderverein für die Kirche ist am 5. März gegründet worden. Zum ersten Benefizkonzert kamen 130 Zuhörer, es brachte 950 Euro ein.

Nicht zuletzt gebe es auch die Vorstellung, den Turm der Kirche nach der Sanierung als Aussichtsplattform für Touristen zu öffnen. Angebote für Kinder soll es auf alle Fälle geben – Puppentheater, Konzerte und Märchenlesungen etwa. Das Einrichten einer kleinen Bibliothek wäre möglich.

Roland Bohm, der Vorsitzende des Fördervereins, sagt: „Wir ordnen jetzt die vielen Nutzungsvorstellungen für die Kirche, die am Tag der Zukunft zusammengekommen sind.“ Der Verein habe zwar noch immer nicht seine Eintragung. Aber weil das Gericht bereits die Korrektur einiger Formalitäten in den Gründungsdokumenten abgefordert habe, könne es nicht mehr lange dauern. Am nächsten Sonnabend, zum Döberitzer Dorffest, werde die Kirche für Interessierte geöffnet sein.

Wie Pfarrer Kübler erklärt, bewertet das Prüfbüro nun die eingegangenen Projektbeschreibungen. Es vergebe Punkte und erstelle danach eine Reihenfolge. Im September/Oktober gebe es das Ergebnis. Wer bei dem Ranking vorne liege, sei berechtigt, bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) für das Leader-Programm einen Antrag auf Fördermittel zu stellen. Für die Vorhaben im Kreis Havelland solle es drei Millionen Euro geben. Er sei zuversichtlich, so Hans-Dieter Kübler, dass auch die Döberitzer Kirche mit dabei sei. Und wenn es tatsächlich so werde wie erhofft, könne die Sanierung „relativ schnell“ angegangen werden.

Von Bernd Geske

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