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„Dorfkind“ made in Rathenow

Trendige Stoffbeutel „Dorfkind“ made in Rathenow

Heimatverbunden und umweltbewusst sind die kreativen Köpfe der Schülerfirma BeutelArt. Eigentlich existierte das Unternehmen nur für ein Schuljahr, aber nun wurden Geschäftsführerin Jasmina Krause und ihre 18 Mitarbeiter mit dem Jugendförderpreis des Landkreises ausgezeichnet und kassierten dazu noch einen neuen Auftrag.

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Rebecca Kral und Jasmina Krause zeigen stolz ihre „BeutelArt“-Produkte.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Der eine oder andere wird sie schon entdeckt haben, die Baumwollbeutel mit bunten Aufdrucken wie „Havelland“ oder „Dorfkind“ made in Rathenow. Immerhin gut 150 Stück haben die jungen Unternehmer der Rathenower Bürgelschule in den letzten Monaten verkauft, einige Exemplare gingen sogar bis nach Rumänien. Die kreativ gestalteten Stoffbeutel sind ein Produkt der Schülerfirma „BeutelArt“, die gerade mit dem Jugendförderpreis des Landkreises ausgezeichnet wurden. Dahinter stecken 19 Mädchen und Jungen, die sich im Rahmen eines Seminarkurses ein Jahr lang am Markt beweisen durften – und das mit Erfolg: Neben der Auszeichnung des Landkreises wurden die Bürgelschüler auch Vizemeister im Junior-Landesfinale Berlin und Brandenburg 2015. Der Wettbewerb des Deutschen Wirtschaftsinstituts Köln ehrt jedes Jahr bundesweit die erfolgreichsten Schülerfirmen.

Dass sie es mit ihrem Unternehmen mal so weit bringen würden, damit hatten die BeutelArt-Geschäftsführerin Jasmina Krause und Vorstandsmitglied Rebecca Kral nicht gerechnet. Ursprünglich wollten sie gemeinsam mit ihren Mitschülern eine Art Buga-Spiel auflegen. Die Beutel-Idee entstand rein zufällig als sie während der Marktforschungsphase feststellten, dass so ein Spiel sich nur schwer vermarkten und verkaufen lässt. „Wir hatten überlegt, wie wir das Spiel möglichst umweltschonend und originell verpacken können und sind dabei auf die Idee mit den Stoffbeuteln gekommen“, erinnert sich Jasmina Krause. Übers Internet bestellten sie Baumwolltaschen, Farben und Knöpfe und funktionierten den Werkraum der Schule in eine Produktionsstätte um.

55 Cent Brutto-Stundenlohn

Das Unternehmen wurde auf den Namen BeutelArt (Beutel-Kunst) getauft und ein schmuckes Logo entworfen. Das große B mit dem Schriftzug BeutelArt im Bauch ist ein Doppelstatement, sagt Jasmina. „Es steht für unser Unternehmen und natürlich auch für unserer Schule.“ Vor einem Jahr posteten die frisch gebackenen Unternehmer dann die ersten Prototypen

Das BeutelArt-Logo ist ein Doppelstatement

Das BeutelArt-Logo ist ein Doppelstatement. Das große B steht auch für die Bürgelschule.

Quelle: BeutelArt

ihrer Taschen auf der unternehmenseigenen Facebook-Seite. Eine Weile wurde noch getüftelt und ausprobiert, dann kam der erste größere Auftrag: Das Rathenower Kinder- und Jugendparlament bestellte 50 Taschen mit eigenem Logo.

In den Pausen und nach der Schule wurde geschnitten, genäht und gedruckt. Stundenzettel mussten geschrieben werden, denn wie alle Angestellten wurden auch die BeutelArt Mitarbeiter entlohnt – mit 55 Cent Bruttostundenlohn. Um sich von Konkurrenzprodukten abzusetzen nähten die Schüler Taschen aus alten Hemden ein und brachten ein Holzknopf als Verschluss an. Die pfiffigen Schüler präsentierten ihr Angebot auf www.beutelart.de kurbelten den Verkauf an, indem sie an einen Samstag in der Kaufland-Filiale in Rathenow Süd einen Stand aufbauten. Rund 50 Beutel gingen dort weg und weitere Bestellungen wurden aufgegeben.

200 Euro für die Abikasse

Als „marktfähiges und innovatives Produkt“, hatte der Wirtschaftsdezernent des Landkreises, Andreas Ernst (SPD), die Idee der Schüler gelobt. Darauf dürfte nicht zuletzt auch Lehrer Frank Rennmann stolz sein. Er macht seit Jahren mit Schülern ähnliche Projekte, unter anderem stammen auch die erfolgreichen „Bärentaler“ – ein gesunder Keks – aus der Ideenschmiede der Bürgelschule. Neben dem Preisgeld in Höhe von 500 Euro für den Jugendförderpreis, kassierten die Schüler letzte Woche auch noch einen neuen Auftrag. 20 Beutel mit dem Havelland-Aufdruck für ein Rathenower Unternehmen. Die Geschäftsführerin will die Beutel als Weihnachtsgeschenk für ihre Mitarbeiter.

Danach soll aber wirklich Schluss sein, schließlich gibt es die Schülerfirma offiziell nur ein Jahr lang und die Abiturprüfungen stehen bald an. Jasmina und Rebecca sind glücklich und zufrieden und mächtig stolz auf BeutelArt. „Wir haben wirklich viel gelernt. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass ich später nicht Chefin sein möchte“, sagt Jasmina. Eine Führungsposition kann sich die 18-Jährige vielleicht vorstellen, aber keine Selbstständigkeit. Rebecca hat die Aufgabe in der Unternehmensverwaltung Spaß gemacht, das wäre auch was für später. Jetzt dürfen sich die Jungunternehmer aber erst mal auf die Schule konzentrieren und sich über 200 Euro für die Abikasse freuen. Diese Summe aus der Unternehmenskasse kommt dem ganzen Jahrgang zugute.

Von Christin Schmidt

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