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Havelland Doris Schacht stellt im Kulturzentrum aus
Lokales Havelland Doris Schacht stellt im Kulturzentrum aus
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00:21 25.09.2017
Die Rathenower Malerin Doris Schacht (3. von links) beim Eröffnungsrundgang ihrer Ausstellung im Kulturzentrum. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Landschaften, Blumen, Tiere, Porträts, Sehenswürdigkeiten der Heimat und Interpretationen von Bildern anderer Künstler. Die Rathenower Malerin Doris Schacht zeigt mit ihrer Ausstellung „Frauen und andere Schönheiten“, die am Donnerstagabend im Kulturzentrum eröffnet worden ist, eine breite Palette, was die Gegenstände ihrer Darstellung betrifft. Die Glanzpunkte setzen aber ihre Wahrnehmungen der Weiblichkeit. Ein wenig unartig benimmt sich die spärlich bekleidete junge Dame, die auf dem Bild „Sonne 3“ vor glühendem Tagesgestirn ihren eigenen Körper zu entdecken beginnt. Viel zu wohl fühlt sich die nackte Lilith, als die dicke Würgeschlange sich um sie ringelt. Zu Unrecht traurig erscheint das Mädchen, das sich mit seiner erwachenden Weiblichkeit im „Spiegelbild“ selbst nicht gefällt.

Vor wenigen Jahren war’s, als ihr Bild „Mondfrau“ bei einer Ausstellung unerwartet viel Aufmerksamkeit fand. Da musste Doris Schacht sich wiederholt fragen lassen, warum sie nicht mehr Bilder von Frauen malt. Das gab ihr den Anstoß, für September 2017 eine eigene Ausstellung zum Thema „Frau“ im Kulturzentrum zuzusagen. In den letzten Monaten ist ihr die Zeit dann ein tatsächlich bisschen davon gelaufen – was ihr sonst beim Malen niemals passiert. „Ich muss das Gefühl dafür haben“, hat sie erklärt, „sonst kann ich nicht malen.“ Bilder anfangen und fertig stellen nach Terminkalender, das sei gar nicht ihr Ding.

Schon bald interessierten sich Besucher für Bilder, die zu verkaufen sind. Quelle: Bernd Geske

Morgens um 8, das sei für sie eine gute Zeit, um schöpferisch zu sein, teilt sie mit. Auch am Wochenende, da könne sie sich gut einfühlen. Und 1 Uhr nachts habe sich als wiederholt als geeigneter Start für die künstlerische Arbeit heraus gestellt. Sie wache auf, schreite zur Staffelei ins Arbeitszimmer, fange an zu malen und der Ärger über die Schlaflosigkeit sei verflogen. Familienangehörige und Bekannte wunderten sich in solchen Fällen oft, wann sie das Bild überhaupt gemalt hat. Nachts, wenn alle Welt schläft.

Bürgermeister Ronald Seeger (CDU), der die Laudatio hielt, war sich für große Worte nicht zu schade. „Das Flüstern einer schönen Frau hört man weiter als den lautesten Ruf der Pflicht“, zitierte er Pablo Picasso. Auch Doris Schacht müsse ein solches Flüstern gehört haben, denn sie habe so viele wunderschöne Bilder von ihnen geschaffen. Es sei ihm eine Ehre, hier bei dieser Ausstellung zur Eröffnung sprechen zu dürfen.

Die Künstlerin selbst hat zur Eröffnung vor versammelter Runde dann kaum ein Wort heraus gebracht. Das Publikum hat das locker toleriert, weil es allgemein bekannt ist, dass Doris Schacht vor großem Publikum über ihre Bilder nur wenig spricht. Schwer zu verstehen allerdings, dass sie als Schauspielerin des Rathenower Theaters Zeitlos schon seit Jahrzehnten mit dem Reden vor vielen Zuschauern keine Probleme hat.

Gehört das „Hühnervolk“ nun zum Frauenthema dazu?

Wunderbar sind ihre Kinderporträts. Unverkäuflich allerdings als wenige Ausnahmen der ausgelegten Preisliste, auf der fast alle anderen Werke zu haben sind. Hintergründig ihre Tierbilder. Gehört das „Hühnervolk“ nun zum Frauenthema dazu? Und warum hat die Malerin mitten unter die vielen Pitten auf eine Stange ein Ei platziert? Verdächtig sind „Ulf’s Schafe“. Denn ihre Augen scheinen von irgendwelchen bösen Untieren entnommen. Weshalb schaut die Katze Molly vorm Spiegel so depressiv?

„Chef Strauß“, das Porträt eines großen Laufvogels, muss als einziges Einzelbild eines männlichen Wesens herhalten. Sie hätte schon ganz gern auch ein paar Männer gemalt, erklärt Doris Schacht auf die entsprechende Frage. Es habe ihr einfach an Modellen gemangelt. Einen jungen Triathleten hatte sie schon ins Auge gefasst, aber der habe dann leider doch abgesagt, teilt sie mit. Sein Abbild auf einer Leinwand hätte der Frauenshow gewiss nicht geschadet. Könnte sein, dass bald die Herren der Schöpfung der Künstlerin schlaflose Nächte bereiten...

Von Bernd Geske

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