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Drei Favoriten, aber keine Entscheidung

Wustermarker Bürgerhaushalt Drei Favoriten, aber keine Entscheidung

Bei der Abstimmung am Gemeindefeuerwehrtag über den ersten Wustermarker Bürgerhaushalt beteiligten sich nicht genügend Einwohner, so dass nun die Gemeindevertreter über die Vorhaben entscheiden werden.

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Am Abstimmungszelt beantwortete Kämmerin Andrea Harksel (4.v.l.) alle Fragen zum Bürgerhaushalt.

Quelle: Vanessa Mehwitz

Wustermark. Naturfreunde, Hundebesitzer, Sportler und Eltern… Für jeden war am Samstag bei der Abstimmung über das Bürgerbudget etwas dabei. Drei Favoriten kristallisierten sich heraus, aber die Entscheidung, welche Projekte 2017 umgesetzt werden, musste vertagt werden.

In den letzten Monaten wurden viele Ideen zum ersten Wustermarker Bürgerhaushalt, der 50 000 Euro umfasst, eingereicht, jeder Einwohner konnte allein kreativ werden oder sich mit anderen zusammentun. Wie Ulrike Bommer aus Wernitz. Als Ansprechpartnerin in ihrem Dorf hat sie die Ideen gesammelt und weitergeleitet.

Aus den insgesamt 75 eingereichten Vorschlägen wurden in einer Vorauswahl 25 ausgesucht, bestimmte Kriterien mussten dabei erfüllt werden. „Wir als Gemeinde müssen zuständig, und der Vorschlag muss innerhalb des Gemeindegebietes umsetzbar sein. Ein Vorschlag darf nicht mehr als 10 000 Euro kosten und keine hohen Folgekosten mit sich bringen“, erklärte Andrea Harksel, Kämmerin der Gemeinde Wustermark.

Am Samstag, während des Gemeindefeuerwehrtages in Wustermark, konnten die Einwohner der Gemeinde ihr Votum abgeben. Jeder, der es an den Stand der Gemeinde geschafft hatte, bekam 5 Taler, die sogenannte Wuster-Mark, um diese auf seine Favoriten zu verteilen.

Dabei war viel Lob über den Sinn eines Bürgerbudgets zu hören, die Leute waren von der Vielfalt der Vorschläge angetan. Vereinzelt gab es auch Kritik. Zum Beispiel von Matthias Kunze, Ortsvorsteher von Elstal: „Ich finde es traurig, dass wir sowas machen müssen. Eigentlich können die Bürger zu jeder Ortsbeiratssitzung kommen und ihre Wünsche nennen. Aber die Wünsche, die die Bürger so gebracht haben, sind nicht schlecht.“ Zudem sei die Verknüpfung der Abstimmung mit dem Gemeindefeuerwehrtag in Wustermark im Grunde gut gedacht, aber als einzige Möglichkeit zur Stimmabgabe zu wenig. Für Einwohner aus den Ortsteilen mit eingeschränkter Mobilität sei es kaum machbar, sich zu beteiligen, hieß es. In diesem Punkt sieht auch Kämmerin Andrea Harksel einen Punkt für Verbesserungen im nächsten Jahr: „Es gab vermehrt die Frage nach einer Briefwahl oder ob man schon vorher abstimmen kann. Daher muss geregelt werden, wie das in Zukunft ablaufen kann.“

Denn von den stimmberechtigten etwa 7500 Wustermarkern, die 14 Jahre oder älter sind, beteiligten sich gerade mal 3,3 Prozent. Weil das Quorum von 10 Prozent nicht erreicht wurde, entscheiden nun die Gemeindevertreter. „Die Hürde war sehr hoch für das erste Mal, aber aus meiner Sicht sollten wir, unabhängig der 10 Prozent, die Vorschläge mit den meisten Stimmen durchsetzen. Dies wird in der nächsten Sitzung der Gemeindevertreter besprochen“, sagte Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) nach der Auszählung.

Auf Platz 1 mit knapp 200 Stimmen landete bei der Abstimmung der Ausbau des öffentlichen Spielplatzes an der Grundschule Wustermark (10 000 Euro). Gefolgt vom Wunsch nach mehr Hundekotbehältern in allen Orten der Gemeinde (10 000 Euro) und dem Anlegen von bienenfreundlichen Wildblumenwiesen (5000 Euro).

Die Vorschläge mit weniger Stimmen würden jedoch nicht vergessen. Holger Schreiber sieht außerhalb des Bürgerbudgets ebenfalls Möglichkeiten, Wünsche zu äußern: „Wir wollten die Leute dafür begeistern, sich zu beteiligen. Ideen gibt es immer und die Bürger können sich gern einbringen.“

Alles in allem war der Tag bei der Feuerwehr in Wustermark, die in diesem Jahr 110 Jahre alt wird, trotz des regnerischen Wetters ein Erfolg, schätzte Gemeindebrandmeister Jürgen Scholz ein. Auf die Frage, ob auch er einen Wunsch für das Bürgerbudget hätte, antwortete er: „Ich würde mir mehr erwachsene Mitglieder in der Feuerwehr wünschen. Derzeit sind es 94 in allen Ortswehren. Aber das ist ja kein Vorschlag für das Bürgerbudget.“

Von Vanessa Mehwitz

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