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Havelland Drei-Seiten-Hof wird gerettet
Lokales Havelland Drei-Seiten-Hof wird gerettet
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00:35 30.05.2015
Martina Dube und Dietmar Schramm auf dem Minihof in der Holzmarktstraße. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Drei Kubikmeter Ziegelschutt, die gleiche Menge Müll und 250 leere Flaschen. Aber auch eine alte Matratze oder Unmengen an Tapetenresten haben Dietmar Schramm, Martin Dube und ihre Söhne schon vom Grundstück in der Nauener Holzmarktstraße 6 geholt. Jahrzehnte des Leerstands ließen den kleinen Drei-Seiten-Hof zur Müllhalde werden. Doch damit ist es jetzt vorbei. Die neuen Besitzer bereiten alles vor, um das Gelände erneuern zu können.

Es war praktisch Rettung in letzter Minute. Denn selbst die Denkmalpflege hatte wohl nicht mehr so recht daran geklaubt, dass sich jemand findet, der den maroden Hof sanieren kann und will. Die Abrissgenehmigung für das Einzeldenkmal war bereits erteilt. „Wir erfuhren kurz vor Weihnachten durch den Sanierungsträger von dem Grundstück. Dann hatte ich mit meinen Jungs gesprochen“, sagt Martina Dube. Sohn Gabriel erwarb anschließend das Areal und kann nicht nur auf die tatkräftige Mithilfe von seinen Brüdern, sondern unter anderem auch von seiner Mutter rechnen. Sie wird vieles managen, schließlich hat die Brieselangerin Erfahrung mit der Sanierung eines alten Fachwerkhauses. Die Goethestraße 35 ist unter ihren Fittichen wieder wie neu geworden und ein Anziehungspunkt für Besucher bei den Tagen des offenen Denkmals. Dietmar Schramm stellt derzeit die Goethestraße 36 wieder her, die Gebäudehülle ist fertig.

In der Holzmarktstraße 6 steht alles zusammen auf gut 277 Quadratmeter, viele Kleingärten sind größer. Dass es so klein ist, stört Martina Dube nicht. Im Gegenteil: „Das hat doch was, dieses abgeschlossene Höfchen“, schwärmt sie. Wie schon zuvor in der Goethestraße kann sie sich auch hier für die historische Bausubstanz begeistern, auch wenn der Zustand der Gebäude teils erschreckend ist. So ist die Scheune mit den ehemaligen Ställen zur Gebhard-Eckler-Straße hin größtenteils zusammengefallen. Im Erdgeschoss des Wohnhauses an der Holzmarktstraße sorgen provisorisch eingezogene Stützen dafür, dass die altersschwache Decke oben bleibt. Dabei war es keinesfalls Liebe auf den ersten Blick. „Im ersten Moment, als ich den Hof sah, dachte ich nur: Um Gottes Willen“, meint die 62-Jährige, ist aber optimistisch. Wenn man es richtig angeht, „dann wird etwas schönes daraus“. Im Vorderhaus sollen nach jetzigen Vorstellungen zwei Wohnungen entstehen, die Scheune und das andere Nebengebäude könnten der Kunst, darunter Ausstellungen, vorbehalten bleiben. „Es wird ein offenes Haus.“

Martina Dube schätzt den Hof auch deshalb, weil dessen Struktur noch hundertprozentig vorhanden sei. Das Ensemble stammt voraussichtlich aus der Zeit um 1700. Damals gab es von der Holzmarktstraße aus noch eine Tordurchfahrt, durch die der Bauer auf sein Gehöft gelangte. Dementsprechend klein waren die Wohnräume. In der oberen Etage wurde zu der Zeit unter anderem auch Korn gelagert. Etwa um 1900 erfolgte ein größerer Umbau. Die Durchfahrt verschwand, ins Dachgeschoss kamen neben weiteren Wohnräumen Küche und Bad.

Altstadtsanierung Nauen

Als Beginn der Nauener Altstadtsanierung gilt der 8. Oktober 1994. Zu dem Zeitpunkt wiesen zwei Drittel der Häuser in dem Gebiet schwere Schäden auf, ein Viertel waren gar Ruinen.

Bis 2016 können Hauseigentümer noch mit Städtebaufördermitteln rechnen. Dann ist die Altstadtsanierung offiziell beendet.

Zu den größten Bauvorhaben, die einer Erneuerung bedürfen, gehören die alte Brauerei in der Jüdenstraße, das Kaufhaus in der Mittelstraße und der Berliner Hof in der Goethestraße.

Im Zuge der Sanierung wurden in den mehr als 20 Jahren auch sämtliche Straßen und Plätze wieder auf Vordermann gebracht, zuletzt die Holzmarktstraße und die Rosengasse.

Bei der Sanierung des Drei-Seiten-Hofes können die neuen Besitzer auf Städtebaufördermittel erhoffen, es ist praktisch auch die letzte Chance. Denn die Nauener Altstadtsanierung neigt sich weiter dem Ende entgegen. Nur noch bis nächstes Jahr gibt es Zuschüsse für Bauvorhaben im Sanierungsgebiet. Derzeit erfolgt die Schadensanalyse als Grundlage für den Antrag. Allerdings steht die Gesamtfinanzierung noch nicht. Somit ist auch schwer zu sagen, wann das letzte Grundstück in der Holzmarktstraße erneuert sein wird.

Von Andreas Kaatz

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