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Drei Wirtschaftspreise für Falkensee

Havelland Drei Wirtschaftspreise für Falkensee

Zum 20. Mal wurden auf Schloss Ribbeck die Wirtschaftsförderpreise des Landkreises vergeben. Dabei hat vor allem das Osthavelland groß abgesahnt: In drei der fünf Kategorien kam der Sieger aus dem Ostteil des Kreises, dazu noch der Gewinner des Jugendförderpreises. Vor allem eine Stadt durfte gleich mehrfach jubeln.

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Die drei Geschäftsführer des Garten- und Landschaftsbaubetriebs Reinhold Fehmer/Galafa.

Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke

Havelland. Das Osthavelland hat bei der diesjährigen Verleihung der Wirtschaftsförderpreise des Landkreises groß abgesahnt. In drei der fünf Kategorien kam der Sieger aus dem Ostteil des Kreises, dazu noch der Gewinner des Jugendförderpreises.

Gleich zwei der ausgezeichneten Unternehmen kommen dabei aus Falkensee, darunter der Preisträger in der Königskategorie für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten – der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Reinhold Fehmer/Galafa. Mit mehr als 90 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von deutlich über fünf Millionen Euro gehört die Firma zu den wichtigsten Arbeitgebern in Falkensee, mit Referenzen unter anderem am Schloss Bellevue und am Holocaustdenkmal in Berlin. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren zahlreiche junge Menschen ausgebildet – auch solche mit familiären und schulischen Problemen oder mit Defiziten in der Sprache. „Besonders das regionale Engagement hat die Jury beeindruckt“, sagte Landrat Roger Lewandowski. Die Firma unterstützt diverse Vereine, Geschäftsführerin Gundula Fehmer ist zudem Mitglied im Beirat des Jobcenters. „Man hat wirklich das Gefühl, dass sich das Unternehmen im Havelland zuhause fühlt“, betonte Lewandowski.

Bei den Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten wurde die Fleischerei Gädecke ausgezeichnet, 1935 in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) gegründet und seit 1960 in Falkensee ansässig. Ein weiterer Preis für den Famlienbetrieb, nachdem dieser im vergangenen Jahr bereits als eine der 100 besten Fleischereien in Deutschland geehrt worden war. „Entgegen dem eigentlichen Branchentrend entwickelt sich dieses Unternehmen ausgesprochen positiv“, sagte Wirtschaftsdezernent Andreas Ernst in seiner Laudatio. Die Familie Gädecke gehöre zu den Unternehmern, „die anpacken, Herausforderungen annehmen und selbst lösen“, so Ernst.

Für die Auszeichnung der Krabbenborg Gut Berge GmbH & Co. KG als innovativster Betrieb des Jahres war mit Ton van Arnhem sogar extra ein Mitglied der holländischen Botschaft zur Preisverleihung am Mittwochabend auf Schloss Ribbeck gereist, denn Eigentümer Stef Krabbenborg stammt aus den Niederlanden. Krabbenborg ließ die Ställe seines Landwirtschaftsbetriebs in den vergangenen Jahren mit hohem finanziellen Aufwand umbauen und erweitern, um alle Kriterien des Tierschutzes und des Tierwohls zu erfüllen. Seitdem gibt es in den Ställen auch einen höhenverstellbaren Boden, damit auch kleinere Mitarbeiter leichter die Melkstände erreichen können. „Was wir heute in Berge sehen, ist Weltniveau“, lobte Ton van Arnhem. In seiner Rede erinnerte er auch an die Einrichtung der „Butterakademie“ in Königshorst (Ostprignitz-Ruppin) vor bald 300 Jahren: Schon damals sei die holländische Milchwirtschaft vorbildlich gewesen.

In der eigentlichen Kategorie Landwirtschaft wurden Kai Holger Dech und seine Frau Christine geehrt. In Hohennauen betreiben sie einen Bio-Betrieb nach den strengen Regeln des Demeter-Verbandes. Ihre Produkte – hauptsächlich Gemüse, darunter insbesondere Kohl – vertreiben sie unter anderem über einen Lieferservice.

Als bestes Tourismusunternehmen wurde die Jugendherberge „Carl Bolle“ in Milow ausgewählt. Sie war schon 2012 und 2014 nominiert worden – im dritten Anlauf klappte es nun endlich mit der Auszeichnung. Als Landrat Roger Lewandowski das Haus vorstellte und in höchsten Tönen lobte, bemerkte er irgendwann: „Das ist ja schon fast ein Werbeblock, den ich hier abspule. Aber dieses Objekt ist es wert.“

Die Wirtschaftsförderpreise wurden in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben. Sie sind mit jeweils 1000 Euro dotiert. 20 Unternehmen hatten sich beworben oder wurden durch Dritte nominiert. Eine Fachjury unter anderem mit Vertretern des Landkreises, der Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft entschied schlussendlich über die Preisträger.

Von Philip Häfner

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