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Dritte Eiswelt im Karls Erlebnis-Dorf

Eisige Skulpturen Dritte Eiswelt im Karls Erlebnis-Dorf

23 Künstler werkeln derzeit an der neuen Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf in Elstal. Kurz vor Weihnachten wird die Schau aus Eisfiguren mit dem Thema „Karlchen auf Weltreise“ eröffnet.

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Maskottchen Karlchen vor dem Berlin Kunstwerk.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Minus zehn Grad! Auf der inneren Frostskala liegt das kurz vor „Sibirische Kälte“ und gerade noch so im Bereich „knackig kalter Wintertag“. Für eine kurze Zeit also ganz annehmbar. Minus zehn Grad – das ist konstant die Arbeitstemperatur für 23 Künstler in Karls Erlebnis-Dorf in Elstal. Seit Mitte November hämmern, sägen, meißeln und formen sie eine filigrane Welt aus großen Eisquadern. Kein Wunder, dass ihre Arbeitskleidung so aussieht, als würden sie gleich zu einer Südpolexpedition aufbrechen: Dicker roter Anorak mit Kapuze, dicke Handschuhe, gefütterte Funktionshose, schwere Schneestiefel. Noch sind nicht alle Skulpturen fertig, aber bei einem kurzen Rundgang lässt sich schon erahnen, wie das Ganze zur Eröffnung am 23. Dezember aussehen wird.

Die dritte Eiswelt steht unter dem Motto „Karlchen auf Weltreise“. Die Eiskünstler konnten sich mit eigenen Entwürfen dazu bewerben. Einzige Vorgabe: Maskottchen Karlchen muss irgendwie mit in die Szene eingebaut werden. Im Berlin-Bild von zwei lettischen Künstlern durchbricht zum Beispiel ein echter Trabbi die Mauer aus Eis. Das Brandenburger Tor ist schon in Umrissen zu erkennen. Im Vordergrund wird dann ein frostiges Karlchen neben Angela Merkel aus Eis stehen. Kanzlerinnen-Raute und gefrorenes Lächeln inklusive.

Nebenan entsteht gerade die Skyline von London, mit Big Ben und Towerbridge, die später mit einer dieser alten, roten englischen Telefonzellen garniert werden soll.

 Den Kreml in Moskau gestaltet Alexander Skarednoff aus Russland

Den Kreml in Moskau gestaltet Alexander Skarednoff aus Russland.

Quelle: Tanja M. Marotzke

In Tokio muss Karlchen zum Sumo-Ringkampf antreten, in Havanna darf er Samba tanzen, und im australischen Outback gegen ein Känguru boxen. In der Mitte der 2000 Quadratmeter großen Halle wächst gerade ein riesiges Iglu in die Höhe, das später die Eisbar beherbergen soll.

Die meisten Eisblöcke sind durchsichtig oder milchig trüb und werden später durch farbiges Licht in Szene gesetzt. Das Maskottchen wird aus erdbeerrotem Eis geformt. Und auch für die Kulissen von Panama und Havanna stehen Eisquader in fast allen Farben des Regenbogens dabei.

Die Australierin Anne Marie Taberdo meißelt gerade an der Fassade der Oper von Sydney herum. Sie ist zum ersten Mal in Elstal dabei. Warum sie Eiskünstlerin geworden ist? „Ich mag einfach das Eis“, sagt sie. Das hat sie vor fünf Jahren gemerkt, als sie für einen Auftrag in London zum ersten Mal mit dem gefrorenen Nass arbeiten durfte. Im Hauptberuf arbeitet sie immer noch als Bühnenbildnerin in London. Jedes Wochenende aber zieht sie ihre dicksten Winterklamotten an und erschafft Skulpturen aus Eis. Seit ein paar Jahren ist sie Teil der Szene, der weltweit nicht mehr als ein paar 100 Künstler angehören. Der bisherige Höhepunkt für sie war die Teilnahme an den Eisskulpturen-Weltmeisterschaften in Alaska. Wenn es geht, würde sie nächstes Jahr gerne mal an einem Festival in China oder Japan teilnehmen.

Aber jetzt erst mal Elstal: „Es ist großartig, was man aus Eis in so kurzer Zeit alles erschaffen kann. Das geht mit keinem anderen Material“, sagt Taberdo. Dass sie ausgerechnet als sonnenverwöhnte Australierin ihre Liebe zum Eis entdeckt hat, ist schon ein bisschen kurios. „Meine Freunde in Australien halten mich jedenfalls alle für ein bisschen verrückt“, sagt sie und lacht. Dann meißelt sie weiter. Die Kälte scheint ihr tatsächlich nichts auszumachen. Anders als den normalen Besuchern, die erst einige Kaffees hinunterstürzen müssen, um wieder ihre Füße zu spüren.

Von Ralf Stork

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