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Havelland Ehemaliger MAZ-Fotograf erkundet die Welt
Lokales Havelland Ehemaliger MAZ-Fotograf erkundet die Welt
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11:44 30.01.2016
Gordon Welters genießt die Ruhe in Kuhhorst. Quelle: Laura Sander
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Kuhhorst

Gespenstischer Nebel liegt über dem kleinen Örtchen. Große Matschpfützen und windschiefe Holzplanken verleihen der unbewohnten Scheune etwas Mystisches. Die Ruhe wird nur vom Gegacker der Hühner unterbrochen.

Im angrenzenden Wohnhaus lebt Fotograf Gordon Welters gemeinsam mit Freundin Ines John. Vor etwa anderthalb Jahren hat es sie nach Kuhhorst in Fehrbellin, kurz hinter der havelländischen Grenze, verschlagen. „Wir haben lange gesucht, bis wir das passende Haus gefunden haben. Wir genießen das Leben im Dorf, es ist herrlich hier“, so der 42-Jährige. In Brandenburg/Havel aufgewachsen zog es Welters zunächst in Großstädte, wie Hamburg, Berlin und London, bevor er nach Etzin zog, um das Landleben zu testen. „Ich habe immer in Städten gelebt, daher wollte ich erst sehen, ob das Landleben tatsächlich das Richtige für mich ist.“

Welters, der Jahre lang für die MAZ, auch im Havelland unterwegs gewesen ist, drückt heute für namhafte Zeitungen und Magazine wie die New York Times, Spiegel, Stern, Geo oder die Zeit auf seinen Auslöser. Für seine Aufträge ist der 42-Jährige in ganz Deutschland, im europäischen Ausland und hin und wieder weltweit unterwegs. „Journalistische Fotografie ist eigentlich schon immer mein Steckenpferd. Außerdem nehme ich Aufträge von Firmen an, fotografiere auch mal eine Konferenz oder gebe Fotoworkshops.“

Die Wirklichkeit abbilden und in die unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten eintauchen, das mache seinen Beruf aus. „Ich mag es nicht, wenn die Realität inszeniert wird. Viel schöner finde ich es, wenn sich Menschen vor meiner Kamera total fallen lassen und mich gar nicht wahrnehmen.“ Privat arbeitet er gerne an sozial engagierten Projekten. Für seine Fotostrecke „Geh, meine Schöne“ wurde er seit 2010 mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Siena International Photography Award. „Ich habe Dana einige Tage vor ihrem Tod kennengelernt. Sie starb mit nur 34 Jahren an Brustkrebs.“ Ihre letzten Tage verbrachte sie im Kreise ihrer Liebsten. Welters war mit seiner Kamera dabei und ließ bewegende, emotionale Fotos entstehen.

Seine erste Kamera kaufte sich der Kuhhorster mit 20. „Ich hatte mich gerade an der Uni eingeschrieben. Über die Jahre habe ich dann aber gemerkt, dass der Ingenieurberuf nichts für mich ist und ich mich ganz und gar der Fotografie widmen möchte.“ Und obwohl er damals schon bei lokalen Zeitungen Fuß gefasst hatte, gab er sein Studium auf, verkaufte sein Hab und Gut und ging nach London an eine renommierte Fotoschule. „Das war ein tolles Jahr. Wir saßen mit den besten Fotografen der Welt zusammen und haben unsere Arbeiten besprochen“, erzählt Welters mit strahlenden Augen. „Ich bin schon sehr selbstkritisch, das ist auch heute noch so – bei jedem Termin strenge ich mich an, als wäre es das erste Mal.“ Nachdem Welters aus London zurückgekehrt war, wollte er raus aus dem Lokaljournalismus und sich persönlich weiterentwickeln. „Es ist immer Luft nach oben. Nur wenn man sich als Mensch entwickelt, kann man als Fotograf gut sein.“

Dass sein jetziger Wohnort nicht gerade zentral gelegen ist, findet der 42-Jährige gerade gut. „Ich weiß nie, wo ich als nächstes hin muss. Ob ich also in Berlin oder Kuhhorst lebe, ist egal, nur dass ich es hier viel schöner finde.“ Trotzdem Welters oft unterwegs ist, arbeitet er viel von zu Hause aus, kann sich seine Zeit selbst einteilen. „Hätte ich einen Job mit festen Arbeitszeiten und müsste täglich die gleiche Strecke fahren, wäre das natürlich etwas anderes und nicht so entspannt.“

Von Laura Sander

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