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Ehrenamt hat viele Gesichter

Ketzin/Friesack Ehrenamt hat viele Gesichter

Die Viefalt des Ehrenamts im Alltag wurde jetzt in zwei havelländischen Kommunen deutlich. Zum elften Mal wurden in Ketzin/Havel verdiente Bürger mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. In Friesack wurde Engagement jetzt erstmalig mit der Goldenen Ehrennadel geehrt.

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Würdigung und Anerkennung für ehrenamtliche Leistungen beim diesjährigen Tag des Ehrenamtes in Ketzin/Havel.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Friesack. Blumen und Ehrengeschenke standen bereit, der Frühstückstisch in der Cantina des Späthschen Gutshofes war liebevoll gedeckt. Bereits zum elften Mal hat die Stadt auf Vorschlag von sozialen Einrichtungen, Vereinen und Privatpersonen kürzlich verdiente Ketziner zum Tag des Ehrenamtes eingeladen. „Ehre gehört zum Ehrenamt“, rezitierte Heide Thulke vom Seniorenrat.

Volkslieder für Demenzkranke

Und diese Ehre wurde Monika Mewes zuteil. Sie singt nicht nur seit rund 20 Jahren im Kirchenchor, sondern ist seit acht Jahren regelmäßig im evangelischen Seniorenzentrum und singt mit den Bewohnern Volkslieder. „Es ist immer wieder bewegend zu sehen, wie die oft schwer an Demenz erkrankten Bewohner einzelne Zeilen mitsingen. Das und meine Freude an der Musik motivieren mich immer wieder“, sagte Mewes nach der Ehrung durch Bürgermeister Bernd Lück (FDP) und Fischerkönigin Sofie Reinschlüssel.

Ilse Krey aus Tremmen ist nicht nur Mitbegründerin des Fördervereins für das Dorfmuseum Tremmen, hier wirkt sie auch seit 18 Jahren im Vorstand mit und ist maßgeblich an der Vorbereitung aller Veranstaltungen des Dorfmuseums und des Fördervereines beteiligt.

Vielfalt der ehrenamtlichen Arbeit

Die Vielfalt der ehrenamtlichen Arbeit spiegelt die Hilfe von Waltraud Köhler wider. Sie unterstützt die siebenköpfige syrische Familie Azous, die im Ortsteil Zachow ein neues Zuhause gefunden hat. „Als die Turnhalle in Nauen abgebrannt wurde, meinten mein Mann und ich, dass wir etwas gegen die falschen Eindrücke von unserem Land, die solche ausländerfeindlichen Aktivitäten auslösen, tun müssen“, sagte sie. Die Vorbereitung auf die Schule, Begleitung zu Einkäufen oder zum Arzt, alles das kostet viel Zeit. „Aber die Dankbarkeit der Familie ist Anerkennung und Motiv zugleich“, merkte sie an.

Auf einem ganz anderen Gebiet engagiert sich Ella Nowak, und das seit 14 Jahren. Sie leitet die Seniorenturngruppe des SC Ketzin/Havel mit 15 Frauen, alle zwischen 68 und über 80 Jahre. „Ohne diese oft langjährigen ehrenamtlichen Aktivitäten würde das Gemeinwesen nicht funktionieren“, lobte Bernd Lück. Außerdem ausgezeichnet wurden Ursula Labitzke für die Betreuung der Bewohner des Seniorenzentrums sowie Nicol Niemoth und Monika Severon für ihr Engagement in der Willkommensinitiative.

Erstmalig wurde in Friesack die Goldene Ehrennadel verliehen

Erstmalig wurde in Friesack die Goldene Ehrennadel verliehen.

Quelle: Privat

Galaabend in Friesack

Auch beim Galaabend des Friesacker Karnevalvereins stand das Ehrenamt im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Hier wurde erstmals die Goldene Ehrennadel der Stadt Friesack verliehen. Bürgermeister Klaus Gottschalk (SPD) und Fliederkönigin Katharina Fabel nahmen die Ehrung vor. „Ich denke, dass es notwendig ist, als Stadt einmal Bürgern Dank zu sagen, die sich über Jahre hinweg für unser kleines Städtchen arrangiert haben“, sagte Gottschalk. Als erste bekamen diese Auszeichnung nun in Friesack Günter Karle, Günter Kirchert und Erhardt Naethe.

Günter Karle hat viel bewirkt

Günter Karle war seit 1966 bis 2008 ununterbrochen Abgeordneter der Stadtverordnetenversammlung in Friesack. Er leitete von 1961 bis 2002 die Geschicke der LPG und darüber hinaus die der Agrargenossenschaft Friesack. Er kümmerte sich um die Erweiterung und den Umbau des Kulturhauses und sorgte für den Bau der Bäckerei und sicherte somit die Versorgung mit frischen Bachwaren. Er beteiligte sich ebenso am Bau der Friesacker Kindertagesstätte. Darüber hinaus wurde der SV Traktor Friesack, später Eintracht, mit dem Bau der Kegelbahn und der Modernisierung des gesamten Sportzentrums maßgeblich unterstützt. Die LPG half bei der Beschaffung von medizinischen Geräten für das Landambulatorium Friesack. In der Scheunenstraße entstand das polytechnische Zentrum für die praktische Berufsvorbereitung der Friesacker Schüler.


„Erhardt Naethe hat sich über viele Jahre verdient gemacht, der Fliederstadt Friesack eine Sportstätte zu bauen, die seines Gleichen sucht“, sagte Gottschalk. Gemeint war die Schießanlage. Naethe hatte als Gründungsmitglied der Schützengilde 1830 e.V. seit 1990 maßgeblichen Anteil daran, das Gelände der vorhandenen Kleinkaliberanlage zu modernisieren. Durch immensen Arbeitseinsatz sei es möglich gewesen, ohne Geld eine Anlage zu errichten, die den Anforderungen des Deutschen Schützenbundes und den Sicherheitsanforderungen sowie des Emissionsschutzes entspricht. Die Anlage habe einen Wert von über einer Million Euro.

Alltagsgegenstände aus vergangenen Jahrzehnten

Für seine Verdienste um den Aufbau des Heimatmuseums wurde Günter Kirchert geehrt. Wie Klaus Gottschalk sagte, habe Kirchert in den 60-er Jahren damit begonnen, wertvolles Kulturgut aus der Geschichte des Ackerbürgerstädtchens Friesack zu sammeln. So entstand in den 70-er Jahren ein privates Museum mit Alltagsgegenständen aus vergangenen Jahrzehnten. Es bildete den Grundstock fürs spätere Heimatmuseum. Nach der Wende übernahm Kirchert die Leitung des Heimatvereins, dem er bis heute noch vorsteht. Unter seiner Leitung wurde das Denkmal des Großen Kurfürsten aufgestellt und der Hohenzollernpark restauriert.

Von Wolfgang Balzer und Andreas Kaatz

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