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Ehrung französischer KZ-Opfer in Falkensee

Gedenken im Geschichtspark Ehrung französischer KZ-Opfer in Falkensee

Angehörige ehemaliger französischer Häftlinge des KZ-Außenlagers Falkensee haben am Sonntag mit der Niederlegung von Kränzen und einer Schweigeminute der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Es war ein Moment der Trauer, zugleich aber auch der Versöhnung.

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Stilles Gedenken an die Opfer.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Angehörige ehemaliger französischer Häftlinge des KZ-Außenlagers Falkensee haben am Sonntag mit der Niederlegung von Kränzen und einer Schweigeminute der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Es war ein Moment der Trauer, zugleich aber auch der Versöhnung. „Wir gedenken denen, die ihr Leben gelassen haben für eine bessere Zukunft. An der Stelle, wo das passiert ist, stehen wir heute vereint“, sagte André Lassague, Generalsekretär der Amicale Francaise Sachsenhausen und Sohn eines ehemaligen Sachsenhausen-Häftlings.

In Falkensee befand sich das größte Außenlager des dortigen Konzentrationslagers. Bis zu 2500 Zwangsarbeiter aus ganz Europa schufteten 14 Stunden am Tag für die Demag (Deutschen Maschinenbau-Aktiengesellschaft), sie bauten unter anderem Panzer. Am 26. April 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Lager.

Über 600 Häftlinge stammten allein aus Frankreich. Einer von ihnen war der Vater von Marie-Claude Melat.„Die Menschen im Lager Falkensee waren ganz unterschiedliche Nationalität. Was meinen Vater am Leben gehalten hat, war die Brüderlichkeit und Solidarität untereinander“, berichtete sie in einer emotionalen Ansprache. „Allen gemeinsam war der Kampf gegen den Faschismus.“

Diesen focht auch der Falkenseer Erhard Stenzel aus, mit mittlerweile 92 Jahren der letzte noch lebende deutsche Kämpfer der französischen Resistance. Stenzel wirkte 1944 auch bei der Befreiung von Paris mit. „Der Kampf gegen Faschismus und Krieg ist noch nicht beendet“, sagte er angesichts der aktuellen Weltlage. Und: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“

Traditionell besucht die Amicale-Delegation in diesen Tagen neben Falkensee noch weitere Orte der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft: die Konzentrationslager in Sachsenhausen und Ravensbrück, das Gefängnis in Berlin-Plötzensee, die Gedenkstätte des Todesmarschs im Belower Wald. Viele der Franzosen waren bereits die Enkel der ehemaligen Kriegsgefangenen; für sie war es das erste Mal, dass sie diese Schauplätze erlebten. Mit dem 92-Jährigen William Labrouillere war nur noch ein Überlebender dabei.

Damit die Erinnerung auch nach dem Ableben der Zeitzeugen nicht verblasst, will die Stadt Falkensee den Geschichtspark auf dem früheren Lagergelände entwickeln. „Wir werden alles dafür tun, diesen Ort zu bewahren, damit sich auch künftige Generationen ein Bild machen können“, sagte Vize-Bürgermeister Thomas Zylla.

Die Stadt hatte das Areal 1991 erworben, in den Jahren 1993 bis 1996 entstand dort der Geschichtspark. Zwei Gebäude sind noch erhalten: das ehemalige Transformatorenhaus und eine Häftlingsbaracke – beide jedoch in schlechtem Zustand. Man prüfe derzeit, welche Maßnahmen nötig sind, um die Baracke zu sichern, so Zylla. Ob sie darüber hinaus auch wieder originalgetreu hergerichtet wird oder im jetzigen Zustand belassen wird, sei noch nicht entschieden. Zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände eine Kiesgrube. Unter anderem wurden damals die Fenster der Barracke zugemauert.

Von Philip Häfner

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