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Eichen im Havelland werden besprüht

Pflanzenschutz Eichen im Havelland werden besprüht

Eichen im Havelland werden nach Pfingsten mit dem Biozid-Produkt Dipel ES besprüht oder abgesaugt. Allerdings passiert das nur noch selten aus der Luft, weil die Richtlinie das Betreten von besprühten Flächen für zwölf Stunden nach dem Einsatz verbietet.

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Aus der Luft werden die Eichenbestände nur noch im Westhavelland besprüht.

Quelle: Margrit Hahn

Havelland. Dipel ES wird im Havelland nur noch selten aus der Luft gespritzt, um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen. Nur im Milower Land und im Amt Rhinow werden die für den Menschen gefährlichen Larven mit dem Pflanzenschutzmittel aus Hubschraubern besprüht. „Andere Gemeinden haben von der Maßnahme Abstand genommen“, erklärte der amtierende Landrat Roger Lewandowski (CDU) und verwies auf die geltenden Anwendungsvorschriften für das Biozid-Produkt. „Danach dürfen Personen das Gebiet nach Ausbringen des Mittels zwölf Stunden nicht betreten“, erklärte er. „Aber wir können doch die B5 nicht für zwölf Stunden sperren“, hinterfragte er die Umsetzbarkeit der Richtlinie. In vielen Gemeinden des Havellandes wird deshalb auf den Einsatz von Dipel ES aus der Luft verzichtet. In Falkensee wird nicht aus der Luft gesprüht, auch nicht mehr in Brieselang. Hier wäre der Waldfriedhof eine möglicherweise bedrohte Fläche, aber man könne nicht kurzfristig den Friedhof für Beerdigungen sperren.

„Wir hatten in den vergangenen Jahren zwei Mal Eichen besprüht, das hat offensichtlich gut gewirkt“, sagte Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann. Nun werde nur noch punktuell gearbeitet, wenn ein Baum befallen sein sollte. Ähnlich sieht es in der Gemeinde Schönwalde-Glien aus. Dort war schon im vergangenen Jahr nicht mehr geflogen worden. „Wir hatten auf kommunalen Flächen einen Baum an der Kita in Perwenitz, der befallen war“, rechnete Matthias Koch aus der Gemeindeverwaltung vor, die Eiche sei mechanisch abgesaugt worden. Das sei auch der Weg, auf den man weiter setze. Es wird kein Gift eingesetzt, sondern mit Riesenstaubsaugern gearbeitet, sollte ein Baum befallen sein. In der Gemeinde stehen relativ viele Eichen. „Wir achten darauf und beobachten die Bäume, fragen bei den Forstrevieren und Straßenmeistern nach“, sagte Matthais Koch, die Gefahr werde nicht unterschätzt. Aber Schönwalde stehe nicht vor der Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners, deshalb wäre der Lufteinsatz hier auch nicht angemessen.

Das sieht offensichtlich im Westhavelland anders aus. Hier wird voraussichtlich am 17. oder 18. Mai geflogen. „In den Gemeinden Milower Land und Amt Rhinow werden insgesamt 76,1 Hektar Eichenbestände beflogen“ erklärte Kreissprecherin Caterina Rönnert. Außerdem ist in dem Bereich die Bekämpfung des Spinners an 62 Einzelbäumen nötig. Der Landesbetrieb Forst hat 400 Hektar Fläche angemeldet.

Ab 17. Mai wird auch der Landesbetrieb Straßenwesen die Raupen des Eichenprozessionsspinners an befallenen Bäumen bekämpfen. Im Havelland wird an der Landesstraße 174 zwischen Wagenitz und Brädikow mit dem Insektizid Dipel ES gearbeitet. Die Raupen, deren Haare bei Menschen bei Berühren oder Einatmen zu gesundheitlichen Problemen führen können, werden hier vom Boden aus besprüht. Wann genau das geschieht, kann noch nicht mitgeteilt werden, das hängt von der Witterung ab und wird kurzfristig entschieden.

Von Marlies Schnaibel

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