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Havelland Ein Abend im Zeichen der Achtsamkeit
Lokales Havelland Ein Abend im Zeichen der Achtsamkeit
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17:12 13.03.2018
„Moment mal! Aufhören zu rennen, achtsam werden, mehr erreichen“ – so der Titel des gut besuchten Vortrages von Jan Eßwein in der Falkenseer Stadthalle. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

„Haben Sie schon mal einen Tag lang nichts gesagt? Oder eine Woche? Einen Monat?“ So begrüßte Jan Eßwein sein Falkenseer Publikum. Mehr als 100 Frauen und Männer waren am Montagabend ins Foyer der Stadthalle gekommen, um Deutschlands bekanntestem Achtsamkeitstrainer zu begegnen. Im Rahmen der MAZ-Gesundheitswochen hatte die Märkische Allgemeine zu dem Abend eingeladen.

In seinem Vortrag vermittelte Buchautor Jan Eßwein dem Falkenseer Publikum, wie Achtsamkeit hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, den Alltag gelassener zu meistern und dauerhaft gesund zu bleiben. Er zeigt Wege auf, die Gesundheit stärken und innerhalb von Minuten achtsamer werden können.

Auf die Eingangsfrage mit dem Nichts-Sagen gab Jan Eßwein dann auch gleich seine persönliche Antwort. Er hatte schon tagelang nichts gesagt, ja sogar ein halbes Jahr in einem Kloster in Nepal geschwiegen. Ein persönliches Erweckungserlebnis. Das hat den Mann aus München aber nicht nur zum Schweige-, sondern auch zum Redeexperten gemacht. 90 Minuten redete er am Montagabend am Stück, er machte es ruhig, strahlte eine freundliche Energie aus, gab Ratschläge ohne belehrend zu sein.

Gefragter Autor und Referent

Jan Eßwein begann schon als Jugendlicher, sich mit Yoga und Achtsamkeit zu befassen. Er arbeitet als Physiotherapeut in der Nähe von München. Daneben vermittelt er als Autor und Referent sein Wissen. Mit 170 000 verkauften Büchern ist Eßwein der meist gelesene deutsche Autor zum Thema Achtsamkeit.

Moment mal!

Einiges von diesem Wissen hat er am Montag an die Falkenseer weitergegeben. „Moment mal! Aufhören zu rennen, achtsam werden, mehr erreichen“ – so hatte Jan Eßwein seinen Vortrag überschrieben. Die Falkenseer bezog er dabei immer wieder mit ein.

Gleich am Anfang gab es eine Konzentrationsübung für alle. 100 Leute rutschten auf die Stuhlkante, streckten den Rücken, schlossen die Augen, konzentrierten sich auf den Atem, auf die Füße, auf die Beine. Die Mini-Portion autogenes Training zeigte aber auch gleich, wie aufgeschlossen und konzentriert das Falkenseer Publikum dieses Seminar annahm.

Der Blick auf Alltagssituationen

Eßwein schilderte Alltagssituationen, wie sie wohl jeder kannte und gab den Zuhörern Anregungen mit auf den Weg, ihr eigenes Verhalten und ihre eigene Wahrnehmung zu verändern. Nicht auf den inneren Autopiloten schalten, sondern die Dinge wahrnehmen: den Geschmack des Essens, das Gefühl des Wassers beim Duschen, Geräusche, Gerüche, das Gegenüber. „Wahrnehmen was geschieht, während es geschieht“, fasste Jan Eßwein die Erkenntnis zusammen.

Die Legende vom Multitasking

Dann räumte er mit der Legende vom Multitasking auf, bat die Falkenseer an einem kleinen Spiel mitzumachen. Anschaulich wurde klar: Wer mehreres gleichzeitig macht, braucht viel länger. „Aufmerksamkeit ist wie ein innerer Scheinwerfer, und es braucht Zeit und Energie, wenn dieser Scheinwerfer zwischen zwei oder mehr Dingen hin- und herschwenken muss“, begründete er sein Plädoyer gegen Multitasking und für Unitasking.

Das Smartphone und das Schlafzimmer

Und gleich der nächste Ratschlag: „Über Sie digitales Detox.“ Ein digitales Entgiften, Entschlacken gewissermaßen, das schon mit einem smartphone-losen Schlafzimmer beginnen kann.

Als eine wichtige Säule seiner Aufmerksamkeitsoffensive durchleuchtete er unsere Art der Kommunikation: Wie höre ich dem anderen zu? Lasse ihn zu Wort kommen? Mache ich so ein Gespräch möglich?

In der anschließenden Fragestunde wollten die Zuhörer etliches wissen – vom Nepal-Aufenthalt bei den Mönchen bis zur modern gewordenen Sehnsucht nach innerer Einkehr. Was sie an dem Abend gehört hatte, das gehört in die Ausbildung von vielen Leuten, das sollten sich Verwaltungschefs anhören, meinte eine Frau. „Ich finde das heute supergut“, sagte Gabriele Eichler, „aber wir sind nur ein kleiner Rahmen. Was können wir tun?“ Jan Eßwein hatte auch da einen Rat: „Auch so ein Abend wirkt. Indem jeder versucht, danach zu leben und es weiterträgt.“

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