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Ein Campus entsteht

Gelände an der Ketziner Europaschule wird verändert Ein Campus entsteht

Lange wurde über den Campus Ketzin Am Mühlenweg geredet, jetzt geht es los. Erste Baumaßnahmen in diesem Jahr sind ein Bolzplatz und ein Wendehammer.

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Diese Straße zwischen Schule (r.) und Hortgebäude wird geschlossen. Dann können die Kinder ungehindert hin- und herlaufen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel. Spielen, bolzen und lernen an einem Ort, und das ohne auf durchfahrende Autos oder Lieferfahrzeuge achten zu müssen. Das soll für die etwa 300 Kinder der Europaschule Ketzin/Havel bald Realität werden, wenn der Campus Ketzin entsteht. Wenn es nach Schulleiter Andreas Theylich geht, könnte schon morgen losgehen und übermorgen fertig sein. „Ein abgeschlossenes Areal, in dem sich ausschließlich Schul- und Hortkinder aufhalten, in dem es neue Angebote zum Spielen und Lernen im Freien geben wird, darauf freuen sich alle.“ Wobei heute noch niemand genau sagen kann, wann dieses Vorhaben abgeschlossen sein wird. Realistisch ist wohl das Jahr 2020.

Das Konzept für das Campus-Projekt stellte Planerin Steffi-Regina Betz am Montagabend im Ketziner Bauausschuss erstmals vor. Es geht im Grunde darum, die Aufenthaltsqualität der Kinder in den Freiräumen auf dem 15 000 Quadratmeter großen Gelände Am Mühlenweg zu verbessern. Wichtigester Aspekt dabei ist, das derzeit durch eine Straße zwischen Schule und Hort zerschnittene Grundstück zusammen zu fügen. „So verringern wir das Gefahrenpotenzial für die Kinder und die Lehrer“, so Betz. Die jetzige Straße soll für den öffentlichen Verkehr gesperrt, die Zufahrten auf beiden Seiten geschlossen werden. Dafür entsteht hinter der Schule ein Kurzeitparkplatz für Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen wollen. Für die Bewohner eines angrenzenden Wohnblockes muss im Zuge der Durchfahrtssperre ein Wendehammer gebaut werden. „Der ist im Haushalt der Stadt Ketzin für 2016 drin“, erklärte Kämmerin Sabine Pönisch.

Neben diesen Bauvorhaben soll in diesem Jahr auch ein kleiner Bolzplatz mit Kunstrasen, Basketballkorb und einem vier Meter hohen Zaun (75 000 Euro) dem Schulhof entstehen. Den will der Förderverein der Schule finanzieren, so Schulleiter Theylich.

Alle anderen Umgestaltungen im Freigelände – dazu gehören eine Bühne, Spielflächen mit Sand, ein großer Fahrradstellplatz, grünes Klassenzimmer, ein Langzeitparkplatz für Lehrer und Erzieher sowie die komplette Einfriedung des Geländes – sind zeitlich noch nicht festgeschrieben. Sie werden je nach Haushaltslage der Kommune umgesetzt, so Pönisch. Ob es für einzelne Projekte Fördermittel geben wird, ist offen. Um überhaupt die Chance auf Zuschüsse vom Land zu haben, musste das Campus-Konzept erarbeitet werden.

Laut Planerin Steffi-Regina Betz betragen die Kosten insgesamt mehr als 500 000 Euro. Eine Summe, die bei den Ausschussmitgliedern angesichts der aktuellen Ketziner Haushaltslage ein Raunen auslöste. Aber letztlich sprachen sich alle für diese Planung aus.

„Das Verkehrsproblem sei aber nicht zu unterschätzen“, sagte Evelin Sens (Linke). Sie meinte damit, dass die Eltern wahrscheinlich den kürzesten Weg zum Abholen der Kinder aus dem Hort wählen würden und dann die enge Zufahrtsstraße an dem angrenzenden Wohnblock zu Spitzenzeiten zugestaut sein könnte. Was auch Schulleiter Andreas Theylich befürchtet. Abgeordnete Doris Radtke (SPD-Fraktion) hielt dagegen: „Erstens müssen wir die Eltern erziehen, den neuen Parkplatz zu nutzen. Zweitens sollten wir endlich anfangen mit dem Ketziner Campus.“

Von Jens Wegener

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