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Havelland Ein Dorf schließt ein dunkles Kapitel ab
Lokales Havelland Ein Dorf schließt ein dunkles Kapitel ab
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18:10 23.09.2016
Christa Eißer, Gisela Stiba und Ralf Tebling freuen sich über die neue Gedenktafel. Quelle: Ch. Schmidt
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Mögelin

Gemeinsam mit Christa Eißer und der stellvertretenen Ortsvorsteherin Gisela Stieba enthüllte Ralf Tebling am Freitagnachmittag die neue Plakette und schloss damit ein dunkles Kapitel der Dorfgeschichte ab. Rund 30 Mögeliner waren zur feierlichen Enthüllung gekommen, einige brachten sogar Blumen oder einen Kranz mit, um ihren Angehörigen zu gedenken. Dabei war auch Hans-Jürgen Müller. Er gehört zu jenen Dorfbewohnern, die sich seit Jahren beschwerten, dass die Gedenktafel am Obelisken auf dem Dorfplatz nur an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnere.

Müller scheute nicht davor zurück auch öffentlich dazu aufzurufen, eine zweite Tafel an das Denkmal anzubringen, auf der die Namen der Menschen zu lesen sind, die zwischen 1939 und 1945 starben. Dieser Wunsch wurde nun erfüllt. Nicht nur die gefallenen Soldaten, auch alle zivilen Opfer, deren Namen in den letzten zehn Jahren in Archiven, alten Dokumenten und durch persönliche Gespräche ermittelt wurden, sind auf der Gedenktafel nachzulesen.

Einige Schicksale sind nahezu unbekannt

Anfang des Jahres waren es 45 Namen, die auf der Liste standen, sieben weitere sind in den letzten Monaten dazu gekommen. Der letzte Name war der von Ewald Neils. Dessen Nichte, Christa Eißer hatte erst von der Gedenktafel erfahren, als diese in ihrem Familienbetrieb angefertigt wurde. „Ich sah auf die Liste und stellte fest, das der Name meines Onkels fehlte“, erinnerte sich die 80-Jährige am Freitag.

1944 war ihr Onkel im Alter von nur 33 Jahren gefallen. Während Christa Eißer weiß, wann und wie ihr Onkel starb, ist das Schicksal von Fritz Otto Scherf völlig unbekannt. Der Mann galt lange Zeit als verschollen und wurde schließlich 1949 für tot erklärt, so Tebling. Von anderen Opfern sind gar nur die Nachnamen bekannt.

Mögeliner spendeten 1000 Euro für die Gedenktafel

Klar ist, dass trotz jahrelanger Recherche ein Anspruch auf Vollständigkeit kaum erfüllt werden kann. Zu viele Dokumente wurden vernichtet, berichtete Ralf Tebling und erinnerte an die mühselige Recherche. Beim Landesarchiv und bei der Kirche hatten Mitglieder des Ortsbeirats nachgefragt. Auch das Domarchiv in Brandenburg/Havel und die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht wurden angeschrieben. Die ergiebigste Quelle waren aber Gespräche mit Mögelinern, so Tebling.

2600 Euro kostete die neue Gedenktafel. 700 Euro konnte der Ortsbeirat beisteuern, mit 900 Euro unterstützte die Stadt Premnitz und 1000 Euro spendeten die Mögeliner selbst. Ursprünglich stand ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges vor der Kirche. Nach der Wende war es in einem derart schlechten Zustand, dass es nur noch abgerissen werden konnte. Die Tafel hatte man aufbewahrt und 2006 an eine neue Stehle angebracht. Schon damals stand fest, die Stehle soll um eine zweite Gedenktafel ergänzt werden.

Von Christin Schmidt

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