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Ein Fest der Hoffnung

Syrischer Flüchtling über Weihnachten in Schönwalde Ein Fest der Hoffnung

In Syrien kommt der Weihnachtsmann mit der Pferdekutsche. Für einen Schlitten liegt im Nahen Osten dann doch zu wenig Schnee, erzählt Samer Bdewi, der zurzeit mit seiner Familie in der Flüchtlingsunterkunft im Schönwalder Schullandheim lebt. Dort erlebt der Syrer gerade sein erstes deutsches Weihnachtsfest – und erkennt durchaus Parallelen.

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Samer Bdewi schmückt den Weihnachtsbaum im Schönwalder Schullandheim.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schönwalde-Glien. In Syrien kommt der Weihnachtsmann mit der Pferdekutsche. Für einen Schlitten liegt im Nahen Osten dann doch zu wenig Schnee, auch wenn es in den Bergen häufiger schneien soll, wie Samer Bdewi berichtet. „Dann bauen wir sogar manchmal einen Schneemann“, erzählt der 33-Jährige, der zurzeit mit seiner Familie in der Flüchtlingsunterkunft im Schönwalder Schullandheim lebt. Dort erlebt der Syrer sein erstes deutsches Weihnachtsfest.

Allzu sehr würden sich die Traditionen hierzulande gar nicht von denen in seiner Heimat unterscheiden, sagt er, und meint damit nicht nur das milde Wetter, das derzeit eher an Mittelmeer als an Mitteleuropa erinnert.

Neben dem Weihnachtsmann, der dort Baba Noel heißt, gibt es in Syrien auch Weihnachtsbäume und Lichterschmuck, nur das mit den Weihnachtsmärkten war neu für Samer Bdewi. „Bei uns gibt es jede Woche einen Markt, auf dem die Leute ihre selbst gemachten Sachen verkaufen“, erzählt er. „Da brauchen wir keine speziellen Weihnachtsmärkte.“

Trotzdem beteiligte er sich gerne am Schönwalder Markt Anfang Dezember auf dem Parkplatz vor Edeka und verköstigte die Besucher dort mit Spezialitäten aus seiner Heimat.

Samer Bdewi ist Moslem, aber er feiert trotzdem Weihnachten. Das sei in Syrien ganz normal, sagt er. Die Christen würden Jesus’ Geburt begehen und die Moslems freuten sich zumindest über ein paar freie Tage mit Freunden. Geschenke gibt es bei ihnen aber nur für die Kinder, die Erwachsene schenken sich nichts.

Samer Bdewis Tochter Naya ist mit ihren sechs Monaten noch zu klein für Geschenke. Sie kam auf der Flucht nach Europa in der Türkei zur Welt. Dort erlebte die Familie auch das vergangene Weihnachtsfest. „Wir haben versucht das Beste aus der Situation zu machen“, erinnert er sich. Sogar ein kleines Feuerwerk organisierten sie, als Ausdruck der Freude, dem Krieg endlich entronnen zu sein.

In Deutschland hat die Familie neue Hoffnung gefunden. Samer Bdewi glaubt weiter fest daran, eines Tages in seine Heimat zurückkehren zu können, wenn der Konflikt vorbei ist, „doch für den Moment ist Deutschland meine Heimat“, sagt er.

„Ich fühle mich in Schönwalde zuhause, die Leute hier sind sehr nett und hilfsbereit.“ Aus diesem Grund will er in diesem Jahr auch zum ersten Mal einem Erwachsenen ein Weihnachtsgeschenk machen: Den vielen engagierten Freiwilligen der Schönwalder Willkommensinitiative will die Gruppe ein Essen mit orientalischen Genüssen kredenzen.

Von Philip Häfner

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