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Ein Feuerwehr-Urgestein tritt kürzer

Paretz Ein Feuerwehr-Urgestein tritt kürzer

Mehr als 20 Jahre stand Detlef Hinze an der Spitze der Paretzer Feuerwehr. Jetzt zieht sich der 58-Jährige aus dem ersten Reihe zurück.

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Detlef Hinze ist seit 1968 Feuerwehrmann. Bei mehr als 600 Einsätzen war er bisher dabei.

Quelle: Jens Wegener

Paretz. „Ich bin jetzt nur noch ein normaler Feuerwehrmann“, sagt Detlef Hinze. Wer den 58-Jährigen und vor allem sein Engagement für die Paretzer Feuerwehr kennt, kann diese Aussage kaum glauben. Nach 20 Jahren als Ortswehrführer und zwei Jahre als Stellvertreter des neuen Chefs Carsten Riemer hat Detlef Hinzu nun seinen Platz in der Ortswehrführung geräumt: „Die Generation der 30 bis 40-Jährigen soll langsam Verantwortung übernehmen. Außerdem werde ich nicht jünger und habe mit der Landwirtschaft genug um die Ohren“, begründet Hinze seinen Entschluss.

Dass er bereits 1968 in die Feuerwehr eintrat, liegt in den Genen begründet. Sein Urgroßvater Friedrich Hinze gehörte 1910 zu den Unterzeichnern der Gründungsurkunde des Feuerlöschverbandes Paretz. Auch sein Vater Ottfried gehörte zig Jahre zu den Brandbekämpfern im Ort, war bis 1989 der Wehrführer. Irgendwann nach der Wende kamen sogar sein Frau Rosemarie und seine Tochter Mandy dazu, allerdings nicht, um bei Brand- oder Unfalleinsätzen dabei zu sein. Detlef Hinze erklärt: „Einige Frauen im Dorf wollten eine Gymnastikgruppe gründen und hatten keinen Raum. Sie übten eine Weile im Deport in Paretz, bis es Probleme gab. Da sind alle Frauen in die Feuerwehr eingetreten.“ Sogar sein Enkel Elias ist bereits in der Jugendfeuerwehr aktiv.

Geschätzt etwa 600 Mal ist Detlef Hinze bis heute zu Einsätzen ausgerückt. Nicht immer ging es dabei so lustig zu, wie einmal in der 90er-Jahren, als die Paretzer beim Restaurant „Gotisches Haus“ eine Katze vom Baum holen sollten. „Es gab damals bei uns noch keine Drehleiter. Also stellte wir eine normale, lange Leiter an die Eiche. Doch die Katze dachte nicht daran, sich fangen zu lassen. Wir rüttelten an den Ästen, dann kam das Tier endlich runter aber flitzte sofort wieder auf den nächsten Baum. Der war aber kleiner, so dass wir die Katze wohlbehalten dem Besitzer übergeben konnten.“ Ungern erinnert sich Hinze an einen Verkehrsunfall in Vorketzin nach der Wende, als die Paretzer Feuerwehrleute zuerst eintrafen und mehrere tote junge Leute bergen mussten.

Stolz ist Detlef Hinze auf die gute Nachwuchsarbeit in Paretz und die Zusammenarbeit mit der örtlichen Kita „Havelfrüchtchen“. Er selbst kümmert sich seit Jahren um die „Paretzer Löschbande“. Jeweils die große Gruppe der Fünf- bis Sechsjährigen aus der Kita kommt regelmäßig zur Feuerwehr, nicht nur um sich Technik anzusehen. „Wir bringen den Kindern bei, was zu tun ist, wenn beispielsweise zu Weihnachten der Adventskranz in Flammen steht.“

Mit dieser Ausbildung will Detlef Hinze auch weitermachen. Auch wenn er als selbstständiger Landwirt, der 270 Hektar beackern muss, immer weniger Freizeit hat. „Mir ist aber am wichtigsten, wie es mit dem Paretzer Feuerwehrdepot weitergeht. Der Mietvertrag für das Gebäude am Parkring endet am 31. Dezember.“ Der ursprünglich geplante Neubau eines Gerätehauses in der Paretz-Hofer-Straße war vor allem daran gescheitert, dass die Stadt Ketzin/Havel keine Fördermittel bekam und dieses Vorhaben nicht allein finanzieren kann.

Ketzins Bürgermeister Bernd Lück (FDP) versicherte gestern: „Wir haben eine Lösung für das Paretzer Depot, die in den nächsten Tagen feststeht und mit der alle Seiten zufrieden sein werden.“

Von Jens Wegener

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