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Havelland Ein Flößer bringt Kunst in den Optikpark
Lokales Havelland Ein Flößer bringt Kunst in den Optikpark
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06:11 03.06.2016
Das wohl bekannteste Werk von Alexandr Dergunov. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

In seinen Händen verwandeln sich alte Baumstämme in Kunstwerke und auf weißem Papier lässt er mit Farbe lebendige Landschaften entstehen. Alexander Dergunov ist ohne Frage einer der kreativsten Mitarbeiter des Optikparks, dabei ist es eigentlich gar nicht seine Aufgabe künstlerisch zu arbeiten. Dergunov ist Flößer und zeigt seit der Landesgartenschau 2006 den Gästen vom Wasser aus den Park. Während dieser Touren entdeckt er immer wieder neue Schönheiten und Besonderheiten in der Natur, die er in seinem Skizzenbuch festhält. Mal entstehen daraus Aquarellbilder, mal Schnitzarbeiten.

„Ich liebe den Optikpark, es ist ein toller Arbeitsplatz mitten in der Natur“, schwärmt der 59-Jährige. 2002 kam er mit seiner Familie aus Kasachstan nach Deutschland, geboren wurde er in Krasnojarsk in Sibirien. Seine Vorfahren sind deutsch, deshalb ging die Familie in das Land zurück, in dem ihre Wurzeln liegen. Schon als Junge hat Alexandr Dergunov gemalt, zum Schnitzen kam er allerdings erst sehr viel später. 2008 riss ihn ein Herzinfarkt aus dem Arbeitsleben. „Mein Arzt hatte mich damals gewarnt, ich müsse jetzt alles viel ruhiger angehen“, erzählt der Mann mit dem sanften Lächeln und dem warmen russischen Akzent. In dieser Phase nahm er zum ersten Mal ein Stück Holz in die Hand und begann, es mit einem Taschenmesser zu bearbeiten.

Es war eine alte Weide, in die er die Tiere des Parks schnitzte. Ein Kollege, der schnell merkte, dass Dergunov Talent hat, besorgte Schnitzwerkzeug. Ein Glücksfall für Dergunov und den Park, denn nun konnte er sein kreatives Potenzial richtig ausleben. Das Ergebnis bewundern heute Parkbesucher an der Floßanlegestelle am weißen Café. Dort hängt seine erste Arbeit noch heute.

„Wenn das Wetter gut ist und ich Lust habe, schnitze ich“, erzählt Dergunov und zeigt den kleinen Rückzugsort der Flößer direkt am Havelaltarm. Hier versteckt sich auch sein neustes Werk: ein dicker Weidenstamm, auf dem zwei Schildkröten ruhen und eine Schlange. Die Idee dazu hat der Künstler in seinem Block skizziert. Nun setzt er sie nach und nach um. „Im September bin ich vielleicht fertig“, schätzt Dergunov. Er lässt sich nicht stressen und befolgt den Rat seines Arztes.

In seinem Skizzenblock versteckt Alexandr Dergunov noch so manchen Schatz. Ideen und Motive, die ihm während seiner Arbeit im Park begegnen, hält er darin erst mit Bleistift, später mit Farben fest, darunter Stadtansichten von Rathenow, Eindrücke aus dem Park und vieles mehr. Hier offenbar sich einmal mehr das Talent dieses ruhigen Mannes, denn allein diese Skizzen wären es wert, ausgestellt zu werden. Dergunov möchte sie aber nicht der Öffentlichkeit zeigen, schließlich sind es doch nur Skizzen, winkt er viel zu bescheiden ab.

2010 hat er aus Erlenstämmen ein Eingangsportal für das Tiergehege geschaffen, auch der Steinpils mit Gesicht, der unweit des weißen Cafés mit seinem Rauschebart aus dem Efeu ragt, entsprang seiner Fantasie. Alles in Kunst zu verwandeln, das möchte er dennoch nicht. „Was die Natur geschaffen hat, ist doch schon Kunst“, sagt Dergunov und streicht mit Bewunderung über eine tote Weide.

Wer sich für die Arbeiten des Flößers interessiert, sollte sich die Wand im Café Speicher anschauen und die kleine Ausstellung im Besucherzentrum des Parks, wo eine Auswahl an Bildern und Schnitzereien von ihm zu sehen ist.

Von Christin Schmidt

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