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Ein Förderverein belebt Böhne

Rathenow Ein Förderverein belebt Böhne

Seit 2011 sorgt der Förderverein der Dorfgemeinschaft Böhne für Zusammenhalt in dem 280-Seelen-Dorf, das seit 2001 ein Ortsteil Rathenows ist. Ob Osterfeuer, Puppentheater oder Maibaum aufstellen – die Böhner sind gesellig, sie feiern gern und sie halten nach wie vor an manch alter Tradition fest.

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In Böhne wird der Maibaum mit vereinten Kräften durchs Dorf getragen.

Quelle: Christin Schmidt

Böhne. Ob Osterfeuer, Puppentheater, Kinderfest für die Jüngsten, Weihnachtsbaum verbrennen oder das traditionelle Maibaum aufstellen, in Böhne ist regelmäßig was los. Dafür sorgen in erster Linie die Mitglieder des Fördervereins der Dorfgemeinschaft Böhne. 2011 hatte sich der Verein gegründet, den Vorsitz hat seither Steffen Herrmann inne. Er ist zwar kein gebürtiger Böhner, aber ein Böhner mit Leib und Seele. 1991 zog er mit seinen Eltern von Rathenow in das auf den ersten Blick etwas verschlafene Dorf.

Wer sich die Mühe macht, und die Landesstraße 96, die Böhne in zwei Hälften teil, verlässt und in die Havelstraße abbiegt, um dann gleich wieder links in Richtung Gemeindehaus zu fahren, der wird feststellen, dass die Böhner Wert auf Tradition legen und gesellige Menschen sind. Wo sonst kann man noch erleben, wie ein bunt geschmückter Maibaum mit vereinten Kräften durch das ganze Dorf getragen wird, um dann mit großer Anstrengung und Schweiß im Gesicht an seinem angestammten Platz aufgestellt zu werden. „Das ist bei uns so Tradition“, sagt Steffen Herrmann.

Das Dorf Böhne gibt es nicht nur im Havelland

Der 39-Jährige hat sich vor Jahren für eine waschechte Böhnerin entschieden und genießt mit ihr und seinen Kindern das Landleben. Was er an seinem Heimatdorf schätzt? „Hier gibt es Wasser, Wald, Böhne ist einfach schön gelegen und umgeben von Natur“, schwärmt Hermann. Recht hat er, denn der Ort liegt im Naturschutzgebiet „Untere Havel“ und wird im Westen und Norden vom Königsgraben umschlossen, der im Nordosten in die Havel mündet. Außerdem sind die Böhner einfach gut drauf und feiern gern, versichert der Vereinsvorsitzende. Schade findet er, dass es hier nur noch wenig junge Leute gibt. Herrmann vermutet, dass der Mangel an Bauland mit ein Grund dafür ist.

Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb liegt ihm die Stärkung der Dorfgemeinschaft am Herzen. „Unser Ziel ist es, die Kräfte im Ort zu bündeln“, sagt Steffen Hermann. 45 Mitglieder zählt der Förderverein derzeit, mit etwa 20 ging Steffen Herrmann vor sechs Jahren an den Start. Zudem engagieren sich in Böhne 30 aktive Kameraden in der Freiwilligen Feuerwehr, eine stolze Mitgliederzahl für ein Dorf mit gerade einmal 280 Einwohnern.

Ein Kraftakt für die Böhner Kameraden

Ein Kraftakt für die Böhner Kameraden: Mit vereinten Kräften stellen Feuerwehrmänner und -frauen den geschmückten Maibaum in Böhne auf.

Quelle: Christin Schmidt

Ungewöhnlich ist auch, dass Böhne eine lockere Partnerschaft mit einem gleichnamigen Dorf in Hessen pflegt. „Wir wussten schon lange, dass es ein zweites Böhne gibt. 2014 griff ich dann zum Telefon und nahm Kontakt auf“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Christian Stachowiak. Noch im selben Jahr besuchten die Böhner aus dem Havelland die Böhner im nordhessischen Edertal, das mit knapp 220 Einwohnern sogar noch kleiner ist als der Rathenower Ortsteil. 2015 kamen die Nordhessen zu Besuch und die Gastgeber organisierten für die zehnköpfige Delegation ein kleines Dorffest. „Wir sind mit ihnen sogar mit einem selbstgebauten Floß auf der Havel nach Rathenow zur Buga gefahren“, erinnert sich Steffen Herrmann.

Wenn es wärmer wird trägt er wieder stolz sein Shirt mit der Aufschrift „Dorfkind“. „Die Idee, ein „I love Böhne“-Shirt zu drucken, gab es auch, doch das ist nicht unsere Art. Wir leben gern hier, aber nach außen tragen müssen wir das nicht“, sagt Steffen Herrmann.

Zwei, die ihr Dorf lieben

Zwei, die ihr Dorf lieben: Steffen Herrmann (r.) und Christian Stachowiak bilden den Vorstand des Fördervereins.

Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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