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Ein Friedenssymbol für die Welt

Regenbogenprojekt in Premnitz Ein Friedenssymbol für die Welt

Frieden zwischen den Völkern ist möglich. Daran glauben die Teilnehmer des Regenbogenprojekts nicht nur, sie leben es auch. Seit 1998 sind auf drei Kontinenten zwölf Regenbögen aus Holz entstanden. Der letzte Regenbogen wird nun im Havelland aufgebaut und Premnitz darf sich über sein eigenes Friedenssymbol freuen.

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Drei Teilnehmer des Projektes.

Quelle: Christin Schmidt

Premnitz. Jüdische und arabische Israelis, schwarze und weiße Südafrikaner, Deutsche aus Ost und West – rund 30 junge Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen sind seit Montag dabei auf dem Buga-Gelände in Premnitz vor den Augen zahlreicher Besucher ein Friedenssymbol zu bauen: Ein Regenbogen aus Holz als Zeichen für Hoffnung, Völkerverständigung und ein friedliches Miteinander aller Kulturen. Dass das kein Wunschtraum sein muss, beweist dieses internationale Projekt. „Wir sind so schnell als Gruppe zusammengewachsen, teilen tiefe Gedanken und Gefühle“, erzählt Julian Ettemeyer. Er ist bereits zum sechsten Mal dabei und begeistert von der Idee. „Dieses Projekt zeigt, dass Frieden auf der Welt möglich ist. Wir leben das hier im Kleinen.“

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Jüdische und arabische Israelis, schwarze und weiße Südafrikaner, Deutsche aus Ost und West – rund 30 junge Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen bauen seit Montag auf dem Buga-Gelände in Premnitz vor den Augen zahlreicher Besucher einen Regenbogen aus Holz als Zeichen für Frieden und Hoffnung.

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In der Tat wird das Miteinander, Toleranz und Verständnis großgeschrieben. Anders ist es auch nicht möglich, mit so vielen jungen Menschen mit unterschiedlichstem kulturellen und sozialen Background ein derartiges Projekt zu stemmen. Eingeteilt in vier Gruppen weiß jeder, was er zu tun hat. Die einen kümmern sich um die Arbeit in der Küche und halten das Quartier in der Oberschule sauber. Eine weitere Gruppe ist mit der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. Sie füllen die Internetseite www.rainbow-project.de mit Bildern und Texten, entwerfen Ideen für Diskussionsrunden und stellen den Kontakt zu regionalen Öffentlichkeit her. Geplant ist unter anderem die Zusammenarbeit mit einer Kita und dem Asylbewerberheim. In der Kulturgruppe wird an einem gemeinsamen Kunstwerk gearbeitet. Jeder Teilnehmer wird eine Keramikfließe gestalten.

„Diese Erfahrung hat mein Leben geprägt“

Und nicht zuletzt natürlich die Baugruppe. Hier hat Klaus-Peter Gust den Hut auf. Er ist Geschäftsführer der Sik-Holzgestaltungs GmbH und von Anfang an dabei. Mit schwerem Gerät in der Hand und einem Schutzhelm auf dem Kopf kam er am Donnerstag in der prallen Sonne mächtig ins Schwitzen, hatte aber dennoch ein Lächeln im Gesicht. „Diese Erfahrung hat mein Leben, das Leben meiner Familie und die Ausrichtung der Arbeit in unserem Unternehmen geprägt“, so Gust. Er spendete nicht nur das Holz für die Regenbögen. Gemeinsam mit seiner Frau nimmt er am Projekt teil und arbeitet mit den jungen Menschen.

Auch Amiram Goldin und seine Frau Tilda gehören mittlerweile zum Regenbogenprojekt. Letztes Jahr waren sie die Gastgeber. In der Nähe von Nazareth betreiben sie einen Landschaftspark, in dem nun ebenfalls ein Regenbogen aus Holz steht. Ein ganz besonderer Moment war für Amiram am Dienstagabend, als alle Teilnehmer gemeinsam seinem Sohn gedachten, der 2002 Opfer eines Selbstmordattentäters wurde.

13 Regenbögen für den Frieden

Das Regenbogenprojekt fand zum ersten Mal 1998 in Soveto in Südafrika statt.

Mittlerweile stehen Regenbögen in Soweto, Albany (USA), Asuncion (Paraguay), Kreisau (Polen), Bujanovac (Serbien), Mizpe Aviv (Israel) sowie in Deutschland in Berlin, Lübeck, Schwedt, Plön, Herrnburg und nun auch in Premnitz.

Das aktuelle Projekt begann am 31. Juli und endet am 21. August. Nach der Übergabe des Regenbogens in Premnitz steht ein gemeinsamer Berlin Besuch an. Zudem gehören verschiedene Ausflüge unter anderem in die Gedenkstätte Sachsenhausen zum Programm.

Das Wochenende vom 7. bis 9. August verbringen die Teilnehmer in Gastfamilien.

Untergebracht sind die Teilnehmer in der Oberschule, bis zur Baustelle auf dem Buga-Gelände sind es nur etwa 200 Meter. Hier lagert das Holz, das in den nächsten Tagen verbaut wird. Während die einen den Baumstämmen Farbe verpassen, sind die anderen mit der Kamera unterwegs. Jeder durchläuft alle Gruppen. Mary Salle aus Kamerun war am Donnerstag Teil des Öffentlichkeitsteams. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern macht sie zum ersten Mal mit. „Ich habe mich so sehr auf dieses Projekt gefreut“; erzählt die 25-Jährige. Ende des Monats fliegt sie nach einem Jahr in Deutschland zurück in ihre Heimat. Das Regenbogenprojekt sei für sie eine tolle Möglichkeit etwas Bleibendes zu hinterlassen.

Nach 17 Jahren wird das Projekt nun beendet

Der Bau des etwa zwei Meter hohen und 16 Meter breiten Spielgeräts ist Teil eines dreiwöchigen Friedensworkshops, der am 21. August endet. Der Regenbogen wird bereits am 14. August um 14 Uhr feierlich eingeweiht. Es wird der letzte seiner Art sein. „Nach 17 Jahren ist das hier unser Abschlussprojekt“, sagt Pastor Rolf Martin aus dem Kirchenkreis Hamburg-Ost. Er ist Mitinitiator und begleitet das Projekt von Beginn an, genau wie Pfarrer Heinz-Joachim Lohmann und Abe Matlou, Leiter der christlichen Jugendorganisation „Youth Alive Ministries“ in Soveto.

Dort, in Südafrika entstand auch der erste Regenbogen. Eine Patenschaft oder Ähnliches gibt es für die bunten Friedenssymbole nicht. „Sie vergehen, genau wie die richtigen Regenbögen. Wichtig ist, was in den Köpfen bleibt. Was die mehr als 150 jungen Menschen, die teilgenommen haben, erfahren und gelernt haben, wird enorm zum Frieden über alle Grenzen beitragen“, ist sich Rolf Martin sicher.

Von Christin Schmidt

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