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Ein Halleluja für Finkenkrug

Falkensee Ein Halleluja für Finkenkrug

MAZ-Serie: Finkenkrug ist ein Stadtteil mit beeindruckenden Villen, ungewöhnlichen Geschäften und abwechslungsreicher Gastronomie. Um vieles kümmern sich die Bürger selbst – vom Spielplatz über Kulturhaus bis zum Lindenweiher.

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Sieben Jahre Hexenhaus: Das wurde mit einer großen Küchenparty gefeiert.

Quelle: Carsten Scheibe

Falkensee. Finkenkrug ist da, wo die gehobene Gesellschaft der Stadt ihren Wohnsitz hat. Wunderschöne, alte Villen finden sich hier im Grünen an alten Kopfsteinpflasterstraßen. Finkenkrug-Begründer Ehlers hat hier gewohnt. Die jüdische Lyrikerin Gertrud Kolmar hat hier ihren Vater betreut und gedichtet. Falkensees Bürgermeister ist hier aufgewachsen und lebt noch heute hier.

Es lebt sich ja auch schön in der ruhigen Region, die über den eigenen Regionalzug-Bahnhof bestens an den Rest von Falkensee und an die nahe Großstadt angeschlossen ist. Mit dem Auto ist es auch nicht weit bis zur nahen B5, die in Richtung Berlin führt.

Doch Auto und Bahn können für den Falkenseer gern stehen bleiben, wenn der Magen knurrt. In der alten Bibliothek im Ehlers-Haus bietet Da Mario fußläufig italienische Speisen an. Gleich gegenüber gibt es das Steakhaus Mendoza. Im Falkensee-Garten kann man chinesisch essen, Sushi gibt es hier vom Büffet. Und dann ist da ja auch noch das Hexenhaus in einem über hundert Jahre alten Bau, der wirklich anmutet wie aus dem Märchen gestohlen und das aus ganzen Eichenstämmen errichtet wurde, an denen sogar noch die Rinde klebt. Hier, wo Detlev Buck 1996 seinen Film „Männerpension“ drehte, feierte Edmund Becker gerade seinen siebten Jahrestag als Gastronom: „Zusammen mit dem Schauspieler Sven Martinek haben wir am 11. September eine große Küchenparty gefeiert - zusammen mit mehr als einhundert Stammgästen. Kulinarisch haben wir unsere Besucher in die Camargue eingeladen. Unsere Finkenkruger Gäste schätzen unsere Küche und das Ambiente sehr.“

Wer durch Finkenkrug fährt, sieht wenig Geschäfte. Der erste Eindruck täuscht ein wenig. Vieles findet im Verborgenen statt. So unterhält Lutz Krämer in der Kaulbachstraße etwa einen Online-Handel namens Finkenweine: „Wir befinden uns damit in bester Gesellschaft mit dem Gründer von Finkenkrug. Das war der Kaufmann Bernhard Ehlers. Und womit hat er damals sein Geld verdient? Mit Wein. Wir bieten handverlesene Raritäten aus kleinen Weingütern in Deutschland, Italien und Frankreich an, die wir alle selbst besucht haben. Und damit wir unserem Namen Finkenweine auch Ehre machen, werden wir ab Oktober Weinverkostungen für die Finkenkruger in unserer kleinen Trinkhalle anbieten - unter dem Namen FinkenTrinken.“

Auch Aye ist mit ihrem Angebot eher im Verborgenen präsent. Ihr Studio Lotus-Garden findet sich in der Ringstraße. Die Thailänderin bietet von Ort Kosmetik und Massagen für Frauen an. Die Finkenkruger freuen sich aber noch mehr über das Angebot, in dem hypermodernen Anwesen ein Wellness-Paket für bis zu fünf Frauen zu buchen, die sich dann gemeinsam über Sauna, Whirlpool, Ganzkörperfeeling und Massage freuen.

Was die Finkenkruger aber neben ihrer schönen Wohnlage und dem Hang zum Besonderen auszeichnet, ist ihr starker Wille dazu, Probleme selbst anzupacken und Engagement zu zeigen. Und das in mehrfacher Hinsicht. So haben die Eltern in eigener Arbeit den Feuri-Spielplatz geplant, durchgesetzt und am Ende auch gebaut, der in der Ringstraße,Ecke Feuerbachstraße viele Kinder zum Toben, Spielen und Klettern einlädt. Auch der Bolzplatz direkt am Bahnhof mit Basketballkörben, Trampolin und Tischtennisplatte ist das Ergebnis des Finkenkruger Beharrens auf eine kindgerechte Infrastruktur.

Im Bürgerverein Finkenkrug bitten die Mitglieder im angemieteten Kulturhaus direkt neben der Lessing-Grundschule regelmäßig zum Konzert oder laden zum Tango-Kurs ein. Mehr als zehn Jahre sind hier Bürger aktiv, haben große Teile des Hauses selbst zum Begegnungszentrum ausgebaut.

Probleme gibt es zurzeit aber rund um den Lindenweiher, dem kleinen Gewässer machte der Sommer ziemlich zu schaffen. Aber hier kümmert sich eine Bürgerinitiative um die Erhaltung des Biotops. Auch um das Biotop „Moosbruchheide“ kümmern sich engagierte Anwohner.

Menschen, die sich begegnen, die gibt es auch in der Kirchengemeinde Neufinkenkrug. Sie ist eine von den vier evangelischen Gemeinden der Stadt und hat 1600 Gemeindeglieder. Das Gebäude ist 90 Jahre alt. Das Kirchweihfest wird am 30. Oktober 2016 mit viel Musik gefeiert. Unter anderem mit dem „Halleluja“ aus Händels „Messias“.

Von Carsten Scheibe

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