Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Ein Haus ganz aus Lehm
Lokales Havelland Ein Haus ganz aus Lehm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:35 21.09.2016
Multikulti beim Lehmstampfen: Auf der Baustelle in Seegefeld. Quelle: Marlies Schnaibel
Anzeige
Falkensee

Er ist nicht übertrieben zu sagen: Auf diese Baustelle pilgern Menschen aus aller Welt. Dafür sorgt der Falkenseer Architekt Gereon Legge. Hinter einem eher unscheinbaren Haus aus den Dreißiger Jahren errichtet er ein besonderes Gebäude. Die Wände sind komplett aus Lehm gestampft, keine Verbinder geben ihnen zusätzlichen Halt. Architekturstudenten aus vielen Ländern helfen ihm, sind neugierig darauf, ganz traditionell zu bauen: Gilad aus Israel, Mohammad aus Syrien, Ana aus Kolumbien.

Stampfen, stampfen, stampfen. Quelle: Marlies Schnaibel

Gereon Legge stammt aus dem Rheinland, wo sein Vorname nicht so exotisch klingt wie hier. Von dort hat der 54-Jährige Lebensfreunde und Freundlichkeit mit nach Preußen gebracht. 1991 kam er nach Berlin, seit einigen Jahren wohnt er nach Falkensee. Die Familie seiner Frau hatte in der Stadt eine Datsche, so wurde er auf Falkensee und das schöne Grundstück in der Clara-Zetkin-Straße 35 aufmerksam. Im Süden Seegefeld ist es ruhig, der Garten ist groß, gehörte einst zu einer Gärtnerei.

Das Wohnhaus wurde von Legges auf Vordermann gebracht. Dann machte sich Gereon Legge an den Hof. Um den Blick auf den Garten frei zu bekommen, wird ein Quergebäude abgerissen und an der Seite des Grundstücks das neue Lehmhaus gebaut. Dieser Experimentalbau wird vom Berliner Ingenieurbüro Ziegert begleitet, das sich auf Lehmbauten spezialisiert hat. „Das Besondere sind die selbsttragenden Lehmwände“, erklärt Gereon Legge. Dafür ist eine bestimmte Wandstärke nötig. Schicht für Schicht wird der Lehm in zuvor gebaute Verschalungen gestampft. Die Studenten der TU helfen dabei, Fachleute schauen immer mal wieder vorbei, um zu sehen, wie hier traditionell gebaut wird.

Legge hat in seinem Leben schon mit vielen Baustoffen gearbeitet. Mit Beton, etwa in der Wasserstadt Spandau, auch viel mit Holz, wie jetzt bei vielen Dachausbauten. Erfahrungen und Eindrücke hat er auch bei seinem Aufenthalt in Japan gesammelt, ein Jahr hat er dort gelebt. Nun also Lehm. „Der kommt leider nicht hier aus der Gegend, obwohl die so viele lehmhaltige Böden zu bieten hat“, bedauert er. So wird der Rohstoff aus der Nähe von Düsseldorf geholt. Legge war neugierig auf den Lehm. Im Wohnhaus gibt es schon Lehmputz in der Küche, jetzt ein ganzes Haus. „Die Wärme, die Natürlichkeit des Rohstoffs, die wollte ich nutzen und erlebbar machen.“

Nicht nur Studenten und Fachleute kommen. Fast jeden Tag schaut Nachbar Wolfgang Praetz vorbei. Er schaut nicht nur vorbei, er hilft auch. Denn Praetz steuert die nötigen Holzbauten bei und eine Riesenportion märkischer Lebensfreude bringt er auch noch mit.

Von Marlies Schnaibel

Bei der 13. Praktikums- und Ausbildungsmesse in Falkensee werden neben vielen anderen Berufszweigen auch wieder Handwerksbetriebe aus dem Havelland zu finden sein. Teilweise gibt es Vorführungen, aber die Achtklässler können sich an einigen Ständen auch mal selbst versuchen.

21.09.2016

Das Kulturzentrum Rathenow gibt ab Mittwoch erstmals einer sehr jungen Malerin die Gelegenheit, eine Auswahl ihrer Werke in einer Einzelausstellung zu präsentieren. Die gerade einmal 18-jährige Saskia Klee aus Bamme zeigt im 1. Obergeschoss unter dem Titel „Die Welt in meinen Augen“ insgesamt 63 Bilder.

20.09.2016

MAZ-Serie: Finkenkrug ist ein Stadtteil mit beeindruckenden Villen, ungewöhnlichen Geschäften und abwechslungsreicher Gastronomie. Um vieles kümmern sich die Bürger selbst – vom Spielplatz über Kulturhaus bis zum Lindenweiher.

20.09.2016
Anzeige