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Ein Haus ganz aus Lehm

Falkensee Ein Haus ganz aus Lehm

Eine besondere Baustelle in Seegefeld zieht in diesen Wochen Neugierige aus aller Welt an. Studenten und Fachleute kommen, um zu sehen und zu helfen, wenn der Falkenseer Architekt Gereon Legge ein Haus baut, dessen Wände nur aus Lehm bestehen.

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Multikulti beim Lehmstampfen: Auf der Baustelle in Seegefeld.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Er ist nicht übertrieben zu sagen: Auf diese Baustelle pilgern Menschen aus aller Welt. Dafür sorgt der Falkenseer Architekt Gereon Legge. Hinter einem eher unscheinbaren Haus aus den Dreißiger Jahren errichtet er ein besonderes Gebäude. Die Wände sind komplett aus Lehm gestampft, keine Verbinder geben ihnen zusätzlichen Halt. Architekturstudenten aus vielen Ländern helfen ihm, sind neugierig darauf, ganz traditionell zu bauen: Gilad aus Israel, Mohammad aus Syrien, Ana aus Kolumbien.

Stampfen, stampfen, stampfen

Stampfen, stampfen, stampfen.

Quelle: Marlies Schnaibel

Gereon Legge stammt aus dem Rheinland, wo sein Vorname nicht so exotisch klingt wie hier. Von dort hat der 54-Jährige Lebensfreunde und Freundlichkeit mit nach Preußen gebracht. 1991 kam er nach Berlin, seit einigen Jahren wohnt er nach Falkensee. Die Familie seiner Frau hatte in der Stadt eine Datsche, so wurde er auf Falkensee und das schöne Grundstück in der Clara-Zetkin-Straße 35 aufmerksam. Im Süden Seegefeld ist es ruhig, der Garten ist groß, gehörte einst zu einer Gärtnerei.

Das Wohnhaus wurde von Legges auf Vordermann gebracht. Dann machte sich Gereon Legge an den Hof. Um den Blick auf den Garten frei zu bekommen, wird ein Quergebäude abgerissen und an der Seite des Grundstücks das neue Lehmhaus gebaut. Dieser Experimentalbau wird vom Berliner Ingenieurbüro Ziegert begleitet, das sich auf Lehmbauten spezialisiert hat. „Das Besondere sind die selbsttragenden Lehmwände“, erklärt Gereon Legge. Dafür ist eine bestimmte Wandstärke nötig. Schicht für Schicht wird der Lehm in zuvor gebaute Verschalungen gestampft. Die Studenten der TU helfen dabei, Fachleute schauen immer mal wieder vorbei, um zu sehen, wie hier traditionell gebaut wird.

Legge hat in seinem Leben schon mit vielen Baustoffen gearbeitet. Mit Beton, etwa in der Wasserstadt Spandau, auch viel mit Holz, wie jetzt bei vielen Dachausbauten. Erfahrungen und Eindrücke hat er auch bei seinem Aufenthalt in Japan gesammelt, ein Jahr hat er dort gelebt. Nun also Lehm. „Der kommt leider nicht hier aus der Gegend, obwohl die so viele lehmhaltige Böden zu bieten hat“, bedauert er. So wird der Rohstoff aus der Nähe von Düsseldorf geholt. Legge war neugierig auf den Lehm. Im Wohnhaus gibt es schon Lehmputz in der Küche, jetzt ein ganzes Haus. „Die Wärme, die Natürlichkeit des Rohstoffs, die wollte ich nutzen und erlebbar machen.“

Nicht nur Studenten und Fachleute kommen. Fast jeden Tag schaut Nachbar Wolfgang Praetz vorbei. Er schaut nicht nur vorbei, er hilft auch. Denn Praetz steuert die nötigen Holzbauten bei und eine Riesenportion märkischer Lebensfreude bringt er auch noch mit.

Von Marlies Schnaibel

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