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Ein Herz für die Tier-AG

Elstal Ein Herz für die Tier-AG

An der Elstaler Oberschule lernen Kinder ihre Tierliebe mit Verantwortung zu koppeln. Das gelingt vor allem bei den Mädchen, die sich regelmäßig in der Tier-AG der Schule treffen. Katrin Friedrich hatte die Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen.

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Die Tier AG der Sielmann-Grundschule Schule Elstal ist vor allem bei Mädchen begehrt.

Quelle: Ralf Stork

Elstal. Die kleine Arche Noah der Heinz-Sielmann-Oberschule in Elstal liegt etwas versteckt in dem Flachbau gleich neben dem Parkplatz. Von außen sieht das Haus ein bisschen wie ein Geräteschuppen aus. Aber sobald man die Tür öffnet, ist man mitten drin im prallen Tierleben: In einem Aquarium im Vorraum dümpeln drei Axolotls. Axolotls, das sind ziemlich groß geratene Lurche, die ursprünglich aus Mexiko stammen und nie richtig erwachsen werden wollen: Sie verharren ihr Leben lang im Kaulquappenstadium, haben aber dafür die besondere Fähigkeit, verloren gegangene Gliedmaßen einfach nachwachsen zu lassen.

Im nächsten Raum riecht es wie in einer Tierhandlung nach Heu und Stroh – und Hamsterkötteln. Das ist das Herz der AG Tieroase und Heimat von fünf Hamstern, sechs Wüstenrennmäuse, zwei Meerschweinchen, einer Bartagame und verschiedenen Heuschreckenarten.

Die Arbeitsgemeinschaft findet immer montags statt, von 13.30 bis 15 Uhr. Die Plätze sind heiß begehrt. Und das, obwohl auch Putzen selbstverständlicher Bestandteil des Nachmittagsprogramms ist: „Die Käfige müssen gereinigt, die Tiere regelmäßig gefüttert werden“, sagt Katrin Friedrich, die die AG 2012 gegründet hat.

Ist die Pflicht erledigt, kommt endlich die Kür dran. „Dann werden die Tiere laufen gelassen“, sagt Friedrich. Im Klassenzimmer nebenan werden die Tische dann so umgedreht und zusammengeschoben, dass ein ausbruchsicherer Auslauf entsteht. Da können die Nager dann eine Zeit lang hoppeln, schnuppern und sich streicheln lassen, ganz wie es ihnen passt. Die Rennmäuse wuseln durch ein Labyrinth, dass aus Abflussrohren aus Plastik zusammen gesteckt ist. „In der AG lernen die Kinder einiges über das Verhalten der Tiere. Vor allem aber geht es darum, dass sie selbst Verantwortung für die Pflege übernehmen können“, sagt Friedrich.

Zwei Kinder sind gemeinsam für zwei Tiere zuständig, die auch außerhalb der AG-Zeit am Mittwoch und Donnerstag kurz versorgt werden können. In den Ferien fährt Katrin Friedrich meist selbst alle drei Tage in die Schule, um in ihrem kleinen Zoo nach dem Rechten zu sehen. Manchmal dürfen die Schüler einzelne Tiere auch wochenweise mit nach Hause nehmen.

Das typische AG-Mitglied ist weiblich und auch außerhalb der Schule extrem tierlieb: „Ich liebe Tiere“, sagt die zwölfjährige Melina mit Inbrunst. Auch privat engagiert sie sich für den Tierschutz und kümmert sich unter anderem um vier Katzen und einen Hund. Auch die 13-jährige Lara beaufsichtige bei sich zu Hause einen kleinen Zoo. Zu ihren Haustieren gehören Katzen, Meerschweinchen, Hasen und Fische. „Ich bin hier, weil ich Tiere mag und es gefällt mir sehr gut“, sagt die 13-jährige Lilith, die sich in der AG um Hamster Monty und Rennmaus Speedy kümmern darf und zu Hause um einen Hund und zwei Hasen.

Bei fast allen Mädchen stehen die Rennmäuse am höchsten im Kurs. Und für die meisten steht jetzt schon fest, dass sie beim nächsten Mal unbedingt wieder in die AG wollen. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht. Zwar ist die Kapazität begrenzt, aber wer wild entschlossen ist, und sich zum frühstmöglichen Zeitpunkt anmeldet, hat es bislang eigentlich noch immer geschafft.

Von Ralf Stork

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