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Havelland Ein Jahr gelebte Solidarität
Lokales Havelland Ein Jahr gelebte Solidarität
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00:17 14.09.2016
Rund 60 Schönwalder kamen zu der Veranstaltung und informierten sich über die Integration der Flüchtlinge. Quelle: Markus Kollberg
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Schönwalde-Glien

Informationsveranstaltungen rund um die Themen Asyl und Flüchtlinge sind in Schönwalde nicht immer harmonisch abgelaufen. Als Gemeinde und Landkreis 2015 etwa über den Bau des Übergangswohnheims im Erlenbruch informierte, wurde die Versammlung von Demonstranten und wütenden Anwohnern massiv gestört. So war es nicht verwunderlich, dass die Vertreter der Schönwalder Initiative Neue Nachbarn zu Beginn der Veranstaltung am Freitagabend, in der sie eine Zwischenbilanz über das vergangene Jahr ablegen wollten, relativ nervös wirkten. Spezielle Ordner waren zuvor eingeteilt worden, das Fotografieren wurde nur auf Nachfrage gestattet.

Dass die Sorgen der Organisatoren unbegründet waren, stellte sich jedoch schnell heraus. Von den 60 Schönwaldern, die zur Veranstaltung gekommen waren, gaben sich nur die wenigsten als besorgte Anwohner zu erkennen. Und selbst diese mussten während der Veranstaltung anerkennen, dass die Schönwalder Bürgerinitiative im vergangenen Jahr sehr gute Arbeit geleistet hat. Michael Mildenberger brachte es dabei auf den Punkt: „Vor einem Jahr hatten wir eine schwierige Situation, heute können wir sagen, dass wir viel erreicht haben. Es gab in Schönwalde keine Zusammenstöße, keine Katastrophe, keinen Eklat. Daher herrscht inzwischen wieder ein freundlicher und sachlicher Ton.“

Die Arbeit der Initiative trägt dabei in verschiedenen Bereichen bereits erste Früchte. Geflüchtete Kinder gehen voller Begeisterung in die Schönwalder Grundschule, gemeinsam mit Ärzten aus Falkensee konnte eine große Impfaktion durchgeführt werden und die ersten Wohnungen wurden auch bereits organisiert. Die größten Fortschritte wurden allerdings im Deutschunterricht erzielt. Ein halbes Dutzend Geflüchtete wohnte der Veranstaltung bei. Wer sich zunächst noch fragte, ob diese überhaupt verstehen, worüber gesprochen und diskutiert wurde, der wurde eines Besseren belehrt. In überraschend flüssigem Deutsch brachten sie sich in die Diskussion ein und erzählten, wie sie ihr erstes Jahr in Schönwalde erlebt haben. Am beeindruckendsten war dabei der Auftritt von Samiulaa Taheri aus Afghanistan, der in einer freien Rede den Schönwaldern für ihre Arbeit dankte. Taheri, der inzwischen einen Ausbildungsplatz in Wustermark gefunden hat, sagte, dass „Integration nicht so kompliziert ist, wie viele denken“, auch wenn es ab und zu noch zu Missverständnissen kommt. So wunderte sich Taheri bei seiner letzten Gehaltsabrechnung, warum er so viele Abzüge hatte. Die Erklärung war dabei überraschend simpel: Taheri zahlt seine Steuern und Beiträge inzwischen in Deutschland.

Doch auch bei allem Optimismus, der durch die Reden der Geflüchteten entstand, musste sich Oliver Kratzsch, der den Landkreis vertrat, auch einige Kritik gefallen lassen. Vor allem die schlechte Busanbindung des Heimes am Wochenende wurde von den Geflüchteten kritisiert. Unterstützt wurden sie in dieser Kritik von den Anwohnern aus dem Ortsteil Schönwalde-Dorf, die bei der Veranstaltung anwesend waren. Sie fordern seit Jahren eine bessere Anbindung.

Auch die Arbeit der vom Landkreis angestellten Sozialarbeiter sei verbesserungswürdig, fanden die Engagierten. Zudem sei im Bereich Qualitätsmanagement seitens des Landkreises noch einiges zu tun. Immer wieder fielen vom Landkreis finanzierte freie Träger mit schlechter Arbeit in den Integrationskursen auf. Doch auch dieser Wermutstropfen, den auch Oliver Kratzsch eingestehen musste, konnte den positiven Gesamteindruck kaum schmälern. In Schönwalde scheint man zu wissen, wie man aus einem „Wir schaffen das“ ein „Wir machen das“ macht.

Von Markus Kollberg

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