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Ein Landrat unter Beschuss

Burkhard Schröder verliert Glaubwürdigkeit Ein Landrat unter Beschuss

Der Skandal um Landrat Burkhard Schröders (SPD) Besuch in der AfD-Landtagsfraktion am Dienstag schlägt hohe Wellen im Havelland. Schröder war am Dienstag einer Einladung der AfD zu einem Gespräch zur Kreisgebietsreform gefolgt – trotz dem Abgrenzungskurs seiner eigenen Partei.

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Landrat Burkhard Schröder steht in der Kritik für seinen Besuch in der AfD-Ladtagsfraktion.

Quelle: MAZ

Havelland. Der Skandal um Landrat Burkhard Schröders (SPD) Besuch in der AfD-Landtagsfraktion am Dienstag schlägt hohe Wellen im Havelland. Sowohl aus den eigenen Reihen, als auch von Seiten anderer Fraktionen im havelländischen Kreistag muss der Landrat einiges an Kritik einstecken. Schröder war am Dienstag einer Einladung der AfD zu einem Gespräch zur Kreisgebietsreform gefolgt – trotz dem Abgrenzungskurs seiner eigenen Partei (MAZ berichtete). Schnell kam man in der Diskussion auch auf den Flüchtlingsansturm und die Folgen für Brandenburg zu sprechen.

Erst im September hatten sich SPD, CDU, Grüne und Linke im Brandenburger Landtag auf eine gemeinsame Erklärung gegen eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD-Fraktion verständigt. „Die Verständigung hat lange gedauert und ich hatte große Hoffnung in die Zusammenarbeit gesetzt. Dass sich Landrat Schröder jetzt mit der AfD an einen Tisch setzt, finde ich problematisch“, sagte Andrea Johlige (Linke) gestern gegenüber der MAZ. „Ich denke auch nicht, dass er sich damit selbst einen Gefallen getan hat. Als dienstältester Landrat ist er immer ein erst zu nehmender Gesprächspartner gewesen – jetzt läuft er Gefahr diesen Status zu verlieren.“

Ob Schröder seinen Auftritt bewusst und als Provokation geplant hat – darüber wird im Havelland höchstens spekuliert. „Wir sind fassungslos und völlig überrascht. Wir müssen nun abwarten, wie sich die SPD-Kreistagsfraktion äußert – vielleicht gibt es ja eine plausible Erklärung“, so Kreisfraktionssprecher der Grünen Felix Doepner. „Ich möchte nicht von einem völligen Autoritätsverlust sprechen, aber wie sich Landrat Schröder vor allem hinsichtlich der aktuellen Flüchtlingsdiskussion verhält, ist vollkommen falsch“, so Doepner weiter.

Besonders ein Vorfall am Montagabend macht es vielen Kreistagskollegen schwer Schröders Verhalten nachzuvollziehen. „AfD und NPD hatten gemeinsam für eine Vertagung der Entscheidung über fünf Notunterkünfte für Flüchtlinge im Havelland gestimmt. Dass sich der Landrat trotz dieses klaren Zeichens gegen die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen, schon am nächsten Tag mit der AfD zusammensetzt, ist beachtlich“, so der CDU-Kreistagsvorsitzende Michael Koch. „Er ist lange genug dabei, um zu wissen, welche öffentliche Wirkung er damit erzielt.“ Im Internet hatte Schröder in den vergangenen Tagen viel Zustimmung von Seiten der AfD erhalten. „Man sollte sich immer darüber im Klaren sein, mit wem man sich einlässt und ob man diese Menschen auf seiner Seite haben möchte“, so Koch weiter.

Auch in den eigenen Reihen ist die Reaktion auf Schröders Skandal-Besuch Unverständnis. „Sein Verhalten ist unangemessen und falsch. Er hat mit seinem Besuch die AfD aufgewertet und das kann nicht das Ziel sein“, sagte Martin Gorholt, SPD-Vorsitzender im Havelland. „Bis jetzt war Burkhard Schröder ein guter Landrat, jetzt hat er sich den schweren Fehler erlaubt, eine Einladung der AfD anzunehmen.“ Schröder selbst wollte sich gegenüber der MAZ nicht äußern und will es auch in Zukunft nicht tun.

Von Laura Sander

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