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Ein Leben für die beliebte Pflanze

I-Punkt Grün auf der Buga Ein Leben für die beliebte Pflanze

Über 100 gelbe, rote, grüne und lila-farbene Tomaten brachte die Staudengärtnermeisterin Melanie Grabner zu einem Vortrag auf dem Buga-Gelände in Rathenow mit. Seit über 15 Jahren baut sie Tomaten selbst an und hat 600 Sorten in ihrem heimischen Garten. Tipps und Tricks rund um den Tomatenanbau.

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Stolze Ernte: Melanie Grabner zeigt zwei Fleischtomaten der Sorte Berkeley Tie Dye Hart.

Quelle: Melanie Höhn

Rathenow. Ihre Leidenschaft für Tomaten hat Melanie Grabner zu ihrem Beruf gemacht. Im Laufe der letzten 15 Jahre hat die Staudengärtnermeisterin etwa 600 Sorten in ihrem Garten und bei Freunden in Rheinland-Pfalz angebaut, beobachtet, fotografiert und probiert. Immer im Frühjahr sät die Ein-Frau-Unternehmerin etwa 8.000 Tomatenpflanzen aus.

Auf dem Buga-Gelände Rathenow erklärte sie im i-Punkt Grün den Besuchern am vergangenen Mittwoch, wie man die Nachtschattengewächse erfolgreich züchtet. Dazu brachte sie über 100 gelbe, rote, grüne und lila-farbene Tomaten mit, teils riesige runde, ovale oder auch wilde Formen annehmende Exemplare.

Verkostung gehört dazu

Ihre Pflanzen baut die 40-Jährige in der Gemeinde Böhl-Iggelheim in der Nähe von Neustadt an der Weinstraße an, den meisten Teil davon im Freiland, aber auch in Gewächshäusern. Im Frühjahr hat sie sich auf ihrem Weinberg sogar ein Tomatengerüst bauen lassen. Die Züchterin verkauft Saatgut und Jungpflanzen, auch Bücher und Fachartikel schreibt sie zum Thema. Inzwischen hält sie auch Vorträge über die so genannte „Tomatologie“, ein von ihr geprägter Begriff über die Wissenschaft des Tomatenanbaus.

Bei ihren Veranstaltungen gehört eine Verkostung immer dazu, so auch in Rathenow: Zuerst durften die etwa 30 Besucher eine süßlich-aromatische Sorte aus Russland namens Olympisches Feuer probieren. Die Fleischtomate Berkeley Tie Dye Hart mit rot-gelbgrüner Maserung schmeckte ebenfalls sehr fruchtig und saftig, erfrischend säuerlich dagegen „das grüne Zebra“.

Tipps für Tomatenliebhaber

Wichtig bei Gewächshäusern: Die Seiten sollten offen sein, damit ein kräftiges Aroma ähnlich wie bei den Freilandtomaten entsteht.

Bei der Lagerung der Tomaten sollte darauf geachtet werden, dass das Grün entfernt wird, da dies eine Eintrittspforte für Krankheitserreger ist. So kann etwa Braunfäule entstehen.

Im Kühlschrank sollte man Tomaten nicht lagern, da sie dort an Aroma verlieren. Doch wenn es richtig heiß ist und die Gefahr der Essigmücke droht, kann dies auch einmal eine Notlösung sein, erklärt Tomatenexpertin Melanie Grabner.

Eine Tomatenpflanze muss regelmäßig, etwa zwei bis dreimal pro Woche, ausgegeizt werden. Dabei werden sogenannte Geiztriebe von der Pflanze entfernt. Dadurch wird ein gerader und aufrechter Wuchs erzwungen.

Wer auf das Ausgeizen verzichtet, bekommt im Ergebnis eher buschige Pflanzen. Es sollten jedoch nicht zu viele Blätter entfernt werden, da dort Nährstoffe produziert werden. Wenn diese ganz fehlen, können bestimmte Krankheiten wie die Blütenendfäule oder Grünkragen entstehen.

Das Saatgut sollten ein bis zwei Tage im Wasser vergären, da sich durch diese Methode schon vorher viele Krankheiten abbauen.

Gärtner müssen mit einem Ausfall von 40 bis 50 Prozent rechnen. Faule Früchte müssen unbedingt aussortiert werden, damit sie die gesunden Früchte nicht anstecken.

Wer keinen Garten hat und Tomaten im Topf anbaut, sollte eher niedrigere Sorten zwischen 30 und 70 Zentimeter auswählen. Hierbei gibt es eine große Auswahl, beispielsweise die Silbertanne, Huberts Beste oder die Buschtomate Dreikäsehoch. Generell gilt: Topftomaten am besten rechtzeitig stützen.

Die Rheinland-Pfälzerin möchte den Menschen die Vielfalt beibringen, wie man sich mit leckeren Sorten selbst versorgen kann, sagt sie. Fast 600 Kilogramm Tomaten hat sie im Sommer ausgewaschen, viele Wochen stand sie dafür in der Küche. „In diesem Jahr war traumhaftes Tomatenwetter“, erzählt die Autorin. Die vielen heißen Tage sorgten jedoch dafür, dass ein Teil der Ernte Sonnenbrandschäden erleiden musste. „Jedes Jahr hat so seine eigenen Tomatenherausforderungen“, erzählt Grabner. Die Gärtnerin war froh über ihre Überdachung, als im letzten Jahr so viel Regen fiel.

Für die Buga-Besucher hatte die Gärtnerin einige Tipps auf Lager: Um die Pflanzen vor der Frucht-endfäule zu schützen, sollte man etwa bis Mitte Mitte März mit der Aussaat warten, denn zu früh gesäte Pflanzen werden lang, hell und dünn, sind gegenüber Schädlingen und Blattläusen empfindlicher und erholen sich nur langsam im Garten, erklärte sie. Mitte Mai kann dann im Freiland gepflanzt werden. Wer ein Gewächshaus hat, kann schon ab Mitte Februar aussähen und Mitte April pflanzen.

Mit Dünger nicht übertreiben

Auch mit dem Düngen sollte man es nicht übertreiben, sondern eher sanftere Methoden wählen, wie beispielsweise Kieselsäure, die die Bodenorganismen füttert. „Die Gesundheit der Pflanze hängt viel vom Boden ab“, erläuterte Grabner. Wichtig sei auch ein ausreichender Pflanzenabstand, etwa 70 Zentimeter: Wenn die Tomaten zu dicht stehen, können sie nach Regengüssen nicht mehr richtig abtrocknen, Pilzkrankheiten entstehen dann schneller. „Dabei wird es stickig, auf den Blättern bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm. Je mehr Lüftung, desto besser,“ so Grabner.

Wer jetzt noch nicht alle Tomaten geerntet hat, sollte dies tun, bevor die nächste Regenperiode beginnt. In flachen, beschichteten Schalen können die gesunden Exemplare dann bis Weihnachten nachreifen.

Heute und am Sonntag jeweils von 11 bis 16 Uhr gibt es noch einmal die Möglichkeit, weitere Tipps rund um die Tomate von der Expertin im i-Punkt Grün zu erfahren. Melanie Grabner lebt für das Nachtschattengewächs: „Es ist ein ständiges Miteinanderleben mit den Tomatenpflanzen.“

Von Melanie Höhn

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