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Ein Leben lang im Dorf

90 Jahre im Havelland Ein Leben lang im Dorf

Käthe Stübing lebt schon seit ihrer Geburt in Böhne. Auch der Jugend kann sie nur empfehlen, in der Heimat zu bleiben. Viele Jahre trug sie in dem Dorf die Post aus und kannte so jeden. Ihre Erlebnisse könnten bald in einer Chronik zusammengefasst werden.

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Käthe Stübing in ihrem Wohnzimmer.

Quelle: Norbert Stein

Böhne. Käthe Stübing (geb. Brennecke) ist eine der ältesten Einwohner des Dorfes Böhne. 90 Jahre alt ist sie vor kurzem geworden. Das besondere daran: In diesem Ort ist sie geboren, aufgewachsen und ein Leben lang geblieben. „Heimat ist eben Heimat“, sagt sie. Ihr Rat an die Jugend, die vor Veränderungen steht: „Bleibt im Dorf, hier ist es am Schönsten“.

Käthe Stübing selbst hat viel erlebt und durchgemacht in Böhne. Sie kann erzählen von schönen und ernsten Tagen, von heiteren und traurigen Ereignissen, von schönen Festen und so manchen Episoden, die für Gesprächsstoff sorgten in Böhne. Ihr Lebens- und Arbeitsweg sei es wert, für spätere Generationen aufgeschrieben zu werden, meint Hans- Jürgen Wodtke, der sich viel mit Regionalgeschichte befasst in seiner Freizeit.

Auch Hans-Jürgen Wodtke wohnt in Böhne. Erforscht und aufgeschrieben hat er schon die Böhner Schulchronik und die Entwicklung von Verkaufseinrichtungen im Dorf. Sollte er die Zeit und Muße finden für weitere Dorfgeschichte, wären ihm die Erinnerungen und die Lebenserfahrungen von Käthe Stübing sicherlich eine wertvolle Hilfe. Ihr Familienstammbuch elterlicher Seite geht in Böhne zurück bis in das Jahr 1846. Ihr Urgoßvater war Schäfer, der Vater verrichtete als Bahnbeamter seinen Dienst an der Bahnschranke vor Böhne.

Ihr Onkel war Gastwirt und Postmann. Ihm musste die junge Käthe nach der Schule helfen bei der Arbeit in der Gaststätte. Auch nach ihren Schulpflichtjahren blieb sie in der Gastwirtschaft. Sie kann erzählen von Feuerwehrbällen und Stammtischrunden bis in die frühen Morgenstunden. 1953 wurde die Gaststätte geschlossen. Käthe Stübing wurde Postfrau in Böhne. Briefe, Zeitungen und Pakete trug sie 28 Jahre aus. Dafür war sie bei Sonnenschein, Schnee, Kälte oder Sturm täglich auf Feldwegen unterwegs mit dem Fahrrad neun Kilometer unterwegs, weil zu Böhne mehrere Wohnsiedlungen gehören.

In allen Dorfwinkeln kannte sie jeden Einwohner und jeder kannte die Postfrau. Das schaffte gegenseitiges Vertrauen und sorgte für Gespräche am Hoftor oder Gartenzaun. Käthe Stübing hat dabei Dorfgeschichte und Dorfgeschichten erfahren, die längst „reif“ sind für die Chronik von Böhne.

Bis es so weit ist, lässt sie sich von ihren Angehörigen erzählen, was jeden Tag im Dorf passiert. Gerne liest sie Liebesromane. „Die sind spannend und unterhaltsam“, sagt sie.

Von Norbert Stein

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