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Havelland Ein Magnet für Sportler und Kreative
Lokales Havelland Ein Magnet für Sportler und Kreative
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00:18 15.07.2017
Frohe Stimmung im Malspielort von Agora (v.l.n.r.): Corine ’t Hart, Thomas Ziepke und Jeannette Sönke. Quelle: Hans-Peter Theurich
Brieselang

Brandenburger halten sich gern fit in Vereinen. Im Havelland ist jeder achte Einwohner in einem Sportclub organisiert. Viele Brieselanger waren skeptisch, als 2014 Agora an den Start ging. Liegt doch das Vereinsheim im Industriegebiet am Forstweg 1. Das Gebäude strahlt mit seinen grauen Waschbeton-Platten einen herben Charme aus.

Aber Corine ’t Hart hatte den richtigen Riecher, als sie den Sportverein Agora gründete. „Heute haben wir 230 Mitglieder und eine finanziell stabile Situation.“ Die gebürtige Holländerin hält nichts vom Leistungssport, wo es darauf ankommt, andere im Wettkampf zu besiegen. „Unser Ziel ist es, einen Ort zu haben in Brieselang, wo sich Menschen in familiärer Atmosphäre treffen, um wieder Kraft zu finden.“

Das klingt philosophisch und ist auch so gemeint. Den Namen wählte die 60-jährige Vorsitzende bewusst aus. Im antiken Griechenland besaß fast jede Stadt eine Agora. Auf diesem Platz versammelten sich die Bürger, um gemeinsam zu diskutieren und zu feiern. „Wir sind eben der etwas andere Sportverein. Unsere Basis für die Kurse ist Mitmenschlichkeit, denn wir sind alle gleich“, sagt Corine ’t Hart.

Ihr Team bietet die üblichen Sportarten an: Indoor Cycling (Strampeln auf einer Radmaschine), Zirkeltraining, Senioren-Fit oder Kinderturnen. Aber das umfangreiche Programm wartet inzwischen mit ganz anderen Attraktionen auf. Im behaglichen Café setzt sich Thomas Ziepke zu uns. „Seit anderthalb Jahren leite ich den Kurs Achtsamkeit und Entspannung. Im Sitzen, Stehen oder Liegen gehen wir mit geschlossenen Augen auf Reisen in die Fantasie.“ Corine ’t Hart ergänzt: „Das entspricht unserem Ziel, einfühlsam mit sich selbst umzugehen und sich in Ruhe zu schützen. Das könnte man auch Selbstfindung nennen.“

Jeden Montag trifft sich eine Handarbeitsgruppe. „Am Anfang haben die Damen Strickzeug mitgebracht oder gehäkelt. Inzwischen ist daraus ein lockerer Treffpunkt für Frauen mit Kindern geworden. Wir freuen uns darüber“, sagt Corine ’t Hart. Jeannette Sönke bringt Kaffee an den Tisch. „Sie backt den besten Kuchen in ganz Brieselang und ist die gute Seele des Vereinscafés“, schwärmt Thomas Ziepke. Flugs zeigt die Gerühmte ein paar Fotos mit ihren prächtigen Kreationen. Es geht hier wirklich familiär zu.

Beim Rundgang durch drei Stockwerke fallen die klaren Farben in Fluren und Räumen auf. „Grün steht für Offenheit. Gelb erleichtert die Übermittlung von Wissen. Weiß ist die Farbe der Weisheit und des Gelingens“, erklärt Corine ’t Hart. „Blau symbolisiert Ruhe, und Orange regt die Kreativität an“, sagt Thomas Ziepke. Die beiden kennen sich in der anthroposophischen Farbenlehre aus.

Große Überraschung im Erdgeschoss. Der Malspielort. Ein bunter Kosmos an den Wänden, darauf ungestüme und zärtliche Arbeiten auf Papier. In der Mitte des Raumes, auf einer Holzbank säuberlich angeordnet: Pinsel und Töpfe mit Farben. „Hier darf jeder seinen Ideen freien Lauf lassen, egal, ob man schon Erwachsener ist oder noch ein Kind“, sagt Corine ’t Hart. Wer jemals unter einem pedantischen Kunstlehrer auf der Schule gelitten hat, würde hier am liebsten gleich loslegen; um die Wut auszutoben oder melancholisch Farben auf einem großen Bogen zu verteilen. Ein Schlusswort von Jeannette Sönke: „Kreativität kann nicht unter Druck entstehen, sondern nur, wenn man frei ist.“

Von Hans-Peter Theurich

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