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Havelland Ein Meister auf Rädern
Lokales Havelland Ein Meister auf Rädern
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16:11 08.07.2015
Schneller als alle Fußgänger. Attila Bálint mit Segway. Quelle: B. Geske
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Premnitz

Als Leiter der Instandhaltung der Märkischen Faser GmbH Premnitz hatte er täglich viele Kilometer durch die weitläufigen Anlagen zu laufen, um Anfragen und Aufträge zu begutachten. Wie sollte er das künftig schaffen? Da hat ihm Eberhard Brack, der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte.

„Herr Brack hat gesagt“, berichtet Attila Bálint, „dass das Unternehmen für mich einen Segway kaufen würde, damit ich in meinem Beruf weiter arbeiten kann.“ Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, denn das kleine, wendige Elektrofahrzeug auf zwei Rädern sei für ihn eine enorme Erleichterung. Ohne diese Unterstützung hätte er seine Tätigkeit nicht mehr ausführen können.

Es sind Beispiele wie dieses, von denen die Leute gern erfahren, wenn der Landkreis Havelland heute zum 19.Mal seinen „Tag der Menschen mit Behinderung“ veranstaltet. Dieser Aktionstag ist der Integration von Menschen mit Handicaps gewidmet. Um 9.30 Uhr beginnt heute auf dem Sportplatz Schwedendamm ein großes Spiel- und Sportfest für alle.

134 Angestellte mit Behinderung

Die Märkische Faser GmbH ist mit ihren derzeit 430 Beschäftigten einschließlich Tochterfirma IKV eines der größten Unternehmen im Westhavelland. Wie deren Personalchefin Lieselotte Mittag sagt, sind dort gegenwärtig 13 Menschen mit Behinderungen tätig. Neun von ihnen im Schichtdienst der Produktion.

„Wir würden gern noch mehr Menschen mit Behinderungen einstellen“, teilt sie mit, „aber es muss auch passen.“ Zunächst müsse es ein offenes Gespräch darüber geben, wo genau die Handicaps der Person liegen. Dann müsse man im Unternehmen entscheiden, welche Anpassungen dort nötig und realisierbar sind. Offene Stellen, die sich für Menschen mit Behinderungen eignen, seien auf jeden Fall vorhanden.

Attila Bálint stammt aus Ungarn und kam im Rahmen eines Jungfacharbeiteraustauschs als Schlosser 1970 nach Premnitz. Dort hat er von Anfang an den Aufbau des Betriebes miterlebt – damals „Grisuten 72“ –, in dem er auch heute noch tätig ist. Er fand in der Chemiearbeiterstadt eine Frau, heiratete und blieb. In den achtziger Jahren hat er seinen Industriemeister gemacht, 1990 den Handwerksmeister Metallbau nachgelegt und auch Lehrlinge ausgebildet. Aktuell trägt er Verantwortung für rund 20Schlosser, Rohrleger und Schweißer. Lieselotte Mittag sagt über ihn: „Er hat umfassende Kenntnisse über die Anlage und seine Arbeit wird sehr geschätzt.“

Ein eingeschworenes Team

„Ohne meine Kollegen hätte ich das nicht machen können“, bekennt Attila Bálint, „wir sind ein eingeschworenes Team.“ Bis zur Regelaltersrente in zwei Jahren will er auf jeden Fall noch arbeiten. Er geht davon, dass seine Krankheit langsamer voranschreitet, wenn er in Bewegung bleibt. Seit er im Januar 2010 die Zulassung für seinen Segway bekam, hat er stattliche 9500 Kilometer zurückgelegt – selbstverständlich immer nur in der Firma, niemals privat.

Gegenwärtig sind es im Durchschnitt zehn Kilometer pro Tag. Tempo und Richtung reguliert er mit einem großen Steuerknüppel durch einfache Körperverlagerungen. Ihre 20km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht seine Maschine im Handumdrehen aus dem Stand. Alle Fußgänger der Firma schauen da nur hinterher. Mit dem nur 60 Zentimeter breiten Gefährt komme er fast überall hin, erzählt er. Und wenn er mal nicht ganz bis zum Ziel durchfahren könne, schaffe er das letzte Stück auch zu Fuß nur mit dem Stock.

Von Bernd Geske

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