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Ein Ort plant die Katastrophe

Stürme, Fluten, Stromausfall Ein Ort plant die Katastrophe

Wie gut ist Schönwalde (Havelland) auf eine Katastrophe vorbereitet? Wenn Stürme oder ein Stromausfall die Gemeinde heimsuchen – wie kann die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden? Mit diesen Fragen haben sich die Gemeindevertreter des Ortes befasst. Durch das neue Zivilschutzkonzept der Bundesregierung hatte das Thema erst kürzlich noch einmal an Aktualität gewonnen.

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Quelle: dpa

Schönwalde-Glien. Wie gut ist Schönwalde auf den Katastrophenfall vorbereitet? Wenn Stürme, Hochwasser oder ein flächendeckender Stromausfall die Gemeinde heimsuchen – wie kann das öffentliche Leben wiederhergestellt und die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleistet werden? Mit diesen Fragen haben sich in dieser Woche die Gemeindevertreter des Ortes befasst. Das Thema stand schon länger auf der Tagesordnung, hat aber durch die Debatte zum neuen Zivilschutzkonzept der Bundesregierung in den vergangenen Tagen noch einmal an Aktualität gewonnen.

Als so genannte kritische Infrastruktur zählen insbesondere die Energie- und Wärmeversorgung, Wasser und Abwasser, die Informations- und Kommunikationstechnik, das Gesundheitswesen und die Versorgung mit Lebensmitteln. Sie bildeten das Fundament für das Funktionieren der Gesellschaft, sagt Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU): „Die Abhängigkeit von solchen Infrastrukturen und die Verletzlichkeit moderner Gesellschaften in der Folge von Naturkatastrophen oder technischen Störungen haben sich bereits mehrfach gezeigt.“ Aber trotz des hohen Gefahrenpotenzials, welches von einem Ausfall kritischer Infrastrukturen ausgeht, „ist ein diesbezügliches gesellschaftliches Risikobewusstsein nur in Ansätzen vorhanden“, so Oehme.

Im Katastrophenfall muss die Gemeinde knapp 1800 Einwohner in Notunterkünften versorgen können, das ist etwa jeder Fünfte. Als Quartiere würden zum Beispiel die beiden Grundschulen dienen, die Kitas, Feuerwehrdepots oder die Waldschule in Pausin. Bislang ist nicht überall die Stromversorgung gesichert, weshalb beispielsweise in den Schulen Blockheizkraftwerke eingebaut werden sollen, die mit Flüssiggas betrieben werden.

Die größte Notunterkunft wäre das MAFZ in Paaren im Glien, dessen Heizöltanks im Krisenfall auch als Kraftstoffreserve dienen würden. Weil die Versorgung mit Kraftstoff im Ort bei Stromausfall allein über öffentliche Tankstellen nicht gesichert wäre, denkt der Gemeinde auch darüber nach auf dem Gelände des Bauhofs in Wansdorf eine weitere Tankanlage zu installieren, die auch bei einem Stromausfall noch funktionsfähig wäre.

„Bislang haben wir nur ein Diskussionspapier, aber das wollen wir natürlich auch umsetzen“, sagt Bürgermeister Bodo Oehme. Man wolle die Abgeordneten sensibilisieren. „Klar ist, das die Maßnahmen auch Geld kosten werden.“

Auch andere Kommunen befassen sich mit dem Szenario eines Katastrophenfalls. In Nauen fand schon Ende 2014 sogar eine Planübung zu einem 48-stündigen Stromausfall statt. Brieselang hält Feldbetten, Decken, Zelte und Notstromaggregate vor, als Notunterkünfte stünden die Turnhallen bereit. „Man muss vorbereitet sein. Im Katastrophenfall hat man nicht viel Zeit, da muss man schnell handeln“, sagt Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). In Falkensee tagt im Krisenfall ein 60-köpfiger Verwaltungsstab, in der Stadthalle würde ein medizinischer Versorgungspunkt eingerichtet werden. Kitas und Schulen blieben aber wohl geschlossen. „Die meisten Einrichtungen sind nicht dauerhaft am Netz zu halten“, sagt Bürgermeister Heiko Müller (SPD).

Auch in Dallgow ist man seit über einem Jahr an dem Thema dran. Ordnungsamtschef Peter Kristke gibt sich jedoch zurückhaltend: „In der Theorie kann man ja vieles durchspielen, aber in der Praxis läuft es dann sowieso anders.“

Von Philip Häfner

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